(Stutt­gart) Wer für eine Aus­lands­tä­tig­keit ein­ge­stellt und anschlie­ßend nicht beim glei­chen Arbeit­ge­ber im Inland wei­ter­be­schäf­tigt wer­de, ist wäh­rend sei­nes Aus­land­ein­sat­zes nicht gesetz­lich unfall­ver­si­chert.

Dar­auf ver­weist der Lör­ra­cher Fach­an­walt für Arbeits- und Sozi­al­recht Bodo Kuhn, Mit­glied des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts (LSG Hes­sen) vom 29.11.2011 zu sei­nem Urteil, Az.: L 3 U 170/07.

Ein Mann aus dem Land­kreis Kas­sel ver­letz­te sich wäh­rend eines Hilfs­ein­sat­zes in Russ­land. Er beglei­te­te unent­gelt­lich einen von einer Lands­mann­schaft in Zusam­men­ar­beit mit dem Deut­schen Roten Kreuz orga­ni­sier­ten Hilfs­trans­port. Auf­grund sei­ner rus­si­schen Sprach­kennt­nis­se soll­te er ins­be­son­de­re an der pol­nisch-rus­si­schen Gren­ze über­set­zen. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft lehn­te die Aner­ken­nung als Arbeits­un­fall ab, weil zum Unfall­zeit­punkt kein inlän­di­sches Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis bestan­den habe. Der ver­letz­te Mann klag­te hier­ge­gen mit der Begrün­dung, dass er bei der als Ver­ein orga­ni­sier­ten Lands­mann­schaft beschäf­tigt gewe­sen sei.

Sozi­al­ge­richt und Lan­des­so­zi­al­ge­richt gaben der Berufs­ge­nos­sen­schaft Recht, so Kuhn.

Grund­sätz­lich sei­en nur Unfäl­le im Inland gesetz­lich ver­si­chert. Ver­si­che­rungs­schutz im Aus­land bestehe aus­nahms­wei­se, wenn der Ver­un­glück­te aus einem inlän­di­schen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis her­aus für eine begrenz­te Tätig­keit ins Aus­land ent­sandt wer­de und die anschlie­ßen­de Wei­ter­be­schäf­ti­gung im Inland gesi­chert sei. Ana­log gel­te dies auch für ehren­amt­lich Täti­ge. Zu Las­ten der bei­trags­pflich­ti­gen Arbeit­ge­ber sol­le nicht ein­sei­tig eine deut­sche Ver­si­che­rungs­pflicht im Aus­land geschaf­fen wer­den, ohne dass dies durch ein im Inland bestehen­des Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis gerecht­fer­tigt wäre.

Der ver­letz­te Mann sei jedoch von der Lands­mann­schaft erst­mals für einen Hilfs­ein­satz um Mit­hil­fe gebe­ten wor­den. Eine fort­ge­setz­te Tätig­keit im Inland sei weder zu die­sem Zeit­punkt gesi­chert noch spä­ter erfolgt. Gesetz­li­cher Ver­si­che­rungs­schutz für Tätig­kei­ten im Aus­land kön­ne aller­dings – so die Darm­städ­ter Rich­ter — über eine frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung erreicht wer­den kön­nen. Die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen.

Kuhn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

 

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Bodo Kuhn
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