(Stutt­gart) Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt Frank­furt hat soeben die frist­lo­se Kün­di­gung eines Mit­ar­bei­ters nach mehr als 25-jäh­ri­ger Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit bestä­tigt, der bei der Zeit­er­fas­sung getrickst hat­te.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Hess. Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) vom 26. August 2014 zu sei­nem Urteil vom 17. Febr. 2014, Az. 16 Sa 1299/13.

Der ver­hei­ra­te­te 46 Jah­re alte Klä­ger, der Vater eines Kin­des ist, war seit mehr als 25 Jah­ren in einer Groß­metz­ge­rei beschäf­tigt. Beim Ver­las­sen des Pro­duk­ti­ons­be­reichs wegen pri­va­ter Arbeits­un­ter­bre­chun­gen müs­sen die Mit­ar­bei­ter eine Zeit­er­fas­sung über einen Chip bedie­nen. Eben­so müs­sen sie sich rück­mel­den, wenn sie den Pro­duk­ti­ons­be­reich wie­der betre­ten. Der Klä­ger wur­de dabei beob­ach­tet, dass er den Chip in sei­ner Geld­bör­se ließ und zusätz­lich mit sei­ner Hand abschirm­te, wenn er die­sen vor das Zeit­er­fas­sungs­ge­rät zum An- und Abmel­den hielt. Eine Kon­trol­le durch den Arbeit­ge­ber ergab, dass der Klä­ger in 1,5 Mona­ten so Pau­sen von ins­ge­samt mehr als 3,5 Stun­den gemacht hat­te, ohne sich an- und abzu­mel­den. Die Zei­ten waren bezahlt wor­den.

Arbeits­ge­richt und Lan­des­ar­beits­ge­richt haben die frist­lo­se Kün­di­gung wegen Arbeits­zeit­be­trugs für gerecht­fer­tigt gehal­ten. Die Zeit­er­fas­sung pie­pe, wenn ein Mit­ar­bei­ter sich an- oder abmel­de. Ein Ver­se­hen des Klä­gers sei aus­ge­schlos­sen. Die­ser habe bewusst nur so getan, als wür­de er die Anla­ge bedie­nen. Wegen des feh­len­den akus­ti­schen Signals habe die­ser gewusst, dass er den Chip erfolg­reich abge­deckt hat­te.

Dem Arbeit­ge­ber sei es wegen des vor­sätz­li­chen Betrugs nicht zumut­bar, nur mit einer Abmah­nung zu reagie­ren. Der Ver­trau­ens­bruch wie­ge schwe­rer als die lan­ge Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit. Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Revi­si­on zum Bun­des­ar­beits­ge­richt nicht zuge­las­sen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
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