(Stutt­gart) Die Tarif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Gewerk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nal-Ser­vice-Agen­tu­ren (CGZP) war auch in der Ver­gan­gen­heit nicht tarif­fä­hig.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Arbeits­ge­richts Ber­lin vom 30.05.2011 — 29 BV 13947/10.

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat­te durch Beschluss vom 14. Dezem­ber 2010 – 1 ABR 19/10 – (vgl. Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts Nr. 93/10) fest­ge­stellt, dass die CGZP im Zeit­punkt der Ent­schei­dung nicht tarif­fä­hig war. Die CGZP sei kei­ne Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on nach § 2 Abs. 3 TVG, weil sich ihre Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten nicht im Umfang ihrer Tarif­fä­hig­keit zusam­men­ge­schlos­sen haben. Außer­dem gehe der in der Sat­zung der CGZP fest­ge­leg­te Orga­ni­sa­ti­ons­be­reich für die gewerb­li­che Arbeit­neh­mer­über­las­sung über den ihrer Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten hin­aus.

Das Arbeits­ge­richt Ber­lin hat nun fest­ge­stellt, so Henn, dass die CGZP auch in der Ver­gan­gen­heit, näm­lich am 29.11.2004, am 19.06.2006 und am 09.07.2008 nicht tarif­fä­hig war und kei­ne Tarif­ver­trä­ge abschlie­ßen konn­te. Es hat sich dabei der Begrün­dung des Beschlus­ses des Bun­des­ar­beits­ge­richts ange­schlos­sen. Leih­ar­beit­neh­mer, deren Arbeits­ver­hält­nis­se auf der Grund­la­ge zu den genann­ten Zeit­punk­ten abge­schlos­se­ner „Tarif­ver­trä­ge“ abge­wi­ckelt wur­den, kön­nen mög­li­cher­wei­se im Nach­hin­ein eine Gleich­stel­lung mit ver­gleich­ba­ren Arbeit­neh­mern der Ent­lei­her ver­lan­gen. Dies kann zu erheb­li­chen Nach­for­de­run­gen füh­ren. Der Beschluss des Arbeits­ge­richts ist nicht rechts­kräf­tig. Er kann mit der Beschwer­de vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ange­foch­ten wer­den.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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