(Stutt­gart) Das Arbeits­ver­hält­nis eines Sicher­heits­mit­ar­bei­ters kann außer­or­dent­lich frist­los gekün­digt wer­den, wenn er die ihm oblie­gen­de Aus­gangs­kon­trol­le in einem beson­ders zu sichern­den Bereich wäh­rend eines erheb­li­chen Zeit­raums ohne Grund ver­lässt.

Dar­auf ver­weist der Bre­mer Fach­an­walt für Arbeits­recht und Gewerb­li­chen Rechts­schutz Klaus-Die­ter Fran­zen, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Bre­men“ des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V., unter Hin­weis auf eine Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg vom 09. Sep­tem­ber 2015, Az.: 17 Sa 810/15.

Der Klä­ger wur­de im Bereich des Pro­duk­ti­ons­aus­gan­ges einer Münz­prä­ge­an­stalt für die Kon­trol­le der Mit­ar­bei­ter ein­ge­setzt. Die Mit­ar­bei­ter müs­sen ein Dreh­kreuz pas­sie­ren, wenn sie die­se Abtei­lung ver­las­sen möch­ten. Dabei wer­den die Mit­ar­bei­ter nach dem Zufalls­prin­zip von dem ein­ge­setz­ten Wach­per­so­nal über­prüft. Der Klä­ger schal­te­te den Zufalls­ge­ne­ra­tor aus und ver­ließ sei­nen Kon­troll­pos­ten, ohne einen ande­ren Mit­ar­bei­ter zu infor­mie­ren. Er nahm ein Kunst­stoff­rohr­stück an und mit sich. Die Pro­duk­ti­ons­mit­ar­bei­ter konn­ten wäh­rend sei­ner Abwe­sen­heit ihren Arbeits­platz über einen län­ge­ren Zeit­raum unge­hin­dert ver­las­sen. Es wur­de Gold im Wert von 74.000,00 Euro ent­wen­det.

Das Arbeits­ge­richt war der Auf­fas­sung, die Beklag­te kön­ne das Ver­las­sen des Wach­raums und die Mit­nah­me des Kunst­stoff­rohr­stücks ledig­lich zum Anlass für eine Abmah­nung neh­men; eine Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses sei unver­hält­nis­mä­ßig. Anders noch als die Vor­in­stanz sah jedoch das Lan­des­ar­beits­ge­richt die von der Beklag­ten aus­ge­spro­che­ne außer­or­dent­li­che frist­lo­se Kün­di­gung als wirk­sam an.

Danach habe der Klä­ger das beson­de­re Inter­es­se der Beklag­ten an effek­ti­ven Sicher­heits­maß­nah­men ver­letzt, indem er sich aus dem Kon­troll­be­reich ent­fern­te und unbe­wacht ließ. Mit der uner­laub­ten Mit­nah­me eines Gegen­stan­des habe der Arbeit­neh­mer zudem ein Ver­hal­ten an den Tag gelegt, das gera­de mit sei­ner Beschäf­ti­gung habe ver­hin­dert wer­den sol­len. Dem beklag­ten Unter­neh­men war es ange­sichts die­ser schwe­ren Pflicht­ver­let­zun­gen nicht zuzu­mu­ten, den Klä­ger zunächst abzu­mah­nen und ihn anschlie­ßend wie­der als Sicher­heits­mit­ar­bei­ter zu beschäf­ti­gen.

Fran­zen emp­fahl, dies zu beach­ten und riet er bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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