Eine Leis­tungs­kla­ge gegen den Insol­venz­ver­wal­ter auf Zah­lung der Abfin­dung aus einem nach Anzei­ge der Mas­seun­zu­läng­lich­keit ver­ein­bar­ten Sozi­al­plan ist unzu­läs­sig …

(vdaa)  Eine Leis­tungs­kla­ge gegen den Insol­venz­ver­wal­ter auf Zah­lung der Abfin­dung aus einem nach Anzei­ge der Mas­seun­zu­läng­lich­keit ver­ein­bar­ten Sozi­al­plan ist unzu­läs­sig. § 209 Abs. 1 Nr. 2 InsO steht dem nicht ent­ge­gen. Die­se Vor­schrift hat für Sozi­al­plan­an­sprü­che kei­ne Bedeu­tung.

Tenor

1. Die Revi­si­on des Klä­gers gegen das Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düs­sel­dorf vom 21. Febru­ar 2008 — 15 Sa 2088/07 — wird zurück­ge­wie­sen.

2. Der Klä­ger hat die Kos­ten der Revi­si­on zu tra­gen.

Tat­be­stand

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Die Par­tei­en strei­ten über die Zuläs­sig­keit einer Leis­tungs­kla­ge auf Zah­lung der Abfin­dung aus einem vom Insol­venz­ver­wal­ter nach Anzei­ge der Mas­seun­zu­läng­lich­keit ver­ein­bar­ten Sozi­al­plan.

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Über das Ver­mö­gen der Schuld­ne­rin, deren Arbeit­neh­mer der Klä­ger war, ist am 1. Febru­ar 2007 das Insol­venz­ver­fah­ren eröff­net und der Beklag­te zum Insol­venz­ver­wal­ter bestellt wor­den. Bereits im Eröff­nungs­be­schluss wur­de das Vor­lie­gen von Mas­seun­zu­läng­lich­keit fest­ge­stellt. Der Beklag­te zeig­te dar­über hin­aus mit Schrei­ben vom 7. Febru­ar 2007, das am Fol­ge­tag beim Insol­venz­ge­richt ein­ging, Mas­seun­zu­läng­lich­keit an. Am 13. Febru­ar 2007 ver­ein­bar­te er mit dem bei der Schuld­ne­rin gewähl­ten Betriebs­rat einen Inter­es­sen­aus­gleich und Sozi­al­plan. Am 19. März 2007 kün­dig­te er das Arbeits­ver­hält­nis des Klä­gers zum 30. Juni 2007 rechts­wirk­sam. Aus dem Sozi­al­plan steht dem Klä­ger eine rech­ne­risch unstrei­ti­ge Abfin­dung von 18.061,48 Euro brut­to zu. Die­sen Anspruch hat der Beklag­te schrift­lich fest­ge­hal­ten. Bereits in der Kla­ge­er­wi­de­rung hat er erklärt, er wer­de den von ihm ver­ein­bar­ten Sozi­al­plan nach Maß­ga­be der Insol­venz­ord­nung ord­nungs­ge­mäß berück­sich­ti­gen.

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Mit der am 22. August 2007 beim Arbeits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge nimmt der Klä­ger den Beklag­ten in sei­ner Eigen­schaft als Insol­venz­ver­wal­ter auf Zah­lung der Sozi­al­pla­n­ab­fin­dung in Anspruch. Hilfs­wei­se begehrt er die Fest­stel­lung des Abfin­dungs­an­spruchs.

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Der Klä­ger hat die Ansicht ver­tre­ten, in der hier vor­lie­gen­den Kon­stel­la­ti­on sei die Sozi­al­plan­for­de­rung eine Neu­mas­se­ver­bind­lich­keit iSv. § 209 Abs. 1 Nr. 2 InsO. Des­we­gen ste­he ihr das Voll­stre­ckungs­ver­bot des § 210 InsO nicht ent­ge­gen. Aus der Rege­lung des § 210 InsO fol­ge im Umkehr­schluss, dass sämt­li­che Neu­mas­se­ver­bind­lich­kei­ten mit der Leis­tungs­kla­ge ver­folgt wer­den könn­ten. Dem ste­he § 123 Abs. 3 Satz 2 InsO nicht ent­ge­gen. Aus einem Voll­stre­ckungs­ver­bot fol­ge nicht zwangs­läu­fig die Unzu­läs­sig­keit der Leis­tungs­kla­ge. Hilfs­wei­se hat der Klä­ger gel­tend gemacht, in jedem Fall sei eine Fest­stel­lungs­kla­ge zuläs­sig.

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Der Klä­ger hat bean­tragt,

1. den Beklag­ten zu ver­ur­tei­len, an den Klä­ger 18.061,48 Euro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Basis­zins­satz seit dem 13. Febru­ar 2007 zu zah­len,

2. hilfs­wei­se fest­zu­stel­len, dass dem Klä­ger Mas­se­an­sprü­che in Höhe von 18.061,48 Euro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Basis­zins­satz hier­aus seit dem 13. Febru­ar 2007 zuste­hen.

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Der Beklag­te hat zur Begrün­dung sei­nes Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trags vor­ge­tra­gen, der Leis­tungs­kla­ge stün­den die Voll­stre­ckungs­ver­bo­te des § 123 Abs. 3 Satz 2 InsO sowie des § 210 InsO ent­ge­gen. Trotz ihrer Höher­stu­fung zu einer Mas­se­ver­bind­lich­keit sei­en Sozi­al­plan­for­de­run­gen gegen­über sons­ti­gen Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten nach­ran­gig. Die Fest­stel­lungs­kla­ge sei unzu­läs­sig. Er bestrei­te den Anspruch des Klä­gers nicht. Es bestün­den kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass er gera­de die For­de­rung des Klä­gers miss­ach­ten wer­de. Viel­mehr wer­de er als Insol­venz­ver­wal­ter die For­de­run­gen aus dem Sozi­al­plan von Amts wegen unter Beach­tung der gesetz­li­chen Rang­fol­ge berück­sich­ti­gen.

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Die Vor­in­stan­zen haben die Kla­ge abge­wie­sen.

Ent­schei­dungs­grün­de

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Die Revi­si­on ist unbe­grün­det.

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I. Zu Recht hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Leis­tungs­kla­ge als unzu­läs­sig abge­wie­sen.

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1. For­de­run­gen aus einem nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens auf­ge­stell­ten Sozi­al­plan sind gem. § 123 Abs. 2 Satz 1 InsO Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten, die nach § 53 InsO vor­weg zu befrie­di­gen sind. § 123 Abs. 3 Satz 2 InsO bestimmt jedoch, dass eine Zwangs­voll­stre­ckung in die Mas­se wegen einer Sozi­al­plan­for­de­rung schlecht­hin unzu­läs­sig ist. Nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung in Recht­spre­chung und Lite­ra­tur fehlt des­we­gen einer Leis­tungs­kla­ge gegen den Insol­venz­ver­wal­ter wegen For­de­run­gen aus einem von ihm ver­ein­bar­ten Sozi­al­plan das erfor­der­li­che Recht­schutz­be­dürf­nis, weil ein ent­spre­chen­der Leis­tungs­ti­tel dau­er­haft kei­ne Voll­stre­ckungs­grund­la­ge wäre. Der Gläu­bi­ger ist auf den Weg der Fest­stel­lungs­kla­ge ver­wie­sen (BAG 22. Novem­ber 2005 — 1 AZR 458/04 — Rn. 14, AP BetrVG 1972 § 112 Nr. 176 = EzA BetrVG 2001 § 112 Nr. 15; 31. Juli 2002 — 10 AZR 275/01 — BAGE 102, 82, 84; für das Voll­stre­ckungs­ver­bot nach § 210 InsO grund­le­gend BAG 11. Dezem­ber 2001 — 9 AZR 459/00 — AP InsO § 209 Nr. 1 = EzA InsO § 210 Nr. 1; wei­te­re Nachw. zur Rspr. zu § 210 InsO sie­he LAG Hamm 27. Okto­ber 2005 — 4 Sa 1709/04 — Rn. 50; FK/InsO/Eisenbeis 5. Aufl. § 123 Rn. 21; Nerlich/Römermann/Hamacher InsO Stand Mai 2007 § 123 Rn. 43 f.; Braun/Wolf InsO 3. Aufl. § 123 Rn. 14; Linck in HK/InsO 5. Aufl. § 123 Rn. 26). Ob davon bei Strei­tig­kei­ten über die gleich­mä­ßi­ge Befrie­di­gung von gleich­ran­gi­gen Gläu­bi­gern eine Aus­nah­me zu machen ist (LAG Hamm 27. Okto­ber 2005 — 4 Sa 1709/04 -; ableh­nend Nerlich/Römermann/Hamacher InsO Stand Mai 2007 § 123 Rn. 44), kann dahin­ste­hen. Eine der­ar­ti­ge Fall­kon­stel­la­ti­on liegt hier nicht vor.

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2. Etwas ande­res ergibt sich nicht dar­aus, dass der Beklag­te den Sozi­al­plan nach Anzei­ge der Mas­seun­zu­läng­lich­keit ver­ein­bart hat. § 209 Abs. 1 Nr. 2 InsO ist kei­ne Spe­zi­al­re­ge­lung, die nach Anzei­ge der Mas­seun­zu­läng­lich­keit das in § 123 Abs. 3 Satz 2 InsO ent­hal­te­ne Voll­stre­ckungs­ver­bot ver­drängt. Viel­mehr hat § 209 Abs. 1 Nr. 2 InsO für Sozi­al­plan­an­sprü­che auf­grund der in § 123 Abs. 2 Satz 2 und 3 InsO gere­gel­ten Berech­nungs­wei­se kei­ne Bedeu­tung (BT-Drucks. 12/2443 S. 220).

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§ 123 Abs. 2 Satz 2 und 3 InsO set­zen eine rela­ti­ve Ober­gren­ze für die Erfül­lung von Sozi­al­plan­an­sprü­chen. Danach darf außer in den Fäl­len des Zustan­de­kom­mens eines Insol­venz­plans für die Berich­ti­gung von Sozi­al­plan­for­de­run­gen nicht mehr als ein Drit­tel der Mas­se ver­wen­det wer­den, die ohne den Sozi­al­plan für die Ver­tei­lung an die Insol­venz­gläu­bi­ger zur Ver­fü­gung stün­de. Wird die­se Gren­ze über­schrit­ten, sind die ein­zel­nen Sozi­al­plan­for­de­run­gen antei­lig zu kür­zen. Die tat­säch­li­che Höhe der Sozi­al­plan­an­sprü­che kann also erst dann fest­ge­stellt wer­den, wenn alle ande­ren Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten berich­tigt sind, denn erst dann lässt sich ein Drit­tel aus der fik­ti­ven Tei­lungs­mas­se berech­nen (Braun/Wolf InsO 3. Aufl. § 123 Rn. 12). Dar­aus folgt, dass im Fal­le der Mas­seun­zu­läng­lich­keit kei­ne Sozi­al­plan­an­sprü­che bestehen. Sozi­al­plan­for­de­run­gen kön­nen nicht berich­tigt wer­den, weil die Mas­se schon nicht aus­reicht, um alle Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten und Mas­se­kos­ten gem. § 53 InsO vor­weg zu berich­ti­gen (MünchKommInsO/Löwisch/Caspers 2. Aufl. § 123 Rn. 69; Linck in HK/InsO 5. Aufl. § 123 Rn. 25). Sozi­al­plan­an­sprü­che sind ledig­lich letztran­gi­ge Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten, die bei der Ver­tei­lung nach § 209 InsO kei­ner­lei Rol­le spie­len. Dazu bedarf es kei­ner aus­drück­li­chen Rege­lung in § 209 InsO. Dies folgt viel­mehr unmit­tel­bar aus den Vor­schrif­ten über die Kür­zung der Sozi­al­plan­an­sprü­che bei gerin­ger Mas­se (BT-Drucks. 12/2443 S. 220; LAG Hamm 27. Okto­ber 2005 — 4 Sa 1709/04 — Rn. 51; Uhlen­bruck InsO 12. Aufl. § 209 Rn. 19; Linck in HK/InsO 5. Aufl. § 123 Rn. 24; FK/InsO/Kießner 5. Aufl. § 209 Rn. 11). Die Höher­stu­fung der Sozi­al­plan­for­de­rung von einer bevor­rech­tig­ten Kon­kurs­for­de­rung (§§ 2, 4 Satz 1 Soz­PlKon­kG iVm. § 61 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a KO) zu einer Mas­se­ver­bind­lich­keit hat die Rechts­stel­lung der Sozi­al­plan­gläu­bi­ger somit nur for­mell ver­bes­sert und im Wesent­li­chen das Erfor­der­nis zur Anmel­dung und Fest­stel­lung von Sozi­al­plan­for­de­run­gen ent­fal­len las­sen (BT-Drucks. 12/2443 S. 154).

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Die vom Klä­ger ange­führ­te Lite­ra­tur (Roth FS Gaul S. 573; Runkel/Schnurbusch NZI 2000, 49; Krö­pe­lin ZIP 2003, 2341) setzt sich mit den ange­führ­ten Fol­gen der in § 123 Abs. 2 Satz 2 und 3 InsO gere­gel­ten Berech­nungs­wei­se für die Berich­ti­gung von Sozi­al­plan­for­de­run­gen bei Mas­seun­zu­läng­lich­keit nicht aus­ein­an­der und ist des­halb für sei­ne Rechts­auf­fas­sung uner­gie­big.

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3. Sozi­al­plan­an­sprü­che aus einem nach Anzei­ge der Mas­seun­zu­läng­lich­keit ver­ein­bar­ten Sozi­al­plan sind trotz der Rege­lung in § 123 Abs. 2 Satz 2 und 3 InsO nicht von vorn­her­ein wirt­schaft­lich wert­los. Die Anzei­ge der Mas­seun­zu­läng­lich­keit, die gem. § 208 Abs. 1 Satz 2 InsO bereits bei einer ledig­lich dro­hen­den Unzu­läng­lich­keit erfol­gen kann, beruht auf einer Pro­gno­se des Insol­venz­ver­wal­ters, deren Grund­la­gen sich nach­träg­lich — etwa durch unver­hoff­te Ver­wer­tung von Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den oder Erfül­lung von For­de­run­gen des Schuld­ners — ändern kön­nen. Dar­auf hat die Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Beklag­ten in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Senat zu Recht hin­ge­wie­sen. Ent­fällt dadurch die Mas­seun­zu­läng­lich­keit, kommt eine Rück­kehr ins regu­lä­re Insol­venz­ver­fah­ren in Betracht (zum Streit­stand FK/InsO/Kießner 5. Aufl. § 208 Rn. 19 ff.; Land­fer­mann in HK/InsO 5. Aufl. § 208 Rn. 24).

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II. Der Kla­ge auf Fest­stel­lung des Abfin­dungs­an­spruchs fehlt das erfor­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se. Auch dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt zutref­fend erkannt.

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1. Aller­dings hat der Ers­te Senat in sei­ner Ent­schei­dung vom 22. Novem­ber 2005 (- 1 AZR 458/04 — Rn. 14, AP BetrVG 1972 § 112 Nr. 176 = EzA BetrVG 2001 § 112 Nr. 15) aus­ge­führt, dass der Gläu­bi­ger wegen der Unzu­läs­sig­keit der Leis­tungs­kla­ge auf den Weg der Fest­stel­lungs­kla­ge ver­wie­sen sei und einer sol­chen Kla­ge des­halb das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se nicht ver­sagt wer­den kön­ne. Damit soll­te jedoch nur klar­ge­stellt wer­den, dass der Vor­rang der Leis­tungs­kla­ge der Zuläs­sig­keit der Fest­stel­lungs­kla­ge nicht ent­ge­gen­steht (vgl. BAG 22. Juli 2003 — 1 AZR 541/02 — BAGE 107, 91, 92). Das erfor­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se folgt auch nicht dar­aus, dass der Sozi­al­plan­an­spruch als Mas­se­ver­bind­lich­keit nicht in einem den § 174 ff. InsO ent­spre­chen­den Fest­stel­lungs­ver­fah­ren fest­ge­stellt und nicht mit einem mit § 178 Abs. 3 InsO ver­gleich­ba­ren Voll­stre­ckungs­ti­tel ver­bun­den ist (in die­sem Sinn aber mög­li­cher­wei­se Oet­ker Anm. zu BAG 22. Juli 2003 — 1 AZR 541/02 — AP BetrVG 1972 § 113 Nr. 42 unter I 2). Auch Sozi­al­plan­an­sprü­che kön­nen nur mit der Fest­stel­lungs­kla­ge ver­folgt wer­den, wenn dem Recht des Gläu­bi­gers eine gegen­wär­ti­ge Gefahr der Unsi­cher­heit dadurch droht, dass der Insol­venz­ver­wal­ter das Recht des Gläu­bi­gers ernst­lich bestrei­tet, und wenn das erstreb­te Urteil infol­ge sei­ner Rechts­kraft geeig­net ist, die­se Gefahr zu besei­ti­gen (vgl. all­ge­mein zum Fest­stel­lungs­in­ter­es­se BAG 2. Dezem­ber 1999 — 8 AZR 796/98 — zu I 3 b der Grün­de, AP BGB § 613a Nr. 188 = EzA BGB § 613a Nr. 188; BGH 7. Febru­ar 1986 — V ZR 201/84 — NJW 1986, 2507). Lie­gen die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht vor, fehlt das erfor­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se.

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2. Der Beklag­te hat den Sozi­al­plan­an­spruch des Klä­gers weder vor­pro­zes­su­al noch im gesam­ten Ver­fah­ren dem Grun­de und der Höhe nach jemals in Fra­ge gestellt. Der Klä­ger hat auch kei­ner­lei Anhalts­punk­te dafür dar­ge­legt, dass der Beklag­te gera­de ihn gegen­über ande­ren Sozi­al­plan­gläu­bi­gern benach­tei­li­gen wird. Im Gegen­teil ist die Behaup­tung des Beklag­ten aus der Beru­fungs­er­wi­de­rung, er wer­de die For­de­run­gen aus dem Sozi­al­plan von Amts wegen unter Beach­tung der gesetz­li­chen Rang­fol­ge berück­sich­ti­gen, unwi­der­spro­chen geblie­ben. Der Umstand, dass der Beklag­te dem Leis­tungs­be­geh­ren unter Hin­weis auf die Voll­stre­ckungs­ver­bo­te der Insol­venz­ord­nung ent­ge­gen­ge­tre­ten ist, bedeu­tet nicht, dass er sich etwa eines gegen Grund und Höhe die­ses Anspruchs gerich­te­ten Rechts berühmt. Der Fest­stel­lung des Abfin­dungs­an­spruchs bedarf der Klä­ger daher nicht (vgl. BGH 17. März 2005 — IX ZB 247/03 — zu III 2 der Grün­de, ZIP 2005, 817; vgl. auch 9. Okto­ber 2008 — IX ZB 129/07 — Rn. 11, NJW-RR 2009, 59).

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3. Das unein­ge­schränk­te Fest­hal­ten an den genann­ten zivil­pro­zes­sua­len Anfor­de­run­gen erscheint vor­lie­gend um so mehr gebo­ten, weil unnö­ti­ge Fest­stel­lungs­ver­fah­ren die Mas­se gefähr­den. Bil­ligt man dem Sozi­al­plan­gläu­bi­ger ohne jeg­li­chen Anhalts­punkt dafür, dass sei­ne For­de­rung nicht ent­spre­chend den Regeln der Insol­venz­ord­nung erfüllt wer­den wird, Anspruch auf einen Titel zu, wird die Mas­se mit den dadurch ent­ste­hen­den Pro­zess­kos­ten belas­tet. Selbst wenn der Insol­venz­ver­wal­ter die For­de­rung sofort aner­kennt, trägt die Mas­se wegen der arbeits­recht­li­chen Son­der­re­ge­lung in § 12a ArbGG etwai­ge außer­ge­richt­li­che Kos­ten des Insol­venz­ver­wal­ters .

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III. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.