(Stutt­gart) Eine Kün­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses ist unwirk­sam, wenn sie von dem Arbeit­ge­ber als Reak­ti­on auf eine Gel­tend­ma­chung des gesetz­li­chen Min­dest­loh­nes aus­ge­spro­chen wur­de.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Arbeits­ge­richts Ber­lin vom 29.04.2015 zu sei­nem Urteil vom 17.04.2015 – 28 Ca 2405/15.

Der Arbeit­neh­mer wur­de als Haus­meis­ter mit einer regel­mä­ßi­gen wöchent­li­chen Arbeits­zeit von 14 Stun­den bei einer Ver­gü­tung von monat­lich 315,00 EUR beschäf­tigt, was einen Stun­den­lohn von 5,19 EUR ergab. Er for­der­te von dem Arbeit­ge­ber den gesetz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 EUR, wor­auf der Arbeit­ge­ber eine Her­ab­set­zung der Arbeits­zeit auf monat­lich 32 Stun­den bei einer Monats­ver­gü­tung von 325,00 (Stun­den­lohn 10,15 EUR) anbot. Nach­dem der Arbeit­neh­mer die Ände­rung der Ver­trags­be­din­gun­gen abge­lehnt hat­te, kün­dig­te der Arbeit­ge­ber das Arbeits­ver­hält­nis.

Das Arbeits­ge­richt hat die Kün­di­gung als eine nach § 612 a BGB ver­bo­te­ne Maß­re­ge­lung ange­se­hen. Der Arbeit­ge­ber habe das Arbeits­ver­hält­nis gekün­digt, weil der Klä­ger in zuläs­si­ger Wei­se den gesetz­li­chen Min­dest­lohn gefor­dert habe; eine der­ar­ti­ge Kün­di­gung sei unwirk­sam.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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