Bun­des­ar­beits­ge­richt Urteil vom 29. Juni 2011 — 5 AZR 161/10 Schlagworte/Normen: Ein­zel­ver­trag­li­che Ver­gü­tungs­re­ge­lung eines Chef­arz­tes im Bereich des BAT-KF Voll­text BAG-PE: Eine ein­zel­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung, wonach…

(vdaa)  Bun­des­ar­beits­ge­richt

Urteil vom 29. Juni 2011 — 5 AZR 161/10

Schlagworte/Normen:

Ein­zel­ver­trag­li­che Ver­gü­tungs­re­ge­lung eines Chef­arz­tes im Bereich des BAT-KF
Voll­text BAG-PE:
Eine ein­zel­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung, wonach der Chef­arzt eines Kran­ken­hau­ses Ver­gü­tung nach der Ver­gü­tungs­grup­pe I des BAT-KF erhält, ist im Zwei­fel als dyna­mi­sche Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung aus­zu­le­gen. Die Ver­gü­tungs­grup­pe I BAT-KF wur­de zum 1. Juli 2007 in die Ent­gelt­grup­pe 15 Ü BAT-KF neue Fas­sung über­ge­lei­tet. Dies gilt man­gels gegen­tei­li­ger Anhalts­punk­te auch für Chef­ärz­te.

Der Klä­ger ist bei dem Beklag­ten seit 1996 als Chef­arzt tätig. Die Par­tei­en ver­ein­bar­ten eine monat­li­che Grund­ver­gü­tung nach der Ver­gü­tungs­grup­pe I des auf Chef­ärz­te nicht anwend­ba­ren Bun­des-Ange­stell­ten­ta­rif­ver­trags in kirch­li­cher Fas­sung für den Bereich der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land, der Evan­ge­li­schen Kir­che von West­fa­len und der Lip­pi­schen Lan­des­kir­che sowie ihrer Dia­ko­ni­schen Wer­ke (BAT-KF). Die Arbeits­recht­li­che Kom­mis­si­on als zustän­di­ges Ent­schei­dungs­gre­mi­um beschloss 2007 eine Ände­rung des BAT-KF. Unter ande­rem wur­de der TV-Ärz­te-KF geschaf­fen, der neue Ent­gelt­grup­pen für Ärz­te, auf die der BAT-KF Anwen­dung fand, ent­hält. Der Beklag­te ord­ne­te den Klä­ger der all­ge­mei­nen Über­lei­tungs­ent­gelt­grup­pe 15 Ü des BAT-KF nF zu. Dage­gen wen­det sich der Klä­ger. Er ist der Auf­fas­sung, er habe Anspruch auf Ent­gelt nach der Ent­gelt­grup­pe Ä 4 TV-Ärz­te-KF. Die­ses beträgt der­zeit 8.495,85 Euro brut­to monat­lich. Das Ent­gelt nach Ent­gelt­grup­pe 15 Ü beläuft sich auf 6.086,94 Euro brut­to monat­lich.

Die Vor­in­stan­zen haben der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Die vom Bun­des­ar­beits­ge­richt zuge­las­se­ne Revi­si­on des Beklag­ten war erfolg­reich. Die ver­ein­bar­te Ver­gü­tungs­grup­pe I war nicht nach Anla­ge 7 BAT-KF nF in die Ent­gelt­grup­pe Ä 4 TV-Ärz­te über­zu­lei­ten. Die Über­lei­tungs­vor­schrif­ten der Anla­ge 7 gel­ten nur für die Ärz­te, die zuvor nach Abschnitt 3 des all­ge­mei­nen Ver­gü­tungs­grup­pen­plans (Gesund­heits­dienst) ein­grup­piert waren. Hier­zu gehör­te der Klä­ger als Chef­arzt nicht. Der ver­trag­li­che Rege­lungs­plan ent­hielt auch kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass der Klä­ger, dem die Beklag­te zudem das Recht zur Pri­vat­li­qui­da­ti­on ein­ge­räumt hat­te, eine monat­li­che Grund­ver­gü­tung in Anleh­nung an das Ent­gelt ande­rer Ärz­te erhal­ten soll­te. Die Dyna­mik war im ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Umfang mit der Über­lei­tung in die höchs­te all­ge­mei­ne Ent­gelt­grup­pe 15 Ü BAT-KF nF gewahrt.

Sie­he:
http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&Datum=2011&nr=15274&pos=0&anz=53

Infor­ma­tio­nen:

  • Ver­öf­fent­licht: 06.07.2011