(Stutt­gart) Nach einem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts in Leip­zig erhält ein Wahl­be­am­ter auf Zeit in Ber­lin, der abge­wählt wird, für höchs­tens vier Mona­te nach Ende der Amts­aus­übung die bis­he­ri­gen Bezü­ge zu; danach steht ihm bis zum Ende sei­ner Amts­zeit nur noch ein Ruhe­ge­halt in Höhe von 75 % sei­ner letz­ten Besol­dung zu.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf ein Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 25.06.2009, Az.: 2 C 47.07.

Nach dem Ber­li­ner Lan­des­recht endet die Wahl­pe­ri­ode der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver-samm­lun­gen mit der Wahl­pe­ri­ode des Abge­ord­ne­ten­hau­ses, auch wenn die­se vor­zei­tig been­det wird. Mit dem Beginn der Amts­zeit des neu­en Bezirks­amts wird ein nicht wie­der­ge­wähl­tes Bezirks­amts­mit­glied bis zum Ablauf sei­ner regu­lä­ren Amts­zeit von der Amts­aus­übung ent­bun­den. Ein ehe­ma­li­ger Bezirks­bür­ger­meis­ter ver­lang­te für die Zeit sei­ner Nicht­wie­der­wahl bis zum Ablauf der Amts­zeit die Wei­ter­zah­lung sei­ner Bezü­ge in vol­lem Umfang.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg lehn­te die­sen Anspruch ab. Dem Klä­ger sei­en für höchs­tens vier Mona­te nach Ende der Amts­aus­übung die bis­he­ri­gen Bezü­ge wei­ter­zu­zah­len; danach ste­he ihm bis zum Ende sei­ner Amts­zeit ein Ruhe­ge­halt in Höhe von 75 % sei­ner letz­ten Besol­dung zu.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat das Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts bestä­tigt, so Henn.

Nach dem hier noch anzu­wen­den­den Bun­des­recht erhält ein Wahl­be­am­ter auf Zeit, der abge­wählt wird, Bezü­ge nur in der Höhe, die ihm das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt zuge­spro­chen hat. Der im Gesetz ver­wen­de­te Begriff der “Abwahl” erfasst jede vor­zei­ti­ge Been­di­gung der Amts­zeit durch eine Wahl­ent­schei­dung. Er umfasst damit auch die nach Ber­li­ner Lan­des­recht mög­li­che Been­di­gung der akti­ven Amts­zeit bei vor­zei­ti­gem Ende der Wahl­pe­ri­ode der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung und unter­blie­be­ner Wie­der­wahl des Mit­glieds des Bezirks­amts.

Der Klä­ger war für den Zeit­raum vom 1. Janu­ar 2001 bis zum 30. Juni 2004 in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit beru­fen wor­den. Nach­dem das Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus am 1. Sep­tem­ber 2001 das vor­zei­ti­ge Ende sei­ner Wahl­pe­ri­ode beschlos­sen hat­te, ende­te zugleich die Wahl­pe­ri­ode der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung vor­zei­tig. Bei der Neu­wahl des Bezirks­amts am 30. Janu­ar 2002 blieb die Kan­di­da­tur des Klä­gers erfolg­los. Damit war er nach Lan­des­recht vom 31. Janu­ar 2002 bis zum 30. Juni 2004 von der Amts­aus­übung ent­bun­den. Der Ände­rung sei­ner Bezü­ge für die­se Zeit steht nicht ent­ge­gen, dass das Lan­des­recht eine Ver­set­zung in den — vor­zei­ti­gen — Ruhe­stand oder eine Ent­las­sung des abge­wähl­ten Wahl­be­am­ten nicht vor­sieht.

Henn emp­fahl, den Aus­gang zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.   

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