(Stutt­gart) Eine tarif­li­che Rege­lung, die die sach­grund­lo­se Befris­tung von Arbeits­ver­trä­gen bis zu einer Gesamt­dau­er von fünf Jah­ren bei fünf­ma­li­ger Ver­län­ge­rungs­mög­lich­keit zulässt, ist wirk­sam.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 26.10.2016 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 7 AZR 140/15.

Nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Halb­satz 1 TzB­fG ist die kalen­der­mä­ßi­ge Befris­tung eines Arbeits­ver­trags ohne Vor­lie­gen eines sach­li­chen Grun­des bis zur Dau­er von zwei Jah­ren zuläs­sig. Bis zu die­ser Gesamt­dau­er darf ein befris­te­ter Ver­trag nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Halb­satz 2 TzB­fG höchs­tens drei­mal ver­län­gert wer­den. Nach § 14 Abs. 2 Satz 3 TzB­fG kön­nen durch Tarif­ver­trag die Anzahl der Ver­län­ge­run­gen und die Höchst­dau­er der Befris­tung abwei­chend von § 14 Abs. 2 Satz 1 TzB­fG fest­ge­legt wer­den. Die­se Befug­nis der Tarif­ver­trags­par­tei­en gilt aus ver­fas­sungs- und uni­ons­recht­li­chen Grün­den nicht schran­ken­los. Der durch § 14 Abs. 2 Satz 3 TzB­fG eröff­ne­te Gestal­tungs­rah­men der Tarif­ver­trags­par­tei­en ermög­licht nur Rege­lun­gen, durch die die in § 14 Abs. 2 Satz 1 TzB­fG genann­ten Wer­te für die Höchst­dau­er eines sach­grund­los befris­te­ten Arbeits­ver­trags und die Anzahl der mög­li­chen Ver­trags­ver­län­ge­run­gen nicht um mehr als das Drei­fa­che über­schrit­ten wer­den.

Der Klä­ger war bei der Beklag­ten — einem Unter­neh­men der Ener­gie­wirt­schaft — auf­grund eines befris­te­ten, ein­mal ver­län­ger­ten Arbeits­ver­trags vom 15. Janu­ar 2012 bis zum 31. März 2014 als kauf­män­ni­scher Mit­ar­bei­ter beschäf­tigt. Nach Ziff. 2.3.1. des auf das Arbeits­ver­hält­nis anwend­ba­ren, zwi­schen der Arbeit­ge­ber­ver­ei­ni­gung Ener­gie­wirt­schaft­li­cher Unter­neh­men e.V. (AVE) und der Indus­trie­ge­werk­schaft Berg­bau, Che­mie, Ener­gie (IG BCE) abge­schlos­se­nen Man­tel­ta­rif­ver­trags (MTV) ist die kalen­der­mä­ßi­ge Befris­tung eines Arbeits­ver­trags ohne Vor­lie­gen eines sach­li­chen Grunds bis zu einer Dau­er von fünf Jah­ren zuläs­sig; bis zu die­ser Gesamt­dau­er ist die höchs­tens fünf­ma­li­ge Ver­län­ge­rung eines kalen­der­mä­ßig befris­te­ten Arbeits­ver­trags zuläs­sig. Der Klä­ger hält die tarif­li­che Bestim­mung für unwirk­sam und griff daher die dar­auf gestütz­te Befris­tung sei­nes Arbeits­ver­trags zum 31. März 2014 an. Sei­ne Kla­ge hat­te — wie schon in den Vor­in­stan­zen — auch beim Sieb­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts kei­nen Erfolg. Die Rege­lung in Ziff. 2.3.1. MTV ist wirk­sam. Sie ist von der den Tarif­ver­trags­par­tei­en durch § 14 Abs. 2 Satz 3 TzB­fG eröff­ne­ten Rege­lungs­be­fug­nis gedeckt.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Micha­el Henn
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