(Stutt­gart) Das Arbeits­ge­richt Stutt­gart hat es am 24.09.2009 ent­schie­den, dass die Pfle­ge­zeit nach § 3 Pfle­geZG pro pfle­ge­be­dürf­ti­gen nahen Ange­hö­ri­gen nur ein­mal unun­ter­bro­chen bis zu einer Gesamt­dau­er von längs­tens 6 Mona­ten bean­sprucht wer­den kann.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf ein Urteil des Arbeits­ge­richts Stutt­gart (ArbG) vom 24.09..2009, Az.: 12 Ca 1792/09.

Der Klä­ger hat­te am 19.02.2009 der Beklag­ten die Pfle­ge sei­ner pfle­ge­be­dürf­ti­gen Mut­ter für den Zeit­raum vom 15.06. bis 19.06.2009 mit­ge­teilt, was die Beklag­te ihm bestä­tigt hat­te. Mit Schrei­ben vom 09.06.2009 zeig­te der sodann an, dass er sei­ne pfle­ge­be­dürf­ti­ge Mut­ter vom 28.12.2009 bis zum 29.12.2009 pfle­gen wer­de, was der Arbeit­ge­ber nicht bestä­tig­te, da der Klä­ger bereits von sei­nem Recht auf Frei­stel­lung zur Pfle­ge sei­ner Mut­ter bereits ein­mal Gebrauch gemacht habe. Statt­des­sen wur­de für den Zeit­raum 28./29.12.2009 eine unbe­zahl­te Frei­stel­lung des Klä­gers ange­bo­ten.

Dage­gen wand­te sich der Klä­ger. Er ist der Auf­fas­sung, dass der Anspruch auf Pfle­ge­zeit für höchs­tens 6 Mona­te bestehe und zwar für jeden pfle­ge­be­dürf­ti­gen nahen Ange­hö­ri­gen. Die­ser Anspruch sei noch nicht erschöpft. Die­ser kön­ne auch mehr­mals bis zur Errei­chung der Pfle­ge­höchst­dau­er gel­tend gemacht wer­den.

Dies ver­nein­te das Arbeits­ge­richt Stutt­gart jedoch, betont Henn.

Der Klä­ger kön­ne nicht ein zwei­tes Mal Pfle­ge­zeit — dies­mal für den Zeit­raum 28.12.2009 bis 29.12.2009 — nach § 3 Pfle­ge­zeit­ge­setz bean­spru­chen, da er die­sen Anspruch nur ein­mal gel­tend machen kön­ne und die­sen bereits für die­sen Zeit­raum vom 15.06. bis 19.06.2009 ver­braucht habe.

Die Bestim­mung in § 4 Abs. 1 Pfle­ge­zeit­ge­setz sei § 16 Abs. 3 Satz 4 BEEG nach­ge­bil­det. § 4 Abs. 1 Satz 1 und Satz 3 Pfle­ge­zeit­ge­setz regel­ten aus­drück­lich nur die Ver­län­ge­rung der Pfle­ge­zeit, jedoch nicht die Auf­tei­lung auf meh­re­re Zeit­ab­schnit­te, zwi­schen denen eine Unter­bre­chung liegt. Inso­fern wei­che die Rege­lung des Pfle­ge­zeit­ge­set­zes von der ent­spre­chen­den Rege­lung der Eltern­zeit ab. Auch deu­te der Wort­laut des § 4 Abs. 1 Satz 1 („längs­tens 6 Mona­te”) auf einen ein­heit­li­chen, unun­ter­bro­che­nen Zeit­raum hin. Das Pfle­ge­zeit­ge­setz habe im Unter­schied zu den Rege­lun­gen der Eltern­zeit die Bestim­mung nach dem Rege­lungs­vor­bild des § 16 Abs. 1 Satz 5 BEG nicht über­nom­men, wonach die Eltern­zeit auf meh­re­re Zeit­ab­schnit­te ver­teilt wer­den kön­ne.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.    

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