(Stutt­gart) Einem Ruhe­stands­be­am­ten, der sich wäh­rend sei­ner akti­ven Dienst­zeit als bestech­lich erwie­sen hat, ist das Ruhe­ge­halt abzu­er­ken­nen.

Das, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt (OVG) Rhein­land-Pfalz in Koblenz in einem am 12.04.2011 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 31. März 2011, Az.: 11 A 10222/11.OVG.

Der Beklag­te, ein inzwi­schen wegen Dienst­un­fä­hig­keit in den vor­zei­ti­gen Ruhe­stand ver­setz­ter Beam­ter bei der Deut­schen Bahn AG, war wäh­rend sei­ner akti­ven Zeit als Team­lei­ter für drei Bau­grup­pen ver­ant­wort­lich. In meh­re­ren Fäl­len hat er Sach- und Geld­zu­wen­dun­gen (u.a. einen Lap­top, Som­mer­rei­fen, eine Ket­ten­sä­ge, einen Kaf­fee­voll­au­to­ma­ten und min­des­tens drei­mal Bar­geld von jeweils 500,- Euro) von einem Auf­trag­neh­mers der DB Netz AG ent­ge­gen­ge­nom­men und im Gegen­zug über­höh­te Stun­den­zet­tel und Rech­nun­gen des Unter­neh­mers als sach­lich rich­tig bestä­tigt. Auf die Dis­zi­pli­nark­la­ge des Bun­des­ei­sen­bahn­ver­mö­gens erkann­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier dem Beklag­ten das Ruhe­ge­halt ab.

Die hier­ge­gen ein­ge­leg­te Beru­fung, mit wel­cher der Ruhe­stands­be­am­te gel­tend gemacht hat, die von ihm began­ge­nen Dienst­pflicht­ver­let­zun­gen sei­en nicht so schwer, dass sie eine Aberken­nung des Ruhe­ge­halts recht­fer­ti­gen könn­ten, hat­te kei­nen Erfolg, betont Henn.

Auch unter Berück­sich­ti­gung der den Ruhe­stands­be­am­ten ent­las­ten­den Umstän­de wie­ge das von ihm ein­ge­räum­te Dienst­ver­ge­hen so schwer, dass die Aberken­nung des Ruhe­ge­halts zwin­gend gebo­ten sei. Er habe über einen län­ge­ren Zeit­raum in zahl­rei­chen Fäl­len gegen die beam­ten­recht­li­che Pflicht zur unei­gen­nüt­zi­gen Amts­füh­rung und gegen das Ver­bot der Vor­teils­an­nah­me ver­sto­ßen. Dabei habe er nicht nur Sach­zu­wen­dun­gen von erheb­li­chem Wert, son­dern auch bares Geld in beträcht­li­cher Höhe ent­ge­gen­ge­nom­men. Ent­schei­dend ent­las­ten kön­ne ihn ins­be­son­de­re nicht, dass er die Taten auf Ver­an­las­sung sei­nes Vor­ge­setz­ten began­gen habe.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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