(Stutt­gart) Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat soeben dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on meh­re­re Fra­gen zur Beschrän­kung der Lizenz älte­rer Pilo­ten vor­ge­legt.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 27.01.2016 zu sei­nem Beschluss vom sel­ben Tage, Az. 5 AZR 263/15 (A).

Der Klä­ger war seit 1986 bei der Beklag­ten als Flug­ka­pi­tän beschäf­tigt und dane­ben auch in der Aus­bil­dung ande­rer Pilo­ten ein­ge­setzt. Er voll­ende­te im Okto­ber 2013 das 65. Lebens­jahr und schied mit Errei­chen der Regel­al­ters­gren­ze zum 31. Dezem­ber 2013 aus. In den Mona­ten Novem­ber und Dezem­ber 2013 beschäf­tig­te die Beklag­te den Klä­ger nicht. Sie hat sich dar­auf beru­fen, der Klä­ger dür­fe nach Voll­endung des 65. Lebens­jah­res nicht mehr im gewerb­li­chen Luft­ver­kehr tätig sein. Der Klä­ger for­dert für die­se bei­den Mona­te Ver­gü­tung.

Die Vor­in­stan­zen haben der Kla­ge über­wie­gend statt­ge­ge­ben. Mit der Revi­si­on ver­folgt die Beklag­te ihren Antrag auf Kla­ge­ab­wei­sung wei­ter, wäh­rend der Klä­ger die Statt­ga­be sei­nes Kla­ge­an­trags in vol­ler Höhe erstrebt. Für den Senat ist es erheb­lich, ob FCL.065 b des Anhangs I der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1178/2011 vom 3. Novem­ber 2011, wonach ein Inha­ber einer Pilo­ten­li­zenz, der das Alter von 65 Jah­ren erreicht hat, nicht als Pilot eines Luft­fahr­zeugs im gewerb­li­chen Luft­ver­kehr tätig sein darf, mit der Char­ta der Grund­rech­te der Euro­päi­schen Uni­on (GRC) ver­ein­bar ist. Des­halb hat der Fünf­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on nach Art. 267 AEUV fol­gen­de Fra­gen zur Gül­tig­keit und Aus­le­gung des Uni­ons­rechts vor­ge­legt:

1. Ist FCL .065 b des Anhangs I der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1178/2011 mit dem Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung wegen des Alters in Art. 21 Abs. 1 GRC ver­ein­bar?

2. Ist FCL.065 b des Anhangs I der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1178/2011 mit Art. 15 Abs. 1 GRC, wonach jede Per­son das Recht hat zu arbei­ten und einen frei gewähl­ten oder ange­nom­me­nen Beruf aus­zu­üben, ver­ein­bar?

3. Falls die ers­te und zwei­te Fra­ge bejaht wer­den:

a) Fal­len unter den Begriff des „gewerb­li­chen Luft­ver­kehrs“ im Sin­ne der FCL.065 b bzw. der Bestim­mung die­ses Begriffs in FCL.010 des Anhangs I der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1178/2011 auch sog. Leer­flü­ge im Gewer­be­be­trieb eines Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­mens, bei denen weder Flug­gäs­te, noch Fracht oder Post beför­dert wer­den?

b) Fal­len unter den Begriff des „gewerb­li­chen Luft­ver­kehrs“ im Sin­ne der FCL.065 b bzw. der Bestim­mung die­ses Begriffs in FCL.010 des Anhangs I der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1178/2011 die Aus­bil­dung und Abnah­me von Prü­fun­gen, bei denen der über 65-jäh­ri­ge Pilot sich als nicht flie­gen­des Mit­glied der Crew im Cock­pit des Flug­zeugs auf­hält?

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Micha­el Henn
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