Erho­lungs­bei­hil­fe für Gewerk­schafts­mit­glie­der

 

(Stutt­gart) Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz fin­det kei­ne Anwen­dung, wenn ein Arbeit­ge­ber mit einer Gewerk­schaft im Rah­men von Tarif­ver­hand­lun­gen ver­ein­bart, für deren Mit­glie­der bestimm­te Zusatz­leis­tun­gen zu erbrin­gen. Auf­grund der Ange­mes­sen­heits­ver­mu­tung von Ver­trä­gen tarif­fä­hi­ger Ver­ei­ni­gun­gen fin­det eine Über­prü­fung anhand des arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes nicht statt.

 

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 21.05.2014 zu sei­nen Urtei­len vom sel­ben Tage, Az. 4 AZR 50/13, 4 AZR 120/13 ua. -.

Die Klä­ge­rin­nen und Klä­ger, die nicht Mit­glie­der der IG Metall sind, ver­lan­gen von ihrem Arbeit­ge­ber, der beklag­ten Adam Opel AG, eine „Erho­lungs­bei­hil­fe” iHv. 200,00 Euro. Im Rah­men von Sanie­rungs­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Opel und dem zustän­di­gen Arbeit­ge­ber­ver­band einer­seits sowie der Gewerk­schaft IG Metall ande­rer­seits waren im Jah­re 2010 ua. eine Rei­he von Ver­ein­ba­run­gen, dar­un­ter auch ent­gelt­ab­sen­ken­de Tarif­ver­trä­ge geschlos­sen wor­den. Die IG Metall hat­te gegen­über Opel die Zustim­mung hier­zu von einer „Bes­ser­stel­lung” ihrer Mit­glie­der abhän­gig gemacht. Zur Erfül­lung die­ser Bedin­gung trat Opel einem Ver­ein bei, der sat­zungs­ge­mäß „Erho­lungs­bei­hil­fen” an IG Metall-Mit­glie­der leis­tet. Nach der Bei­tritts­ver­ein­ba­rung hat­te Opel dem Ver­ein einen Betrag von 8,5 Mio. Euro zu zah­len. Der Ver­ein sicher­te die Aus­zah­lung von Erho­lungs­bei­hil­fen an die bei Opel beschäf­tig­ten IG Metall-Mit­glie­der und die nach dem Ein­kom­mens­steu­er­ge­setz vor­ge­se­he­ne Pau­schal­ver­steue­rung zu. Anders als die IG Metall-Mit­glie­der erhiel­ten die Klä­ge­rin­nen und Klä­ger kei­ne Erho­lungs­bei­hil­fe. Für ihr Zah­lungs­be­geh­ren haben sie sich auf den arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz beru­fen.

Der Vier­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat eben­so wie die Vor­in­stanz die Kla­gen abge­wie­sen, weil der Anwen­dungs­be­reich des arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes nicht eröff­net ist. Die Bei­tritts­ver­ein­ba­rung war Bestand­teil des „Sanie­rungs­pa­kets” der Tarif­ver­trags­par­tei­en. Sol­che Ver­ein­ba­run­gen sind nicht am arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz zu über­prü­fen. Das gilt unab­hän­gig davon, ob die Leis­tun­gen für die Gewerk­schafts­mit­glie­der in einem Tarif­ver­trag oder einer sons­ti­gen schuld­recht­li­chen Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung gere­gelt wor­den sind.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.
Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:
Micha­el Henn
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Erbrecht
Fach­an­walt für Arbeits­recht
VDAA – Prä­si­dent
Rechts­an­wäl­te Dr. Gaupp & Coll
Theo­dor-Heuss-Str. 11
70174 Stutt­gart
Tel.: 0711/30 58 93–0
Fax: 0711/30 58 93–11
stuttgart@drgaupp.de
www.drgaupp.de

 
 
 
 

Erho­lungs­bei­hil­fe für Gewerk­schafts­mit­glie­der

 

 

(Stutt­gart) Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz fin­det kei­ne Anwen­dung, wenn ein Arbeit­ge­ber mit einer Gewerk­schaft im Rah­men von Tarif­ver­hand­lun­gen ver­ein­bart, für deren Mit­glie­der bestimm­te Zusatz­leis­tun­gen zu erbrin­gen. Auf­grund der Ange­mes­sen­heits­ver­mu­tung von Ver­trä­gen tarif­fä­hi­ger Ver­ei­ni­gun­gen fin­det eine Über­prü­fung anhand des arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes nicht statt.

 

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 21.05.2014 zu sei­nen Urtei­len vom sel­ben Tage, Az. 4 AZR 50/13, 4 AZR 120/13 ua. -.

Die Klä­ge­rin­nen und Klä­ger, die nicht Mit­glie­der der IG Metall sind, ver­lan­gen von ihrem Arbeit­ge­ber, der beklag­ten Adam Opel AG, eine „Erho­lungs­bei­hil­fe“ iHv. 200,00 Euro. Im Rah­men von Sanie­rungs­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Opel und dem zustän­di­gen Arbeit­ge­ber­ver­band einer­seits sowie der Gewerk­schaft IG Metall ande­rer­seits waren im Jah­re 2010 ua. eine Rei­he von Ver­ein­ba­run­gen, dar­un­ter auch ent­gelt­ab­sen­ken­de Tarif­ver­trä­ge geschlos­sen wor­den. Die IG Metall hat­te gegen­über Opel die Zustim­mung hier­zu von einer „Bes­ser­stel­lung“ ihrer Mit­glie­der abhän­gig gemacht. Zur Erfül­lung die­ser Bedin­gung trat Opel einem Ver­ein bei, der sat­zungs­ge­mäß „Erho­lungs­bei­hil­fen“ an IG Metall-Mit­glie­der leis­tet. Nach der Bei­tritts­ver­ein­ba­rung hat­te Opel dem Ver­ein einen Betrag von 8,5 Mio. Euro zu zah­len. Der Ver­ein sicher­te die Aus­zah­lung von Erho­lungs­bei­hil­fen an die bei Opel beschäf­tig­ten IG Metall-Mit­glie­der und die nach dem Ein­kom­mens­steu­er­ge­setz vor­ge­se­he­ne Pau­schal­ver­steue­rung zu. Anders als die IG Metall-Mit­glie­der erhiel­ten die Klä­ge­rin­nen und Klä­ger kei­ne Erho­lungs­bei­hil­fe. Für ihr Zah­lungs­be­geh­ren haben sie sich auf den arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz beru­fen.

Der Vier­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat eben­so wie die Vor­in­stanz die Kla­gen abge­wie­sen, weil der Anwen­dungs­be­reich des arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes nicht eröff­net ist. Die Bei­tritts­ver­ein­ba­rung war Bestand­teil des „Sanie­rungs­pa­kets“ der Tarif­ver­trags­par­tei­en. Sol­che Ver­ein­ba­run­gen sind nicht am arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz zu über­prü­fen. Das gilt unab­hän­gig davon, ob die Leis­tun­gen für die Gewerk­schafts­mit­glie­der in einem Tarif­ver­trag oder einer sons­ti­gen schuld­recht­li­chen Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung gere­gelt wor­den sind.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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