(Stutt­gart) In einem soeben ver­kün­de­tem Urteil hat die 1. Lan­des­dis­zi­pli­nar­kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf ent­schie­den, dass Leh­rer ohne dis­zi­pli­na­ri­sche Kon­se­quen­zen strei­ken dür­fen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Fach­an­walt für Arbeits­recht Jens Klar­mann, Vize­prä­si­dent des VdAA  — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, auf die am 15.12.2010 ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts (VG) Düs­sel­dorf — 31 K 3904/10.O.

In dem Ver­fah­ren klag­te eine beam­te­te Leh­re­rin gegen eine Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gung der Bezirks­re­gie­rung Köln. Die­se hat­te gegen die Klä­ge­rin eine Geld­bu­ße in Höhe von 1.500,– Euro ver­hängt, weil sie im Janu­ar und Febru­ar 2009 an drei Tagen an Warn­streiks der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft teil­ge­nom­men hat­te.

Mit dem soeben ver­kün­de­tem Urteil hat die 1. Lan­des­dis­zi­pli­nar­kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf die­se Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gung auf­ge­ho­ben, so Klar­mann.

Zur Begrün­dung führ­te der Vor­sit­zen­de in sei­ner münd­li­chen Urteils­be­grün­dung aus: Bei der Teil­nah­me an den Warn­streiks han­de­le es sich zwar um ein Dienst­ver­ge­hen, weil es zu den im Grund­ge­setz ver­an­ker­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums gehö­re, dass Beam­te nicht strei­ken dürf­ten. Nach der neue­ren Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te in Straß­burg ver­sto­ße die Ver­hän­gung von Dis­zi­pli­nar­maß­nah­men gegen bestimm­te Beam­ten­grup­pen, ins­be­son­de­re Leh­rer, wegen Teil­nah­me an Streiks jedoch gegen die in der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on garan­tier­te Koali­ti­ons­frei­heit. Die­se Recht­spre­chung sei im Rah­men der völ­ker­rechts­freund­li­chen Aus­le­gung des Dis­zi­pli­nar­rechts zu berück­sich­ti­gen.

Wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Sache hat die Kam­mer die Beru­fung gegen das Urteil beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter zuge­las­sen.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten sowie in Zwei­fels­fäl­len um Rechts­rat nach­zu­su­chen, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.    

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht 
VdAA – Vize­prä­si­dent
c/o  Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen  
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel.: 0431 – 974 300
Fax: 0431 – 974 3099
j.klarmann@pani-c.de 
www.pani-c.de