(Stutt­gart) Ein Beam­ter hat kei­nen Anspruch auf die finan­zi­el­le Abgel­tung von Urlaub, den er krank­heits­be­dingt nicht neh­men konn­te. 

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das am 28. April 2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts (OVG) Rhein­land-Pfalz vom 30. März 2010, Az.: 2 A 11321/09.OVG.

Der Klä­ger war vor sei­ner Pen­sio­nie­rung ein Jahr lang unun­ter­bro­chen dienst­un­fä­hig erkrankt. Er begehrt eine finan­zi­el­le Ent­schä­di­gung in Höhe von 9.980,17 € für 62 Urlaubs­ta­ge, die er in den Jah­ren 2007 und 2008 krank­heits­be­dingt nicht neh­men konn­te. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die­se Ent­schei­dung, so Henn.

Das Beam­ten­recht sehe — anders als das Arbeits­recht — kei­ne Abfin­dung für nicht genom­me­nen Erho­lungs­ur­laub vor. Ein sol­cher Anspruch erge­be sich auch nicht aus euro­pa­recht­li­chen Rege­lun­gen. Zwar sei danach Urlaub, wel­cher bei Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht habe genom­men wer­den kön­nen, finan­zi­ell abzu­gel­ten. Jedoch habe der Beam­ten – anders als der Arbeit­neh­mer — wäh­rend der gesam­ten Zeit sei­ner Erkran­kung einen Anspruch auf Fort­zah­lung sei­ner vol­len Bezü­ge. Des­halb sei die Unmög­lich­keit, Erho­lungs­ur­laub zu neh­men, für den Beam­ten mit kei­nem finan­zi­el­len Nach­teil ver­bun­den, der aus­ge­gli­chen wer­den müs­se.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.    

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