(Stutt­gart) Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat­te am 24. März 2010 über die Zah­lung von Zula­gen für stän­di­ge Wech­sel­schicht­ar­beit nach den Rege­lun­gen des Tarif­ver­trags für den öffent­li­chen Dienst in der für kom­mu­na­le Kran­ken­häu­ser gel­ten­den Fas­sung zu ent­schei­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Fach­an­walt für Arbeits­recht Jens Klar­mann, Vize­prä­si­dent des VdAA  — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf das Urteil des V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 24. März 2010 — 10 AZR 58/09.

Nach den Rege­lun­gen des Tarif­ver­trags für den öffent­li­chen Dienst in der für kom­mu­na­le Kran­ken­häu­ser gel­ten­den Fas­sung (TVöD-K) haben Beschäf­tig­te, die stän­dig Wech­sel­schicht­ar­beit leis­ten, Anspruch auf eine Zula­ge von 105,00 Euro monat­lich. Beschäf­tig­te, die stän­dig Schicht­ar­beit leis­ten, erhal­ten 40,00 Euro monat­lich. Wech­sel­schicht­ar­beit ist die Arbeit nach einem Schichtplan/Dienstplan, der einen regel­mä­ßi­gen Wech­sel der täg­li­chen Arbeit in Wech­sel­schich­ten vor­sieht, bei denen der Beschäf­tig­te längs­tens nach Ablauf eines Monats erneut zu min­des­tens zwei Nacht­schich­ten her­an­ge­zo­gen wird.

Der Klä­ger ist als Kran­ken­pfle­ger in Wech­sel­schicht bei der Beklag­ten tätig. Die Beklag­te legt bis zum 15. eines jeden Monats die Ein­tei­lung der Arbeit­neh­mer für den Fol­ge­mo­nat fest. Der Klä­ger hat­te von Mit­te August 2006 bis Mit­te Sep­tem­ber 2006 Erho­lungs­ur­laub. Er hat des­we­gen erst nach mehr als einem Monat wie­der in Nacht­schich­ten gear­bei­tet. Ohne urlaubs­be­ding­te Frei­stel­lung wäre er spä­tes­tens nach Ablauf eines Monats erneut zu min­des­tens zwei Nacht­schich­ten her­an­ge­zo­gen wor­den. Die Arbeit­ge­be­rin hat dem Klä­ger für den Monat Sep­tem­ber 2006 nur die Zula­ge für stän­di­ge Schicht­ar­beit, nicht aber die für stän­di­ge Wech­sel­schicht­ar­beit gezahlt. Die Dif­fe­renz macht er im vor­lie­gen­den Rechts­streit gel­tend.

Der Zehn­te Senat hat — anders als die Vor­in­stan­zen — der Kla­ge statt­ge­ge­ben, betont Klar­mann.

Fällt eine tarif­lich für den Zula­gen­an­spruch gefor­der­te Schicht nur des­halb aus, weil der Beschäf­tig­te wegen der Gewäh­rung von Erho­lungs­ur­laub oder aus ande­ren in § 21 TVöD-K genann­ten Grün­den (z. B. Arbeits­un­fä­hig­keit wäh­rend des Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raums) von der Ver­pflich­tung zur Erbrin­gung der Arbeits­leis­tung frei ist, so steht dies dem Anspruch auf die Zula­ge für stän­di­ge Wech­sel­schicht­ar­beit nicht ent­ge­gen. Ent­schei­dend ist, ob der Beschäf­tig­te ohne die Arbeits­be­frei­ung die gefor­der­ten Schich­ten geleis­tet hät­te. Den tarif­li­chen Rege­lun­gen lässt sich nicht mit der erfor­der­li­chen Deut­lich­keit ein Abwei­chen von den Bestim­mun­gen des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes (BUr­lG) oder des Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­set­zes (EFZG) zu Las­ten der Beschäf­tig­ten ent­neh­men. Die Rechts­la­ge hat sich inso­weit gegen­über der frü­he­ren tarif­li­chen Rege­lung des Bun­des-Ange­stell­ten­ta­rif­ver­trags (BAT) ver­än­dert.

Klar­mann emp­fahl, die­se Grund­sät­ze zu beach­ten sowie in Zwei­fels­fäl­len um Rechts­rat nach­zu­su­chen, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.    

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jens Klar­mann
Rechts­an­walt  
Fach­an­walt für Arbeits­recht 
VdAA – Vize­prä­si­dent   
c/o  Pas­sau, Nie­mey­er & Kol­le­gen  
Walk­er­damm 1    
24103 Kiel  
Tel.: 0431 – 974 300
Fax: 0431 – 974 3099
j.klarmann@pani-c.de
www.pani-c.de