Am 24. Febru­ar 2011 war der Beklag­te des vor­lie­gen­den Rechts­streits in sei­nem Aus­bil­dungs­be­trieb, einer Kfz-Werk­statt in Bad Hom­burg, mit dem Aus­wuch­ten von Auto­rei­fen beschäf­tigt. Der zum dama­li­gen Zeit­punkt 18-jäh­ri­ge…

Klä­ger, eben­falls Aus­zu­bil­den­der, stand etwa 10 m wei­ter weg. Der Beklag­te warf ohne Vor­war­nung ein etwa 10 g schwe­res Wucht­ge­wicht aus Alu­mi­ni­um in Rich­tung des Klä­gers und traf ihn am lin­ken Auge, am Augen­lid und an der lin­ken Schlä­fe. Der Klä­ger trug eine Horn­haut­ver­let­zung und eine Ober­lid­rand­ver­let­zung davon. Er wur­de mehr­fach ope­riert. Ihm wur­de eine künst­li­che Augen­lin­se ein­ge­setzt. Wegen der ver­blie­be­nen Horn­haut­nar­be lei­det der Klä­ger an einer dau­er­haf­ten Seh­ver­schlech­te­rung und dem Ver­lust des räum­li­chen Sehvermögens.Der Klä­ger hat den Beklag­ten des­halb auf Schmer­zens­geld und die Fest­stel­lung in Anspruch genom­men, dass die­ser auch zukünf­tig jeden Scha­den aus dem schä­di­gen­den Ereig­nis erset­zen muss.Das Arbeits­ge­richt und ihm fol­gend das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt haben der Kla­ge inso­weit statt­ge­ge­ben und den Beklag­ten zu einem Schmer­zens­geld von 25.000 € verurteilt.Nach der Über­zeu­gung des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts hat der Beklag­te den Klä­ger fahr­läs­sig an des­sen Gesund­heit geschä­digt. Der Beklag­te hät­te wis­sen kön­nen und müs­sen, dass ein kraft­vol­ler Wurf mit einem Wucht­ge­wicht eine sol­che Ver­let­zung her­vor­ru­fen kann. Der Beklag­te sei auch nicht von sei­ner Haf­tung befreit gewe­sen, weil es sich bei dem Wurf gera­de nicht um eine betrieb­li­che Tätig­keit im Rechts­sin­ne gehan­delt habe, bei der für Per­so­nen­schä­den nur für Vor­satz, nicht aber für Fahr­läs­sig­keit gehaf­tet wird. Das Her­um­wer­fen von Wucht­ge­wich­ten in einem Kfz-Betrieb sei viel­mehr dem per­sön­lich-pri­va­ten Bereich zuzu­ord­nen, für den ein Arbeit­neh­mer in vol­lem Umfang hafte.Bei der Höhe des Schmer­zens­gel­des ließ sich das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt ins­be­son­de­re von den erlit­te­nen Schmer­zen, der dau­er­haf­ten Beein­träch­ti­gung der Lebens­füh­rung des Klä­gers lei­ten und dem Risi­ko wei­te­rer Ver­schlech­te­run­gen des Augenlichts.Abgewiesen hat das das Lan­des­ar­beits­ge­richt das Begeh­ren des Klä­gers auf eine zusätz­li­che monat­li­che Schmer­zens­geld­ren­te. Deren Vor­aus­set­zun­gen sei­en im vor­lie­gen­den Fall nicht gege­ben.

Infor­ma­tio­nen: