1. Begehrt der Dienst­neh­mer eines Geschäfts­füh­rer­dienst­ver­tra­ges (Fremd­ge­schäfts­füh­rer) bei außer­or­dent­li­chen Kün­di­gun­gen der Gesell­schaft (Dienst­ge­ber), dass das “fort­dau­ern­de Arbeits­ver­hält­nis” durch die außer­or­dent­li­chen Kün­di­gun­gen nicht auf­ge­löst wor­den ist, kann er nur dann obsie­gen, wenn er mate­ri­ell-recht­lich Arbeit­neh­mer ist.

2. Für die Fra­ge der Arbeit­neh­mer­stel­lung kann nicht auf einen uni­ons­recht­li­chen Arbeit­neh­mer­be­griff abge­stellt wer­den, wenn — wie hier — die Kün­di­gun­gen nicht im Anwen­dungs­be­reich von uni­ons­recht­li­chen Richt­li­ni­en aus­ge­spro­chen wur­den. Die Auslegung/Anwendung von § 626 BGB stellt kei­ne “Durch­füh­rung des Rechts der Uni­on” iSv. Art. 51 Abs. 1 GRC dar. Auch Art. 30 GRC ver­mit­telt nicht die Anwen­dung der GRC. Ein ein­heit­li­ches euro­päi­sches Arbeits­recht besteht nicht.

3. Nur aus­nahms­wei­se han­delt es sich bei einem Dienst­ver­hält­nis eines (Fremd-)Geschäftsführers um ein Arbeits­ver­hält­nis. Dies kann allen­falls dann der Fall sein, wenn die Gesell­schaft arbeits­be­glei­ten­de und ver­fah­rens­ori­en­tier­te Wei­sun­gen ertei­len und auf die­se Wei­se die kon­kre­ten Moda­li­tä­ten der Leis­tungs­be­stim­mung erbrin­gen kann (hier ver­neint).

4. Zur Reich­wei­te des unter­neh­me­ri­schen Wei­sungs­rechts nach § 37 Abs. 1 GmbHG.

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