Erstellt ein Arbeit­neh­mer einen fal­schen Pfand­bon, um sich unter Ver­let­zung des Ver­mö­gens sei­nes Arbeit­ge­bers das Pfand­geld rechts­wid­rig zuzu­eig­nen, ist der mit einer der­ar­ti­gen Pflicht­ver­let­zung ver­bun­de­ne Ver­trau­ens­bruch auch bei einem gering­fü­gi­gen Scha­den jeden­falls dann beson­ders gra­vie­rend, wenn der betref­fen­de Arbeit­neh­mer gera­de damit betraut ist, die Ver­mö­gens­in­ter­es­sen des Arbeit­ge­bers zu wah­ren, wie dies bei einer Kas­sie­re­rin der Fall ist. Der Ver­stoß gegen eine Ver­ein­ba­rung mit dem Betriebs­rat, eine mit Zustim­mung des Betriebs­rats vor­ge­nom­me­ne Video­über­wa­chung nur im Bei­sein des Betriebs­rats aus­zu­wer­ten, führt jeden­falls dann nicht zu einem Beweis­ver­wer­tungs­ver­bot, wenn der Betriebs­rat der Ver­wen­dung als Beweis­mit­tel und der dar­auf gestütz­ten Kün­di­gung zustimmt und die Beweis­ver­wer­tung nach den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen gerecht­fer­tigt ist. Bei im Rah­men einer Video­über­wa­chung sich erge­ben­den “Zufalls­fun­den” muss das Beweis­in­ter­es­se des Arbeit­ge­bers höher zu gewich­ten sein als das Inter­es­se des Arbeit­neh­mers an der Ach­tung sei­nes all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts.

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