(Stutt­gart) Das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf hat ent­schie­den, dass ein schwer­be­hin­der­ter Klä­ger aus Kre­feld, der nach einem Hirn­in­farkt 1 1/2 Jah­re krank war und anschlie­ßend mit einer Wie­der­ein­glie­de­rungs­maß­nah­me ins Erwerbs­le­ben zurück­kehr­te, einen Rentenan­spruch hat.

Dies, so der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen” des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf das am 09.11.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Sozi­al­ge­richts Düs­sel­dorf vom 07.09.2009, Az.: S 52 (10) R 191/07, gel­te auch dann, wenn er bis zum Ein­tritt der auf ande­ren medi­zi­ni­schen Grün­den beru­hen­den Erwerbs­un­fä­hig­keit nach der Wie­der­ein­glie­de­rung ledig­lich ca. 7 Wo­chen voll gear­bei­tet hat.

Die Kam­mer sah die ren­ten­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, dass der Klä­ger die letz­ten fünf Jah­re vor Ein­tritt des Ver­si­che­rungs­falls min­des­tens 3 Jah­re Pflicht­bei­trä­ge ent­richtet hat, als erfüllt an. Ent­ge­gen der Rechts­an­sicht der Beklag­ten sei der Leis­tungsfall, also die dau­ern­de Erwerbs­un­fä­hig­keit, nicht schon mit dem Hirn­in­farkt Ende 2004 ein­ge­tre­ten. Der Klä­ger habe nach Abschluss der Wie­der­ein­glie­de­rung von Juni 2006 bis Ende Juli 2006 sei­ne beruf­li­che Tätig­keit von einem spe­zi­ell aus­gestatteten Heim­ar­beits­platz als Voll­zeit­tä­tig­keit aus­ge­übt.

Die ent­ge­gen­ste­hen­de Auf­fas­sung der Beklag­ten, dass die Wie­der­ein­glie­de­rungs­maß­nah­me letzt­lich erfolg­los gewe­sen sei, sei in kei­ner Wei­se nach­voll­zieh­bar. Allein der Umstand, dass der Klä­ger voll­schich­tig gear­bei­tet habe — und dies nach gut­ach­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen ohne Gefähr­dung der Gesund­heit — zei­ge, dass die zwi­schen­zeit­lich durch den Hirn­in­farkt ein­ge­tre­te­ne Erwerbs­un­fä­hig­keit wie­der auf­ge­ho­ben war. Im Anschluss an die Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts sei davon aus­zu­ge­hen, dass derjeni­ge, der tat­säch­lich arbei­te, auch arbeits­fä­hig sei.

Der wei­te­re Ein­wand der Beklag­ten, dass es sich bei der vom Klä­ger ver­rich­te­ten Tä­tigkeit um Arbeit im geschütz­ten Raum han­de­le, sei ange­sichts des Umstan­des, dass die Beklag­te sehr wohl Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge für die Tätig­keit des Klä­gers ent­gegen genom­men habe und es sich im Übri­gen um eine gut dotier­te Tätig­keit gehan­delt habe, in keins­ter Wei­se nach­voll­zieh­bar und stel­le eine mit dem Grund­ge­setz nicht ver­ein­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung behin­der­ter Beschäf­tig­ter dar. Das Urteil ist rechts­kräf­tig.

Von Bre­dow emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei auf­kom­men­den Fra­gen dazu Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.

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