Jah­re­lan­ge gra­vie­ren­de Pflicht­ver­let­zun­gen kön­nen den Ein­wand des Rechts­miss­brauchs gegen die vom Arbeit­neh­mer gel­tend gemach­ten Ver­sor­gungs­an­sprü­che begrün­den. Die bewie­se­ne Betriebs­treue muss sich nach­träg­lich als wert­los oder zumin­dest erheb­lich ent­wer­tet her­aus­stel­len.…

Für die Beur­tei­lung sind weder die Schä­di­gung als sol­che noch die Scha­dens­sum­me ent­schei­dend. Es ist eine Gesamt­ab­wä­gung vor­zu­neh­men. Es kann auch eine teil­wei­se Ver­sa­gung der Ver­sor­gungs­an­sprü­che mit dem Inhalt gerecht­fer­tigt sein, dass die Zeit der Treue­pflicht­ver­let­zung für die Ver­sor­gungs­hö­he unbe­rück­sich­tigt bleibt (BAG Urteil vom 19.06.1980 — 3 AZR 137/79 — AP Nr. 2 zu § 1 BetrAVG; BAG Urteil vom 08.02.1983 — 3 AZR 463/80 — AP Nr. 7 zu § 1 BetrAVG Treue­bruch); zuletzt aber offen gelas­sen: BAG Urteil vom 08.05.1990 — 3 AZR 152/88 — AP Nr. 10 zu § 1BetrAVG (hier: 33 Jah­re kor­rek­te Ver­trags­er­fül­lung im Ver­hält­nis zu Pflicht­ver­let­zun­gen über fünf Jah­re).

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