(Stutt­gart) Die ver­län­ger­ten Kün­di­gungs­fris­ten in § 622 BGB ver­sto­ßen nicht gegen das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG).

Das, so der Bre­mer Fach­an­walt für Arbeits­recht und Gewerb­li­chen Rechts­schutz Klaus-Die­ter Fran­zen, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Bre­men” des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V., hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Hes­sen (Az.: 7 Sa 511/12) ent­schie­den.

Die Klä­ge­rin war bei der Beklag­ten seit Juni 2007 beschäf­tigt. Die Beklag­te kün­dig­te das Arbeits­ver­hält­nis zum 31. Janu­ar 2012. Die Klä­ge­rin erhob Kla­ge und mach­te den Bestand des Arbeits­ver­hält­nis­ses bis zum 31. Juli 2012 und dar­über hin­aus die Wei­ter­be­schäf­ti­gung bis zu die­sem Ter­min gel­tend. Zur Begrün­dung führ­te sie aus, dass eine unzu­läs­si­ge mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung vor­lie­ge, da lang­jäh­rig beschäf­tig­te Arbeit­neh­mer natur­ge­mäß älter sind. Damit füh­re die Rege­lung fak­tisch zu einer dis­kri­mi­nie­ren­den Ungleich­be­hand­lung zwi­schen älte­ren und jün­ge­ren Arbeit­neh­mern.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt folg­te die­ser Auf­fas­sung eben­so wenig wie zuvor das Arbeits­ge­richt Gie­ßen, so Fran­zen.

Gem. § 622 BGB ver­län­gern sich für eine arbeit­ge­ber­sei­ti­ge Kün­di­gung die Kün­di­gungs­fris­ten mit der zuneh­men­den Dau­er des Arbeits­ver­hält­nis­ses. Selbst wenn dar­in eine mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung gese­hen könn­te, wäre die­se jedoch gerecht­fer­tigt. Denn je län­ger ein Arbeit­neh­mer im Arbeits­ver­hält­nis mit ein und dem­sel­ben Arbeit­ge­ber ste­he, des­to inten­si­ver wer­de nicht nur die per­sön­li­che Bin­dung an die­ses Arbeits­ver­hält­nis. Viel­mehr tref­fe ein Arbeit­neh­mer regel­mä­ßig auch im Hin­blick auf sein sozia­les Leben, das nur zu einem Teil aus der ver­trags­ge­mä­ßen Leis­tung wäh­rend des Arbeits­tags bestehe, von die­ser aber wesent­lich beein­flusst und durch das Arbeits­ein­kom­men gesi­chert wer­de, zuneh­mend lang­fris­ti­ge Dis­po­si­tio­nen. Im Übri­gen ver­fol­ge die Rege­lung über die ver­län­ger­ten Kün­di­gungs­fris­ten recht­mä­ßi­ge beschäf­ti­gungs­po­li­ti­sche Zie­le.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hes­sen hat die Revi­si­on zuge­las­sen. Das Ver­fah­ren ist vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt (Az.: 6 AZR 636/13) anhän­gig.

Fran­zen emp­fahl, dies zu beach­ten und riet er bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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