I. Kün­digt der Arbeit­ge­ber (hier: Rechts­an­walt) das Arbeits­ver­hält­nis einer schwan­ge­ren Frau zum wie­der­hol­ten Male ohne Betei­li­gung der Schutz­be­hör­de (§ 9 Abs. 1 Satz 1 MuSchG), so kann die dar­in lie­gen­de Miss­ach­tung der beson­de­ren Schutz­vor­schrif­ten des Mut­ter­schutz­ge­set­zes zuguns­ten der wer­den­den Mut­ter deren Benach­tei­li­gung wegen Schwan­ger­schaft und damit wegen ihres Geschlechts (§ 3 Abs. 1 Satz 2 AGG i.V.m. § 1 AGG) indi­zie­ren (wie BAG 12.12.2013 — 8 AZR 838/12 — NZA 2014, 722 — Rn. 31).

II. Die­se indi­zi­el­le Wir­kung sei­nes Han­delns kann der Arbeit­ge­ber nicht ohne Wei­te­res mit dem Ein­wand aus­räu­men, er habe nach Ablauf eines indi­vi­du­el­len Beschäf­ti­gungs­ver­bots (§ 3 Abs. 1 MuSchG) für den anschlie­ßen­den Lauf der Mut­ter­schutz­frist (§ 3 Abs. 1 MuSchG) in Erman­ge­lung irgend­wel­cher Nach­rich­ten der Frau irr­tüm­lich ange­nom­men, die Schwan­ger­schaft (und damit der Son­der­kün­di­gungs­schutz) sei unter­des­sen “anders schon been­det” gewe­sen.

III. Hier: Ver­ur­tei­lung zur Geld­ent­schä­di­gung (§ 15 Abs. 2 AGG) von 1.500,– Euro.

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