(Stutt­gart) Blo­ße Sta­tis­ti­ken über die Geschlechts­ver­tei­lung in der Gesamt­be­leg­schaft rei­chen zur Begrün­dung einer Kla­ge auf Scha­dens­er­satz wegen einer  geschlechts­spe­zi­fi­schen Benach­tei­li­gung für die Beur­tei­lung der Beset­zung von Füh­rungs­po­si­tio­nen nicht aus.

Dies, so die Ber­li­ner Fach­an­wäl­tin für Arbeits­recht, Dr. Chris­ti­na Mitsch aus der Kanz­lei Thüm­mel Schüt­ze & Part­ner, Lan­des­re­gio­nal­lei­te­rin „Ber­lin” des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, ist die Kern­aus­sa­ge des kürz­lich ver­kün­de­ten Urteils des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg — AZ.: 2 Sa 2070/08 — vom 12.02.2009. Abwei­chend von der ers­ten Instanz wur­de nun­mehr die Kla­ge einer Arbeit­neh­me­rin auf Scha­dens­er­satz wegen geschlechts­spe­zi­fi­scher Benach­tei­li­gung bei einer Beför­de­rungs­ent­schei­dung abge­wie­sen.

In dem aus­geur­teil­ten Fall hat­te sich die bei der Sony BMG in lei­ten­der Tätig­keit beschäf­tig­te Klä­ge­rin um eine (höhe­re) Füh­rungs­po­si­ti­on bewor­ben, die­se wur­de jedoch mit einem männ­li­chen Mit­be­wer­ber besetzt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die von der Arbeit­neh­me­rin behaup­te­te geschlechts­spe­zi­fi­sche und damit einen Scha­dens­er­satz­an­spruch begrün­den­de Benach­tei­li­gung bei der Beför­de­rungs­ent­schei­dung als nicht erwie­sen ange­se­hen. Die von der Klä­ge­rin vor­ge­tra­ge­nen Indi­zi­en lie­ßen nicht hin­rei­chend den Schluss auf eine Dis­kri­mi­nie­rung zu. Ins­be­son­de­re käme Sta­tis­ti­ken in die­sem Zusam­men­hang nur ein begrenz­ter Wert zu. Sie sei­en nur dann rele­vant, wenn sie Aus­sa­gen über den Zusam­men­hang von Stel­len­be­set­zun­gen gera­de im Zusam­men­hang mit Bewer­bungs­ver­fah­ren und der Geschlech­ter­ver­tei­lung zulie­ßen. Blo­ße Sta­tis­ti­ken über die Geschlechts­ver­tei­lung in der Gesamt­be­leg­schaft reich­ten für die Beur­tei­lung der Beset­zung von Füh­rungs­po­si­tio­nen inso­weit nicht aus.

Mitsch weist dar­auf hin, dass erst im Novem­ber 2008 die 15. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg (15 Sa 517/09) einer Arbeit­neh­me­rin Scha­dens­er­satz und eine Ent­schä­di­gung im Zusam­men­hang mit einer benach­tei­li­gen­den Beför­de­rungs­ent­schei­dung zuge­spro­chen habe. Hier reich­te dem Gericht eine Sta­tis­tik über die Geschlechts­ver­tei­lung auf den ein­zel­nen Hier­ar­chie­ebe­nen als wesent­li­ches Indiz für die Dis­kri­mi­nie­rung aus. Die Sta­tis­tik beleg­te, dass Frau­en zwar 2/3 der Beleg­schaft stell­ten, die Füh­rungs­ebe­ne aber aus­schließ­lich mit Män­nern besetzt war.

Vor dem Hin­ter­grund unter­schied­li­cher Wer­tun­gen der Gerich­te und der Beson­der­hei­ten eines jeden ein­zel­nen Sach­ver­halts emp­fiehlt Mitsch Arbeit­neh­mern, unan­ge­mes­sen benach­tei­li­gen­de Äuße­run­gen und Hand­lun­gen ihrer Arbeit­ge­ber mög­lichst prä­zi­se und kon­kret fest­zu­hal­ten und die­se mit fach­kun­di­ger Hil­fe so auf­zu­be­rei­ten, dass eine Rechts­ver­fol­gung Aus­sicht auf Erfolg hat. Arbeit­ge­ber soll­ten ins­be­son­de­re die Kri­te­ri­en der Stel­len­ver­ga­be nach­voll­zieh­bar gestal­ten und schrift­lich doku­men­tie­ren, um im Streit­fall bele­gen zu kön­nen, dass kei­ne dis­kri­mi­nie­ren­den Über­le­gun­gen bei der Stel­len­be­set­zung rele­vant waren. Auch hier soll­te recht­zei­tig Rechts­rat ein­ge­holt wer­den, wobei Mitsch u.a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.

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Dr. Chris­ti­na Mitsch     
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