(Stutt­gart) Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat durch Urteil vom 20.08.2009 die Abmah­nung einer Leh­re­rin in NRW wegen des Tra­gens einer reli­giö­sen Kopf­be­de­ckung bestä­tigt.

 

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen” des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 20.08.2009, Az.: 2 ABR 499/08.

Nach dem Schul­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len dür­fen Leh­rer und päd­ago­gi­sche Mit­ar­bei­ter wäh­rend der Arbeits­zeit kei­ne reli­giö­sen Bekun­dun­gen abge­ben, die geeig­net sind, die Neu­tra­li­tät des Lan­des oder den reli­giö­sen Schul­frie­den zu gefähr­den. Die­se Rege­lung steht im Ein­klang mit dem Grund­ge­setz sowie den natio­na­len und euro­päi­schen Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­ten. Eine Kopf­be­de­ckung, die Haa­re, Haar­an­satz und Ohren einer Frau voll­stän­dig bedeckt, stellt eine reli­giö­se Bekun­dung dar, wenn sie erkenn­bar als Ersatz für ein isla­mi­sches Kopf­tuch getra­gen wird.

Die Klä­ge­rin hat die Unwirk­sam­keit einer Abmah­nung gel­tend gemacht, die ihr wegen ihrer Kopf­be­de­ckung vom beklag­ten Land erteilt wor­den ist. Die Klä­ge­rin ist isla­mi­schen Glau­bens und an einer Gesamt­schu­le als Sozi­al­päd­ago­gin tätig, in der sie mit Schü­lern unter­schied­li­cher Natio­na­li­tä­ten und Reli­gio­nen in Kon­takt kommt. Seit sie einer Auf­for­de­rung des beklag­ten Lan­des nach­ge­kom­men ist, das von ihr zuvor getra­ge­ne isla­mi­sche Kopf­tuch abzu­le­gen, trägt die Klä­ge­rin eine Müt­ze mit Strick­bund, die ihr Haar, den Haar­an­satz und die Ohren kom­plett ver­birgt.

Ihre Kla­ge blieb — wie in den Vor­in­stan­zen — vor dem Zwei­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts ohne Erfolg. Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts war die Kopf­be­de­ckung als reli­giö­se Bekun­dung und nicht nur als ein modi­sches Acces­soire auf­zu­fas­sen. Sie ver­stieß des­halb gegen das gesetz­li­che Bekun­dungs­ver­bot.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei auf­kom­men­den Fra­gen dazu Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
Lei­ter des VdAA Fach­aus­schus­ses
 „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen”
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