(Stutt­gart) Eine Ände­rungs­kün­di­gung, mit der der Arbeit­ge­ber auf­grund des ab 01. Janu­ar 2015 maß­geb­li­chen Min­dest­lohns bis­her zusätz­lich zu einem Stun­den­lohn unter­halb des Min­dest­lohns gezahl­tes Urlaubs- und Weih­nachts­geld strei­chen will, ist unwirk­sam.

Das, so der Bre­mer Fach­an­walt für Arbeits­recht und Gewerb­li­chen Rechts­schutz Klaus-Die­ter Fran­zen, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Bre­men“ des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V., hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in meh­re­ren Urtei­len klar­ge­stellt (Urtei­le vom 11. August 2015, Az.: 19 Sa 819/15;
Az.: 19 Sa 827/15; Az.: 19 Sa 1156/15; Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2015, Az.: 8 Sa 677/15;
 Urtei­le vom 02. Okto­ber 2015, Az.: 9 Sa 570/15; Az.: 9 Sa 569/15; Az.: 9 Sa 591/15 und Az.: 9 Sa 1727/15).

Die Arbeits­ver­trags­par­tei­en hat­ten in den Arbeits­ver­trä­gen neben dem Stun­den­lohn eine von der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit abhän­gi­ge Son­der­zah­lung zum Jah­res­en­de in Höhe eines hal­ben Monats­ge­halts, zum Teil mit Kür­zungs­mög­lich­kei­ten im Krank­heits­fall, sowie ein zusätz­li­ches Urlaubs­geld für die Zeit gewähr­ten Urlaubs und eine Leis­tungs­zu­la­ge ver­ein­bart.

Durch eine Ände­rungs­kün­di­gung soll­ten die­se Leis­tun­gen gestri­chen und statt­des­sen ein Stun­den­lohn in Höhe des Min­dest­lohns bezie­hungs­wei­se gering­fü­gig dar­über gezahlt wer­den.

Den gegen die Ände­rungs­kün­di­gun­gen gerich­te­ten Kla­gen gaben die Ber­li­ner Rich­ter im Wesent­li­chen statt. Jeden­falls bei dem zusätz­li­chen Urlaubs­geld, abhän­gig von der Ver­trags­ge­stal­tung auch bei der Son­der­zu­wen­dung, han­de­le es sich um Leis­tun­gen, die nicht im enge­ren Sinn der Bezah­lung der Arbeits­leis­tung die­nen, son­dern um eine zusätz­li­che Prä­mie. Die­se kön­ne nicht auf den Min­dest­lohn ange­rech­net wer­den, son­dern ste­he den Beschäf­tig­ten zusätz­lich zu. Die Strei­chung die­ser Leis­tun­gen durch Ände­rungs­kün­di­gung set­ze vor­aus, dass der Fort­be­stand des Betrie­bes mit den vor­han­de­nen Arbeits­plät­zen gefähr­det sei. Dies kön­ne in den vor­lie­gen­den Fäl­len nicht fest­ge­stellt wer­den.

Anders sehe es nur bei Leis­tungs­zu­la­gen aus. Die­se dür­fen auf den Min­dest­lohn ange­rech­net wer­den und sei­en nicht zusätz­lich zum Min­dest­lohn zu zah­len.

Fran­zen emp­fahl, dies zu beach­ten und riet er bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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