(Stutt­gart) Gesetz­lich Ver­si­cher­te haben wäh­rend einer ambu­lan­ten Vor­sor­ge­kur gegen ihren Arbeit­ge­ber aus­schließ­lich dann Anspruch auf Ent­gelt­fort­zah­lung, wenn die vom Sozi­al­leis­tungs­trä­ger (zB Kran­ken­kas­se) bewil­lig­te Maß­nah­me in einer Ein­rich­tung der medi­zi­ni­schen Vor­sor­ge oder Reha­bi­li­ta­ti­on iSd. § 107 Abs. 2 SGB V* durch­ge­führt wird und kei­nen urlaubs­mä­ßi­gen Zuschnitt hat.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 25.05.2016 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 5 AZR 298/15.

Die Klä­ge­rin ist seit 2002 beim beklag­ten Land als Köchin beschäf­tigt. Vom 4. bis zum 24. Okto­ber 2013 unter­zog sie sich einer von der AOK Nie­der­sach­sen bezu­schuss­ten ambu­lan­ten Kur auf der Insel Lan­ge­oog. Im dor­ti­gen Kur- und Well­ness­cen­ter erhielt sie nach ihrem Vor­bin­gen ins­ge­samt 30 Anwen­dun­gen, näm­lich je sechs Meer­was­ser­warm­bä­der, Bewe­gungs­bä­der, Mas­sa­gen, Schlick­pa­ckun­gen und Lymph­drai­na­gen. Außer­dem soll­te sie täg­lich in der Bran­dungs­zo­ne inha­lie­ren. Das beklag­te Land wei­ger­te sich im Vor­feld, die Klä­ge­rin für die Dau­er der Kur unter Fort­zah­lung ihrer Ver­gü­tung frei­zu­stel­len. Dar­auf­hin bean­trag­te die Klä­ge­rin Urlaub, der ihr bewil­ligt wur­de. Mit ihrer Kla­ge hat sie gel­tend gemacht, der genom­me­ne Urlaub dür­fe nicht auf den Urlaubs­an­spruch ange­rech­net wer­den. Das Arbeits­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen, das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Beru­fung der Klä­ge­rin zurück­ge­wie­sen.

Die Revi­si­on der Klä­ge­rin ist erfolg­los geblie­ben. Besteht — wie im Streit­fall — kei­ne Arbeits­un­fä­hig­keit infol­ge Krank­heit, dür­fen Maß­nah­men der medi­zi­ni­schen Vor­sor­ge oder Reha­bi­li­ta­ti­on nach § 10 Bun­des­ur­laubs­ge­setz nicht auf den Urlaub ange­rech­net wer­den, wenn ein Anspruch auf Fort­zah­lung des Arbeits­ent­gelts nach den gesetz­li­chen Vor­schrif­ten über die Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall besteht. Ein sol­cher Anspruch setzt bei gesetz­lich Ver­si­cher­ten nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EFZG vor­aus, dass die vom Trä­ger der Sozi­al­ver­si­che­rung oder einem sons­ti­gen Sozi­al­leis­tungs­trä­ger bewil­lig­te ambu­lan­te Vor­sor­ge­kur in einer Ein­rich­tung der medi­zi­ni­schen Vor­sor­ge oder Reha­bi­li­ta­ti­on durch­ge­führt wird. Das sind nur Ein­rich­tun­gen, die den Anfor­de­run­gen des § 107 Abs. 2 SGB V genü­gen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
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