1. Die gemein­schafts­rechts­kon­for­me Aus­le­gung des § 14 Abs. 2 TzB­fG nach Art. 1 der Richt­li­nie 1999/70/EG des Rates vom 28.06.1999 zu der EGB-UNI­CE-CEEP-Rah­men­ver­ein­ba­rung über Befris­te­te Arbeits­ver­trä­ge vom 18.03.1999…

(vdaa)  1. Die gemein­schafts­rechts­kon­for­me Aus­le­gung des § 14 Abs. 2 TzB­fG nach Art. 1 der Richt­li­nie 1999/70/EG des Rates vom 28.06.1999 zu der EGB-UNI­CE-CEEP-Rah­men­ver­ein­ba­rung über Befris­te­te Arbeits­ver­trä­ge vom 18.03.1999, ins­be­son­de­re deren §§ 1, 2 und 5 Abs. 1 Buch­sta­be a bis c begrün­det, bei Vor­lie­gen der sons­ti­gen gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, kei­ne Zwei­fel an der Wirk­sam­keit einer auf die­se Vor­schrift des TzB­fG gestütz­te und damit sach­grund­lo­se Befris­tung.

2. Unab­hän­gig von dem bereits über § 14 Abs. 1 TzB­fG gewähr­ten richt­li­ni­en­kon­for­men Schutz ent­spricht § 14 Abs. 2 TzB­fG den gemein­schafts­recht­li­chen Vor­ga­ben. Nach § 1 soll die Rah­men­ver­ein­ba­rung nicht nur durch die Anwen­dung des Grund­sat­zes der Nicht­dis­kri­mi­nie­rung die Qua­li­tät befris­te­ter Arbeits­ver­hält­nis­se ver­bes­sern, son­dern viel­mehr auch einen Rah­men schaf­fen, der den Miss­brauch durch auf­ein­an­der­fol­gen­de befris­te­te Arbeits­ver­trä­ge oder -Ver­hält­nis­se ver­hin­dert (Ver­hin­de­rung von Ket­ten­ver­trä­gen). § 14 Abs. 2 TzB­fG regelt in Umset­zung von § 5 Nr. 1 Buch­sta­be b und c der Rah­men­ver­ein­ba­rung sowohl die ins­ge­samt zuläs­si­ge Dau­er auf­ein­an­der­fol­gen­der Arbeits­ver­trä­ge oder -Ver­hält­nis­se als auch die zuläs­si­ge Zahl der Ver­län­ge­rung sol­cher Arbeits­ver­trä­ge oder -Ver­hält­nis­se.

3. Von einer Vor­la­ge an den zur end­gül­ti­gen Ent­schei­dung über die Aus­le­gung des Gemein­schafts­rechts zustän­di­gen Euro­päi­schen Gerichts­hof hat die Kam­mer abge­se­hen, da sie ange­sichts der für den Klä­ger eröff­ne­ten Mög­lich­keit, Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de nach § 72 a ArbGG ein­zu­le­gen und/oder Gehörs­rü­ge nach § 78 a ArbGG zu erhe­ben, nicht das letzt­in­stanz­lich ent­schei­den­de Gericht ist und die rich­ti­ge Anwen­dung des Gemein­schafts­rech­tes — hier durch die Umset­zung über § 14 Abs. 2 TzB­fG — offen­kun­dig ist (BVerfG 1. Senat 2. Kam­mer Beschluss vom 10.11.2010 — 1 BvR 2065/10).

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