(Stutt­gart) Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richts hat über die Beru­fun­gen von zwei Flug­ge­sell­schaf­ten und der FRAPORT AG gegen ein Urteil des Arbeits­ge­richts Frank­furt am Main ent­schie­den, durch das ihre Scha­dens­er­satz­kla­gen in Höhe von mehr als EUR 9 Mil­lio­nen wegen eines Streiks und eines ange­kün­dig­ten Unter­stüt­zungs­streik am Flug­ha­fen Frank­furt am Main im Febru­ar 2012 abge­wie­sen wor­den waren.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) vom 5.12.2013 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 9 Sa 592/13.

Die GdF führ­te im Febru­ar 2012 einen Arbeits­kampf gegen die FRAPORT AG wegen der Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen von etwa 200 Arbeit­neh­mern der Vor­feld­kon­trol­le / Vor­feld­auf­sicht / Ver­kehrs­zen­tra­le und rief ihre Mit­glie­der bei der FRAPORT AG zunächst für einen befris­te­ten Arbeits­kampf für den 16. Febr. 2012 auf, der dann bis zum 24. Febr. 2012 ver­län­gert wer­den soll­te, aber am 23. Febr. 2012 wegen der Wie­der­auf­nah­me von Tarif­ver­hand­lun­gen abge­bro­chen, nach ergeb­nis­lo­sen Ver­hand­lun­gen am 26. Febr. 2012 wie­der auf­ge­nom­men und am 28. und 29. Febr. 2012 mit­samt einem ange­kün­dig­ten Unter­stüt­zungs­ar­beits­kampf bei der Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH auf Antrag der Klä­ge­rin­nen vom Arbeits­ge­richt Frank­furt am Main ver­bo­ten wor­den war. Die Flug­ge­sell­schaf­ten und die FRAPORT hiel­ten den Streik wie auch den ange­kün­dig­ten Unter­stüt­zungs­streik u.a. wegen einer Ver­let­zung der Frie­dens­pflicht für rechts­wid­rig und sahen hier­in ihre Rech­te am ein­ge­rich­te­ten und aus­ge­üb­ten Gewer­be­be­trieb ver­letzt. Sie mach­ten mit der Kla­ge Min­der­er­lö­se infol­ge Flug­aus­fäl­len sowie Ver­spä­tungs­kos­ten und Gebüh­ren­aus­fäl­le sowie ander­wei­ti­ge Beför­de­rungs-, Hotel und Ver­pfle­gungs­kos­ten im Zusam­men­hang mit aus­ge­fal­le­nen oder ver­spä­te­ten Flü­gen gel­tend. Die FRAPORT AG ist von streik­be­dingt 1.668 aus­ge­fal­le­nen Flü­gen aus­ge­gan­gen.

Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Kla­gen wie schon die Vor­in­stanz abge­wie­sen, im wesent­li­chen mit der Begrün­dung, die Flug­ge­sell­schaf­ten sei­en sog. Dritt­be­trof­fe­ne, die selbst nicht unmit­tel­bar bestreikt wur­den und des­halb kei­ne Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen die zum Streik auf­ru­fen­de Gewerk­schaft gel­tend machen kön­nen. Die Kla­ge gegen die FRAPORT AG wur­de abge­wie­sen, weil die Streiks kei­nen ande­ren Ver­lauf genom­men hät­ten und der Scha­den kein ande­rer gewe­sen wäre, wenn mit dem Streik aus­schließ­lich recht­mä­ßi­ge Streik­zie­le ver­folgt wor­den wären.

Wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung der Rechts­sa­che hat das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt die Revi­si­on zum Bun­des­ar­beits­ge­richt zuge­las­sen.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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