(Stutt­gart) Das Arbeits­ge­richt Wup­per­tal hat am 31.03.2009 die frist­lo­se Kün­di­gung einer Ver­käu­fe­rin eines Dicoun­ters wegen des Vor­wurfs des Dieb­stahls eines Pake­tes Bin­den im Wert von 0,59 € für rechts­un­wirk­sam erklärt.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf das soeben bekannt gewor­de­ne Urteil des Arbeits­ge­richts Wup­per­tal — AZ.: 4 Ca 3853/08 -.

In dem Fall benö­tig­te die seit 2001 beschäf­tig­te Klä­ge­rin nach Geschäfts­schluss an einem Sams­tag noch ein Paket Bin­den. In Abspra­che mit einer Kol­le­gin nahm sie ein Paket Bin­den mit und hin­ter­leg­te den Geld­be­trag von 0,59 € auf einem Tisch im Auf­ent­halts­raum. Als am dar­auf fol­gen­den Mon­tag die Bezirks­lei­te­rin die Filia­le besuch­te und frag­te nach, wem das Geld auf dem Tisch gehö­re, erklär­te die Klä­ge­rin, dass dies ihr Geld sei und steck­te es wie­der ein. Eine Bezah­lung der Bin­den erfolg­te nicht mehr.

Nach Auf­fas­sung der Kam­mer konn­te der Klä­ge­rin nicht mit der not­wen­di­gen Wahr­schein­lich­keit nach­ge­wie­sen wer­den, dass sie zum Zeit­punkt des Ein­ste­ckens des Geld­be­tra­ges die Arbeit­ge­be­rin schä­di­gen und sich selbst berei­chern woll­te, sodass die frist­lo­se Kün­di­gung für unwirk­sam erklärt wur­de.

Gegen das Urteil kann die Arbeit­ge­be­rin Beru­fung beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf ein­le­gen, betont Henn.

Er emp­fahl Arbeit­neh­mern im Hin­blick auf ver­schie­de­ne ande­re Urtei­le aus der letz­ten Zeit, wo ande­re Gerich­te frist­lo­se Kün­di­gun­gen auch bei nur ganz gerin­gem Dieb­stahls­wert für rech­tens erach­tet haben, jedoch, sich am bes­ten erst gar nicht in sol­che Situa­tio­nen zu brin­gen, zumal auch hier das Ende noch unge­wiss sei.

Henn emp­fahl, in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.   

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