(Stutt­gart) Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat soeben eine Ent­schei­dung zu befris­te­ten Arbeits­ver­hält­nis­sen älte­rer Arbeit­neh­mer ver­kün­det und dabei die Rech­te älte­rer Arbeit­neh­mer gestärkt.

Dar­auf ver­weist  der Neu-Isen­bur­ger Fach­an­walt für Arbeits­recht Dr. Micha­el Mey­er, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Betriebsverfassungsrecht/Mitbestimmung” des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 19.10.2011 zu sei­nem Urteil vom glei­chen Tage — 7 AZR 253/07.

Das Arbeits­ver­hält­nis eines über 58 Jah­re alten Arbeit­neh­mers konn­te auf der Grund­la­ge des TzB­fG in der vom 1. Janu­ar 2003 bis zum 30. April 2007 gel­ten­den Fas­sung (aF) ohne Sach­grund nicht wirk­sam befris­tet wer­den, wenn dem letz­ten befris­te­ten Ver­trag meh­re­re befris­te­te Ver­trä­ge vor­an­ge­gan­gen waren, die sich naht­los an ein been­de­tes unbe­fris­te­tes Arbeits­ver­hält­nis ange­schlos­sen hat­ten.

Nach § 14 Abs. 3 Satz 1 TzB­fG (aF) bedurf­te die Befris­tung eines Arbeits­ver­trags kei­nes sach­li­chen Grun­des, wenn der Arbeit­neh­mer bei Beginn des befris­te­ten
Arbeits­ver­hält­nis­ses das 58. Lebens­jahr voll­endet hat­te. Nach § 14 Abs. 3 Satz 2 TzB­fG (aF) war die Befris­tung nicht zuläs­sig, wenn zu einem vor­her­ge­hen­den unbe­fris­te­ten Arbeits­ver­trag mit dem­sel­ben Arbeit­ge­ber ein enger sach­li­cher Zusam­men­hang bestand. Ein sol­cher ist auch gege­ben, wenn dem befris­te­ten Ver­trag nicht unmit­tel­bar ein unbe­fris­te­ter Ver­trag vor­aus­ging, son­dern in der Zeit zwi­schen dem letz­ten befris­te­ten und dem frü­he­ren unbe­fris­te­ten Ver­trag meh­re­re sich jeweils naht­los anein­an­der anschlie­ßen­de befris­te­te Ver­trä­ge lagen. § 14 Abs. 3 Satz 2 TzB­fG (aF) ist auch anwend­bar, wenn das frü­he­re Arbeits­ver­hält­nis auf­grund einer tarif­ver­trag­li­chen Alters­gren­ze ende­te. Zwar unter­lie­gen tarif­ver­trag­li­che Alters­gren­zen der arbeits­ge­richt­li­chen Befris­tungs­kon­trol­le. Arbeits­ver­trä­ge, die auf unbe­stimm­te Zeit geschlos­sen wer­den und ledig­lich einer all­ge­mei­nen tarif­li­chen Alters­gren­ze unter­fal­len, sind aber im Sin­ne von § 14 Abs. 3 Satz 2 TzB­fG (aF) „unbe­fris­tet“. Dies folgt ins­be­son­de­re aus dem Sinn und Zweck der Vor­schrift, die andern­falls ihren Anwen­dungs­be­reich weit­ge­hend ver­lö­re.

Die im April 1945 gebo­re­ne Klä­ge­rin war bei der beklag­ten Luft­fahrt­ge­sell­schaft als Flug­be­glei­te­rin beschäf­tigt. Ihr Arbeits­ver­hält­nis ende­te auf­grund einer tarif­ver­trag­li­chen Alters­gren­ze mit der Voll­endung des 55. Lebens­jahrs im April 2000. In der Fol­ge­zeit schlos­sen die Par­tei­en meh­re­re jeweils auf ein Jahr befris­te­te, sich naht­los anein­an­der anschlie­ßen­de Arbeits­ver­trä­ge, den letz­ten für die Zeit vom 1. Mai 2004 bis 30. April 2005. Mit ihrer Kla­ge mach­te die Klä­ge­rin die Unwirk­sam­keit der letz­ten Befris­tung gel­tend. Die Beklag­te berief sich auf § 14 Abs. 3 Satz 1 TzB­fG (aF).

Wie bereits beim Lan­des­ar­beits­ge­richt hat­te die Kla­ge vor dem Sieb­ten Senat Erfolg, so Dr. Mey­er.

Die Befris­tung kann nicht auf § 14 Abs. 3 Satz 1 TzB­fG (aF) gestützt wer­den. Zwi­schen dem letz­ten befris­te­ten Ver­trag und dem frü­he­ren, im April 2000 been­de­ten Arbeits­ver­hält­nis bestand ein enger sach­li­cher Zusam­men­hang im Sin­ne von § 14 Abs. 3 Satz 2 TzB­fG (aF).

Dr. Mey­er emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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