(Stutt­gart) Das Ver­hal­ten einer beauf­trag­ten Rechts­an­wäl­tin kann einen arbeit­ge­ber­sei­ti­gen Auf­lö­sungs­an­trag begrün­den, wenn der Arbeit­neh­mer mit der Ein­schal­tung der Pres­se zur Durch­set­zung eige­ner For­de­run­gen dro­hen lässt.

Dar­auf ver­weist der Bre­mer Fach­an­walt für Arbeits­recht und Gewerb­li­chen Rechts­schutz Klaus-Die­ter Fran­zen, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Bre­men“ des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V., unter Hin­weis auf eine Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Rhein­land-Pfalz vom 17. März 2016, Az.:  5 Sa 313/15.

Der Klä­ger war als Fer­ti­gungs­lei­ter beschäf­tigt. Das beklag­te Unter­neh­men warf dem Klä­ger man­geln­de Arbeits­leis­tung und Sozi­al­kom­pe­tenz vor und bot dem Klä­ger mehr­fach erfolg­los die Unter­zeich­nung eines Auf­he­bungs­ver­trags an.

Der kauf­män­ni­sche Lei­ter wies dann dem Klä­ger einen Kon­fe­renz­raum als Büro zu, der weder PC noch Tele­fon auf­wies und unter­sag­te ihm das Betre­ten des Fer­ti­gungs­be­reichs. Kur­ze Zeit spä­ter wur­de das Arbeits­ver­hält­nis von der Beklag­ten wegen Schlecht­leis­tung ordent­lich gekün­digt. Die von dem Klä­ger beauf­trag­te Rechts­an­wäl­tin wand­te sich im Anschluss dar­an schrift­lich an die drei Vor­stän­de der Kon­zern­mut­ter der Beklag­ten, schil­der­te die Situa­ti­on des Klä­gers und wies dar­auf hin, dass bei kei­ner unmit­tel­ba­ren Ände­rung des Arbeits­platz­um­fel­des Straf­an­zei­ge, arbeits­ge­richt­li­ches Ver­fah­ren und Ein­schal­tung der Pres­se erfol­gen wer­de. Die Kün­di­gung blieb auf­recht­erhal­ten. Der Klä­ger erhob Kün­di­gungs­schutz­kla­ge, die Beklag­te stell­te den Antrag, die­se abzu­wei­sen und hilfs­wei­se, das Arbeits­ver­hält­nis gegen Zah­lung einer Abfin­dung auf­zu­lö­sen.

Das LAG sah die die ordent­li­che Kün­di­gung als sozi­al unge­recht­fer­tigt an und lös­te das Arbeits­ver­hält­nis gegen Zah­lung einer Abfin­dung i.H.v. 28.430,00 € auf.

Der Kün­di­gungs­schutz­kla­ge war statt­zu­ge­ben, da die Beklag­te die behaup­te­te Schlecht­leis­tung bereits nicht kon­kret dar­le­gen konn­te.

Gleich­wohl ende­te das Arbeits­ver­hält­nis, da das Gericht dem arbeit­ge­ber­sei­ti­gen Auf­lö­sungs­an­trag statt­gab. Zur Begrün­dung führ­te das Gericht aus, dass die not­wen­di­ge Ver­trau­ens­grund­la­ge zwi­schen dem Klä­ger und der Beklag­ten sowie sei­nem unmit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten durch die Dro­hung gegen­über der Kon­zern­mut­ter mit Unan­nehm­lich­kei­ten in der Öffent­lich­keit ent­fal­len sei. Gera­de in sei­ner Posi­ti­on als Fer­ti­gungs­lei­ter habe der Klä­ger mit dem Schrei­ben sei­ner Rechts­an­wäl­tin die unver­zicht­ba­re Loya­li­tät zu sei­ner Arbeit­ge­be­rin ver­mis­sen las­sen. Das Schrei­ben an die Vor­stän­de des Mut­ter­kon­zerns habe allein dem Zweck gedient, den Geschäfts­füh­rer und den kauf­män­ni­schen Lei­ter der Beklag­ten in ein schlech­tes Licht zu rücken, um die Erfül­lung eige­ner strei­ti­ger For­de­run­gen, bis hin zum Ziel, von der bereits erklär­ten Kün­di­gung Abstand zu neh­men, zu errei­chen. Durch die Dro­hung, die Pres­se ein­zu­schal­ten, wenn der Vor­stand der Kon­zern­mut­ter nicht in der gewünsch­ten Form auf die Beklag­ten Ein­fluss neh­men soll­te, um sei­ne Indi­vi­du­al­an­sprü­che durch­zu­set­zen, habe der Klä­ger die Basis einer wei­te­ren ver­trau­ens­vol­len Zusam­men­ar­beit auf­ge­kün­digt. Der Klä­ger muss­te sich dabei das Ver­hal­ten sei­ner Rechts­an­wäl­tin Klä­ger zurech­nen las­sen, da sie aus­drück­lich in sei­nem Auf­trag han­del­te.

Fran­zen emp­fahl, dies zu beach­ten und riet er bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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