(Stutt­gart) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm hat­te am 13.08.2009 über die Resi­denz­pflicht einer Gemein­de­re­fe­ren­tin zu ent­schei­den und die­se hier bejaht.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen” des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm (LAG)  vom 13. August 2009. Az. 16 Sa 1045/08.

In dem Fall steht die Klä­ge­rin seit neun Jah­ren bei dem beklag­ten Erz­bis­tum in einem Arbeits­ver­hält­nis als Gemein­de­re­fe­ren­tin. Auf das Arbeits­ver­hält­nis fin­det die kirch­li­che Arbeits- und Ver­gü­tungs­ord­nung (KAVO) Anwen­dung. Nach die­ser sind Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter im pas­to­ra­len Dienst, zu denen auch die Gemein­de­re­fe­ren­tin­nen gehö­ren, ver­pflich­tet, auf Ver­lan­gen des Arbeit­ge­bers den Wohn­sitz in der Ein­satz­ge­mein­de zu neh­men. Die Klä­ge­rin war zunächst in einem Pas­to­ral­ver­bund tätig, in dem sie mit ihrer Fami­lie auch ein Haus­grund­stück erwor­ben hat­te.

Zum 01.05.2007 wur­de sie auf eige­nen Wunsch in einen ande­ren Pas­to­ral­ver­bund ver­setzt, der cir­ca 8 km von ihrem Wohn­sitz ent­fernt liegt. Da sie dem Ver­lan­gen des Erz­bis­tums, ihren Wohn­sitz im Gebiet des Pas­to­ral­ver­bun­des zu neh­men, bis 30.10.2007 nicht nach­kam, wur­de sie am 19.11.2007 abge­mahnt. Mit ihrer beim Arbeits­ge­richt Pader­born erho­be­nen Kla­ge hat sich die Klä­ge­rin gegen die Abmah­nung gewandt und außer­dem die grund­sätz­li­che Fest­stel­lung, begehrt nicht an die Resi­denz­pflicht gebun­den zu sein. Das Arbeits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Hier­ge­gen rich­tet sich die Beru­fung des Erz­bis­tums.

Mit Urteil vom 13.08.2009 hat das LAG Hamm das Urteil des Arbeits­ge­richts Pader­born abge­än­dert und die Kla­ge abge­wie­sen, betont von Bre­dow.

Nach­dem das Erz­bis­tum die Beru­fung wegen der Abmah­nung zurück­ge­nom­men hat, war nur noch über die grund­sätz­li­che Ver­pflich­tung der Klä­ge­rin, ihren Wohn­sitz in der Ein­satz­ge­mein­de zu neh­men, zu ent­schei­den. Die­se Fra­ge hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm bejaht. In der münd­li­chen Ver­hand­lung vor der Beru­fungs­kam­mer hat­te sich näm­lich erst­mals her­aus­ge­stellt, dass die Klä­ge­rin bei ihrer Ver­set­zung in den ande­ren Pas­to­ral­ver­bund aus­drück­lich schrift­lich ihr Ein­ver­ständ­nis erklärt hat­te, ihren Wohn­sitz dort zu neh­men. Ob die in der KAVO gere­gel­te Resi­denz­pflicht unwirk­sam ist, wie das Arbeits­ge­richt ange­nom­men hat­te, konn­te von der Beru­fungs­kam­mer des­we­gen offen gelas­sen wer­den.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Revi­si­on zum Bun­des­ar­beits­ge­richt nicht zuge­las­sen.

Von Bre­dow emp­fahl, bei auf­kom­men­den Fra­gen dazu Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
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