(Stutt­gart) Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat ent­schie­den, dass die am 1. Janu­ar 2008 in Kraft getre­te­ne Ver­ord­nung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les über zwin­gen­de Arbeits­be­din­gun­gen für die Bran­che Brief­dienst­leis­tun­gen (Post­min­dest­lohn­ver­ord­nung) die Klä­ger in ihren Rech­ten ver­letzt.

Mit die­ser Ver­ord­nung, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts (BVerwG) vom 28. Janu­ar 201, Az.: BVerwG 8 C 19.09, sind Min­dest­löh­ne für die Bran­che Brief­dienst­leis­tun­gen nach Maß­ga­be des Tarif­ver­tra­ges für ver­bind­lich erklärt wor­den, den der Arbeit­ge­ber­ver­band Post­diens­te e.V. und die Ver­ei­nig­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft “ver.di” im Novem­ber 2007 geschlos­sen haben.

Die kla­gen­den Arbeit­ge­ber erbrin­gen mit den von ihnen beschäf­tig­ten Zustel­lern Brief­dienst­leis­tun­gen. Sie sind Mit­glied in einem im Sep­tem­ber 2007 gegrün­de­ten Arbeit­ge­ber­ver­band. Die­ser und der kla­gen­de Arbeit­ge­ber­ver­band haben jeweils im Dezem­ber 2007 mit der bei­ge­la­de­nen Gewerk­schaft der Neu­en Brief- und Zustell­diens­te einen Tarif­ver­trag für das Gebiet der Beklag­ten abge­schlos­sen. Der dar­in ver­ein­bar­te Brut­tomin­dest­lohn liegt unter den in der strei­ti­gen Ver­ord­nung bestimm­ten Beträ­gen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat dem Fest­stel­lungs­be­geh­ren der Klä­ger statt­ge­ge­ben. Die Beru­fung der Beklag­ten hat­te teil­wei­se Erfolg. Das Beru­fungs­ge­richt hielt die Kla­gen der Arbeit­ge­ber für unzu­läs­sig. Im Übri­gen hat es die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts bestä­tigt.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat im Revi­si­ons­ver­fah­ren das Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts auf­ge­ho­ben, soweit es die Kla­gen der Arbeit­ge­ber als unzu­läs­sig abge­wie­sen hat, und im Übri­gen die Revi­si­on der Beklag­ten zurück­ge­wie­sen, betont Henn.

Damit hat­ten die Klä­ger mit ihrem Fest­stel­lungs­be­geh­ren ins­ge­samt Erfolg. Die Fest­stel­lungs­kla­gen der Arbeit­ge­ber sei­en zuläs­sig. Das fest­stel­lungs­fä­hi­ge strei­ti­ge Rechts­ver­hält­nis zwi­schen der Beklag­ten und den Klä­gern fol­ge aus dem Mei­nungs­streit, ob die Klä­ger auf­grund der Post­min­dest­lohn­ver­ord­nung ver­pflich­tet sind, ihren Arbeit­neh­mern den dort fest­ge­setz­ten Min­dest­lohn zu bezah­len. Die Kla­gen sei­en auch begrün­det. Die Post­min­dest­lohn­ver­ord­nung ver­let­ze die Rech­te der Klä­ger, weil die Beklag­te bei deren Erlass das gesetz­lich in § 1 Abs. 3a Satz 2 Arbeit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz a.F. vor­ge­schrie­be­ne Betei­li­gungs­ver­fah­ren nicht ein­ge­hal­ten habe. Danach hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les vor Erlass der Rechts­ver­ord­nung den in deren Gel­tungs­be­reich fal­len­den Arbeit­ge­bern und Arbeit­neh­mern sowie den Par­tei­en des Tarif­ver­tra­ges Gele­gen­heit zur schrift­li­chen Stel­lung­nah­me zu geben. Dies sei nicht in dem vom Gesetz vor­ge­schrie­be­nen Maße gesche­hen. Damit sei­en die Betei­li­gungs­rech­te der Klä­ger ver­letzt wor­den

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.    

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