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Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung — Berech­ti­gung zur frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung — Zusam­men­hang zwi­schen ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Beschäf­ti­gung und anschlie­ßen­der selbst­stän­di­ger Tätig­keit

 

Informationen:Weitere Infor­ma­tio­nen: http://lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_rechtsprechung/document.py?Gerich…

(vdaa) …t=bw&GerichtAuswahl=Sozialgerichte&Art=en&Datum=2009&nr=12406&pos=0&anz=157

 
 
 
 

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Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung — Berech­ti­gung zur frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung — Zusam­men­hang zwi­schen ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Beschäf­ti­gung und anschlie­ßen­der selbst­stän­di­ger Tätig­keit

 

1. Der Zusam­men­hang zwi­schen ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Tätig­keit und unmit­tel­bar anschlie­ßen­der Selbst­stän­dig­keit, die zur Antrags­pflicht­ver­si­che­rung nach § 28a Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB III berech­tigt, ist ent­fal­len, wenn sich die an das Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis anschlie­ßen­de selb­stän­di­ge Tät…

(vdaa) …igkeit und die zum Zeit­punkt der Antrag­stel­lung aus­ge­üb­te selb­stän­di­ge Tätig­keit wesent­lich unter­schei­den.

2. An die­sem Zusam­men­hang fehlt es auch, wenn ab Auf­nah­me der Selbst­stän­dig­keit bis zur Antrag­stel­lung nach § 28a SGB III die selb­stän­di­ge Tätig­keit nicht durch­ge­hen­de im Umfang der in § 28a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB III genann­ten min­des­tens 15 Stun­den wöchent­lich aus­ge­übt wur­de

Tenor

Die Beru­fung des Klä­gers gegen das Urteil des Sozi­al­ge­richts Mann­heim vom 25. Juni 2008 wird zurück­ge­wie­sen.

Außer­ge­richt­li­che Kos­ten sind auch im Beru­fungs­ver­fah­ren nicht zu erstat­ten.

Tat­be­stand

1

Der Klä­ger begehrt die frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung.
2

Der 1946 gebo­re­ne Klä­ger war nach dem akten­kun­di­gen Ver­si­che­rungs­ver­lauf (Anla­ge zum Bescheid der Bun­des­ver­si­che­rungs­an­stalt für Ange­stell­te (BfA) vom 11.07.2002) mit durch Arbeits­lo­sig­keit beding­ten gering­fü­gi­gen Unter­bre­chun­gen von April 1962 bis Juni 1967 in der Ren­ten­ver­si­che­rung der Arbei­ter und von Juni 1967 bis Ende Dezem­ber 1980 in der Ren­ten­ver­si­che­rung der Ange­stell­ten pflicht­ver­si­chert. Fer­ner ist für die Zeit vom 27.10.1986 bis 31.01.1987 die Ent­rich­tung von Pflicht­bei­trä­gen für die Dau­er von vier Mona­ten ver­zeich­net. Zum 01.01.1981 mel­det der Klä­ger beim Bür­ger­meis­ter­amt S. ein Gewer­be (Ver­si­che­run­gen aller Art) an, das er zum 02.06.1989 wie­der abmel­de­te. Zum 01.09.1989 mel­de­te der Klä­ger die B.-E.-Stahlhandelsgesellschaft mbH zum Gewer­be­re­gis­ter an; die­sen Betrieb, der den Han­del mit allen Eisen- und Stahl­pro­duk­ten ein­schließ­lich schweiß­tech­ni­scher Arti­kel zum Gegen­stand hat­te, wur­de vom Klä­ger am 11.07.1996 wie­der abge­mel­det. Am 01.01.1996 mel­de­te der Klä­ger beim zustän­di­gen Gewer­be­amt eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit an (Haus­meis­ter­diens­te, wie Besor­gun­gen, Rei­ni­gungs­ar­bei­ten, Schnee räu­men usw.).
3

Am 24.05.2006 bean­trag­te der Klä­ger bei der Beklag­ten die frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung nach § 28a Sozi­al­ge­setz­buch — Drit­tes Buch — (SGB III) und erklär­te, die frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung sol­le am 01.06.2006 begin­nen. Er gab an, er sei vom 01.01.1979 bis 31.12.1980 bei der Alli­anz ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tigt gewe­sen und habe am 01.01.1981 eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit auf­ge­nom­men. Vom 27.10.1986 bis 31.01.1987 sei er wei­ter­hin in mehr als kurz­zei­ti­gem Umfang selbst­stän­dig tätig gewe­sen. Vom 03.06.1989 bis 31.08.1989 sei er bereits für die B.-Stahlhandel GmbH in Grün­dung selbst­stän­dig tätig gewe­sen. Die zum 02.06.1989 erfolg­te Gewer­be­ab­mel­dung (Ver­si­che­run­gen aller Art) sei wegen der Grün­dung der Gesell­schaft erfolgt. Hier­zu leg­te der Klä­ger die ent­spre­chen­de Gewer­be­ab­mel­dung vom 01.06.1989, sei­ne vom 19.06.1989 stam­men­de Beschrei­bung des Vor­ha­bens sowie den am 05.10.1990 von der Kre­dit­re­form ange­fer­tig­ten Boni­täts­in­dex, in der als Grün­dungs­da­tum der GmbH der 10.07.1987 und als Tag der Ein­tra­gung ins Han­dels­re­gis­ter der 16.08.1989 genannt ist, vor. Vom 01.01.1996 bis 11.07.1996 — so der Klä­ger wei­ter — sei er für bei­de Fir­men jeweils mehr als kurz­zei­tig tätig gewe­sen.
4

Mit Bescheid vom 21.08.2006 lehn­te die Beklag­te den Antrag auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung ab. Zur Begrün­dung führ­te sie an, die selbst­stän­di­ge Tätig­keit des Klä­gers sei nach der zum 02.06.1989 erfolg­ten Been­di­gung der Tätig­keit als selbst­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter bis zum Beginn der selbst­stän­di­gen Tätig­keit mit der Han­dels­ge­sell­schaft für Eisen- und Stahl­pro­duk­te zum 01.09.1989 mehr als einen Monat, näm­lich zwei Mona­te und 29 Tage, unter­bro­chen gewe­sen, so dass die erfor­der­li­che Unmit­tel­bar­keit zu ver­nei­nen sei.
5

Dage­gen leg­te der Klä­ger am 14.09.2006 Wider­spruch ein und mach­te gel­tend, er sei seit 1981 durch­ge­hend selbst­stän­dig tätig. Die angeb­li­che Unter­bre­chungs­zeit vom 02.06.1989 bis 09.07.1989 sei nur des­halb ein­ge­tre­ten, weil er sein Gewer­be ver­än­dert habe und eine GmbH habe grün­den wol­len. Hier­zu sei­en umfang­rei­che Vor­ar­bei­ten, ins­be­son­de­re in finan­zi­el­ler Hin­sicht, not­wen­dig gewe­sen. Mit Wider­spruchs­be­scheid vom 30.10.2006 wies die Beklag­te den Wider­spruch des Klä­gers zurück. Eine durch­ge­hen­de Selbst­stän­dig­keit des Klä­gers seit 01.01.1981 kön­ne nicht ange­nom­men wer­den, da die selbst­stän­di­ge Tätig­keit des Klä­gers durch die Auf­ga­be des frü­her aus­ge­üb­ten Gewer­bes zum 02.06.1989 und der erst am 01.09.1989 auf­ge­nom­me­nen neu­en selbst­stän­di­gen Tätig­keit zwei Mona­te und 29 Tage unter­bro­chen gewe­sen sei. Als Beginn der Selbst­stän­dig­keit sei daher der 01.09.1989 anzu­se­hen.
6

Am 27.11.2006 erhob der Klä­ger Kla­ge zum Sozi­al­ge­richt Mann­heim (SG) und mach­te gel­tend, die Beklag­te habe sei­nen Antrag auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung zu Unrecht abge­lehnt. Er sei seit 01.01.1981 durch­ge­hend selbst­stän­dig gewe­sen. Auch nach Abmel­dung des Gewer­bes als selbst­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter zum 02.06.1989 sei er selbst­stän­dig geblie­ben. Bereits am 10.07.1989 hät­ten sei­ne Ehe­frau und er einen nota­ri­ell beur­kun­de­ten Gesell­schafts­ver­trag zur Grün­dung der B.-Eisen-Stahl Han­dels­ge­sell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung geschlos­sen. Schon im Juni 1989 sei er für die Vor­ge­sell­schaft die­ser GmbH tätig gewe­sen. Er ver­wies inso­weit auf die von ihm — zur Beschaf­fung der finan­zi­el­len Mit­tel — erstell­te Beschrei­bung des Vor­ha­bens vom 19.06.1989 und die vor­ge­leg­ten Kopi­en sei­nes dama­li­gen Ter­min­ka­len­ders (10.05. bis 05.09.1989). Durch die Grün­dung der GmbH (und damit die Ände­rung der Rechts­form) sowie den neu­en Betriebs­zweck sei sei­ne seit 01.01.1981 aus­ge­üb­te selbst­stän­di­ge Tätig­keit auch nicht been­det und anschlie­ßend wie­der neu auf­ge­nom­men wor­den. Im Übri­gen sei ?Unmit­tel­bar­keit? — ein ohne­hin aus­le­gungs­fä­hi­ger Begriff — nur zwi­schen der ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Tätig­keit und der Auf­nah­me der selbst­stän­di­gen Tätig­keit erfor­der­lich.
7

Bei sei­ner per­sön­li­chen Anhö­rung durch das SG in der münd­li­chen Ver­hand­lung am 11.12.2007 gab der Klä­ger an, er habe die Tätig­keit als selbst­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­agent von Janu­ar 1981 bis 1989 durch­ge­hend aus­ge­übt. Dane­ben habe er wei­te­re Tätig­kei­ten auf­ge­nom­men, sofern dies aus finan­zi­el­len Grün­den erfor­der­lich gewe­sen sei. Von Okto­ber 1986 bis Janu­ar 1987 habe er — neben sei­ner Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit — eine Voll­zeit­tä­tig­keit als Ver­käu­fer in der Elek­tro­ab­tei­lung eines Kauf­hau­ses aus­ge­übt. Sei­ne Ver­si­che­rungs­ver­mitt­lung habe er dann abends betrie­ben und ent­spre­chen­de Vor­be­rei­tungs­ar­bei­ten am Wochen­en­de erle­digt. Einen zeit­li­chen Rah­men dafür kön­ne er nicht genau ange­ben. Er kön­ne aber sagen, dass es grund­sätz­lich nicht weni­ger als zuvor oder danach gewe­sen sei. Im Janu­ar 1989 — als die Ver­si­che­rungs­agen­tur wie­der nicht genug abge­wor­fen habe — habe er eine Tätig­keit als selbst­stän­di­ger Han­dels­ver­tre­ter für die Fir­ma W. in S. auf­ge­nom­men. Die geplan­te Grün­dung einer GmbH mit die­ser Fir­ma sei geschei­tert, da er nur 40% der Geschäfts­an­tei­le der neu­en GmbH habe erhal­ten sol­len.
8

Der Klä­ger leg­te neben dem Gesell­schafts­ver­trag vom 10.07.1989 und Unter­la­gen über sei­ne dama­li­gen geschäft­li­chen Akti­vi­tä­ten wei­te­re Unter­la­gen, ins­be­son­de­re aus dem Jahr 1987, vor (Schrei­ben der A. L. Lebens­ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft auf Gegen­sei­tig­keit vom 13.07.1987 hin­sicht­lich des ver­lang­ten Aus­gleichs sei­nes Ver­tre­ter­kon­tos, Mit­tei­lun­gen des Finanz­amts Wein­heim vom 15.07.1988 und 26.08.1988 zur beab­sich­tig­ten Lohn­steu­er­au­ßen­prü­fung für die Zeit vom 01.01.1984 bis 31.12.1987, Last­schrift­be­le­ge hin­sicht­lich der sei­ner­zeit ent­rich­te­ten pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und eine Quit­tung der Stadt­spar­kas­se M. vom 13.02.1989 über die Ein­rei­chung von 4 Schecks).
9

Die Beklag­te trat der Kla­ge ent­ge­gen und mach­te gel­tend, wenn man mit dem Abschluss des nota­ri­el­len Gesell­schafts­ver­tra­ges vom 10.07.1989 vom Beginn die­ser selbst­stän­di­gen Tätig­keit aus­ge­hen wür­de, läge seit der Gewer­be­ab­mel­dung zum 02.06.1989 noch eine Unter­bre­chung von mehr als einem Monat vor. Vor­be­rei­ten­de Tätig­kei­ten im Zusam­men­hang mit der Grün­dung der Gesell­schaft könn­ten nicht berück­sich­tigt wer­den. Im Übri­gen habe der Klä­ger nicht nach­ge­wie­sen, dass er seit 01.01.1981 durch­ge­hend im not­wen­di­gen Umfang selbst­stän­dig tätig gewe­sen sei. Der Umstand, dass ein Gewer­be für einen bestimm­ten Zeit­raum unun­ter­bro­chen ange­mel­det war, bedeu­te über­dies nicht zwangs­läu­fig, dass die­ses auch unun­ter­bro­chen (voll­um­fäng­lich) aus­ge­übt wor­den sei.
10

Mit Urteil vom 25.06.2008 wies das SG die Kla­ge ab. Es sei nicht nach­ge­wie­sen, dass der Klä­ger seit 01.01.1981 durch­ge­hend selbst­stän­dig tätig gewe­sen sei. Zwar kön­ne dies nicht von vorn­her­ein des­halb ver­neint wer­den, weil der Klä­ger sei­ne Tätig­keit als Ver­si­che­rungs­agent bereits am 02.06.1989 abge­mel­det und den Eisen- und Stahl­han­del erst am 01.09.1989 ange­mel­det habe. Aus Umstel­lungs­grün­den und den viel­fach unum­gäng­li­chen Über­gangs­zei­ten sei eine durch­ge­hen­de selbst­stän­di­ge Tätig­keit nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen. Eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit im Umfang von 15 Stun­den wöchent­lich ab 1981 sei aber nicht nach­ge­wie­sen. Dage­gen sprä­chen sei­ne im Jahr 1986/87 aus­ge­üb­te Voll­zeit­be­schäf­ti­gung als Ver­käu­fer und die eige­nen Noti­zen des Klä­gers in sei­nem Ter­min­ka­len­der, wonach er sich im Anschluss an die Tätig­keit als Ver­käu­fer in ers­ter Linie dem Haus­bau gewid­met habe und dann ab April 1989 wie­der selbst­stän­dig tätig gewe­sen sei. Das schrift­li­che Urteil wur­de der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten des Klä­gers am 03.07.2008 zuge­stellt.
11

Dage­gen hat der Klä­ger am 01.08.2008 Beru­fung ein­ge­legt, mit der er an sei­nem Ziel fest­hält. Er macht gel­tend, er sei stets selbst­stän­dig tätig gewe­sen und zwar in einem zeit­li­chen Umfang von min­des­tens 15 Stun­den wöchent­lich. Dies sei durch die vor­ge­leg­ten Beweis­mit­tel belegt. Die hier­an gestell­ten Beweis­an­for­de­run­gen dürf­ten nicht über­spannt wer­den. So sei­en die ent­spre­chen­den Gewer­be­an­mel­dun­gen — typi­sche Beweis­mit­tel für eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit — sowie wei­te­re Unter­la­gen (Schrei­ben der A. L. Ver­si­che­rung vom 13.07.1987, Prü­fungs­an­ord­nung des Finanz­amts vom 05.07.1988, Scheck­ein­rei­chun­gen von Febru­ar 1989 usw.) vor­ge­legt wor­den. Es sei daher aus­rei­chend nach­ge­wie­sen, dass eine durch­ge­hen­de selbst­stän­di­ge Tätig­keit vor­ge­le­gen habe, zumal er — abge­se­hen von kur­zen Zeit­räu­men — auch kei­nen ande­ren ?Sta­tus? (etwa Ange­stell­ter, Arbeits­lo­ser o.ä.) inne­ge­habt habe. Bei der Tätig­keit vom 27.10.1986 bis 31.01.1987 habe es sich ledig­lich um eine Aus­hilfs­tä­tig­keit gehan­delt, die nur kur­ze Zeit, wenn auch zeit­lich über­wie­gend, aus­ge­übt wor­den sei und die von Anfang an nicht auf eine wei­te­re Voll­zeit­be­schäf­ti­gung und eine Erwerbs­tä­tig­keit im Ange­stell­ten­ver­hält­nis ange­legt gewe­sen sei. Er ver­si­che­re, dass er als selbst­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­agent mehr als 15 Stun­den wöchent­lich (Bera­tun­gen, Tele­fo­na­te, auch Fahr­zei­ten zu Kun­den im Scha­dens­fall, Neu­ab­schlüs­se) tätig gewe­sen sei. Dies kön­ne auch sei­ne Ehe­frau bezeu­gen. Für die Fir­ma … Indus­trie-Ser­vice in S. sei er als selbst­stän­di­ger Han­dels­ver­tre­ter bis 26.05.1989 tätig gewe­sen.
12

Der Klä­ger bean­tragt,
13

das Urteil des Sozi­al­ge­richts Mann­heim vom 25. Juni 2008 und den Bescheid der Beklag­ten vom 21. August 2006 in der Gestalt des Wider­spruchs­be­schei­des vom 30. Okto­ber 2006 auf­zu­he­ben und die Beklag­te zu ver­ur­tei­len, sei­nem Antrag auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung ab Antrag­stel­lung zu ent­spre­chen.
14

Die Beklag­te bean­tragt,
15

die Beru­fung zurück­zu­wei­sen.
16

Sie hält das ange­foch­te­ne Urteil für zutref­fend und macht gel­tend, der Klä­ger habe kei­ner­lei Nach­wei­se über den zeit­li­chen Umfang sei­ner selbst­stän­di­gen Tätig­keit, für den er die Beweis­last tra­ge, vor­ge­legt.
17

Der Senat hat vom Amts­ge­richt Hei­del­berg die Zivil­pro­zess­ak­te 29 C 457/89 bei­ge­zo­gen. In die­sem Rechts­streit hat­te der Klä­ger gegen die Fir­ma … in S. eine Scheck­for­de­rung in Höhe von 4.000,00 DM gel­tend gemacht. Nach Ver­neh­mung meh­re­rer Zeu­gen schlos­sen die Par­tei­en am 29.05.1990 einen Ver­gleich, in dem sich die Beklag­te ver­pflich­te­te, an den Klä­ger 2.500,00 DM zu zah­len. Nach Anga­ben des Zeu­gen M. W., Ehe­mann der Inha­be­rin der dama­li­gen Beklag­ten, hat­te der Klä­ger am 01.02.1989 bei ihnen ange­fan­gen (zu arbei­ten). Sie hät­ten Mit­te Janu­ar 1989 eine Zei­tungs­an­non­ce auf­ge­ge­ben, auf die sich u.a. der Klä­ger gemel­det habe. Der Zeu­ge R. W. hat­te ange­ge­ben, er selbst sei als Außen­dienst­mit­ar­bei­ter ein­ge­stellt gewe­sen und habe teil­wei­se die Bücher geführt. Der Klä­ger sei auch Außen­dienst­mit­ar­bei­ter gewe­sen.
18

Die Betei­lig­ten haben sich mit einer Ent­schei­dung des Senats ohne münd­li­che Ver­hand­lung ein­ver­stan­den erklärt.
19

Wegen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach­ver­halts und des Vor­brin­gens der Betei­lig­ten wird auf die Pro­zess­ak­ten ers­ter und zwei­ter Instanz und die bei­ge­zo­ge­ne Akte des Amts­ge­richts Hei­del­berg 29 C 457/89 Bezug genom­men.

Ent­schei­dungs­grün­de

20

Die form- und frist­ge­recht (§ 151 Sozi­al­ge­richts­ge­setz — SGG -) ein­ge­leg­te Beru­fung des Klä­gers, über die der Senat im Ein­ver­ständ­nis der Betei­lig­ten ohne münd­li­che Ver­hand­lung ent­schei­det (§ 124 Abs. 2 SGG), ist statt­haft und ins­ge­samt zuläs­sig.
21

Die Beru­fung ist jedoch nicht begrün­det. Das SG hat die Kla­ge zu Recht abge­wie­sen. Der Bescheid vom 21.08.2006 (Wider­spruchs­be­scheid vom 30.10.2006), mit dem die Beklag­te den Antrag des Klä­gers vom 24.05.2006 auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung nach dem SGB III abge­lehnt hat, ist nicht rechts­wid­rig. Der Klä­ger hat kei­nen Anspruch auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung.
22

Die for­mel­len Vor­aus­set­zun­gen für die frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung des Klä­gers in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung sind aller­dings erfüllt. Der Klä­ger hat den ent­spre­chen­den Antrag bei der Beklag­ten am 24.05.2006 und damit inner­halb der gesetz­li­chen Antrags­frist gestellt. Zwar muss der Antrag auf Begrün­dung eines Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis­ses nach Abs. 2 Satz 2 des durch Art. 1 des Geset­zes vom 23.12.2003 (BGBl. I 2848) mit Wir­kung vom 01.02.2006 ein­ge­füg­ten § 28a SGB III spä­tes­tens inner­halb von einem Monat nach Auf­nah­me der Tätig­keit oder Beschäf­ti­gung, die zur frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung berech­tigt, gestellt wer­den. Mit Wir­kung vom 01.01.2004 wur­de jedoch durch das genann­te Gesetz § 434j in das SGB III ein­ge­fügt. Nach des­sen Abs. 2 Satz 1 gilt § 28a Abs. 2 SGB III mit der Maß­ga­be, dass ein Antrag auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung unge­ach­tet der Vor­aus­set­zun­gen des Sat­zes 2 bis zum 31. Dezem­ber 2006 gestellt wer­den kann. Dies hat der Klä­ger mit sei­nem am 24.05.2006 bei der Beklag­ten gestell­ten Antrag getan. Die Ein­schrän­kung des § 434j Abs. 2 Satz 2 SGB IIII greift hier nicht, da der Klä­ger den Antrag nicht nach, son­dern vor dem 31. Mai 2006 gestellt hat.
23

Die mate­ri­ell-recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des gel­tend gemach­ten Anspruchs sind jedoch nicht erfüllt. Ein Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis auf Antrag kön­nen Per­so­nen gemäß dem hier allein in Betracht kom­men­den § 28a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB III begrün­den, die eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit mit einem Umfang von min­des­tens 15 Stun­den wöchent­lich auf­neh­men und aus­üben. Vor­aus­set­zung für die Ver­si­che­rungs­pflicht ist nach § 28a Abs. 1 Satz 2 SGB III, dass
24

1. der Antrag­stel­ler inner­halb der letz­ten 24 Mona­te vor Auf­nah­me der Tätig­keit oder Beschäf­ti­gung min­des­tens zwölf Mona­te in einem Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis nach den Vor­schrif­ten des 1. Abschnitts gestan­den oder eine Ent­gel­ter­satz­leis­tung nach dem SGB III bezo­gen hat,
25

2. der Antrag­stel­ler unmit­tel­bar vor Auf­nah­me der Tätig­keit oder Beschäf­ti­gung, die zur frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung berech­tigt, in einem Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis nach den Vor­schrif­ten des 1. Abschnitts gestan­den oder eine Ent­gel­ter­satz­leis­tung nach dem SGB III bezo­gen hat, und
26

3. Ver­si­che­rungs­pflicht (§§ 26, 27) ander­wei­tig nicht besteht.
27

Nach den in den zitier­ten Vor­schrif­ten genann­ten Vor­aus­set­zun­gen hat der Klä­ger kei­nen Anspruch auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung. Zwar ist der Klä­ger, der eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit mit einem Umfang von min­des­tens 15 Stun­den wöchent­lich im Sin­ne des § 28a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB III aus­übt (seit 01.01.1996 selbst­stän­di­ge Haus­meis­ter­diens­te), nicht ander­wei­tig ver­si­che­rungs­pflich­tig im Sin­ne des § 28a Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 SGB III. Der Klä­ger stand aber nicht inner­halb der letz­ten 24 Mona­te vor Auf­nah­me die­ser selbst­stän­di­gen Tätig­keit min­des­tens zwölf Mona­te in einem Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis, wie es § 28a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SGB III ver­langt. Von einem vor­aus­ge­hen­den Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis von min­des­tens zwölf Mona­ten inner­halb der letz­ten 24 Mona­te vor Auf­nah­me der selbst­stän­di­gen Tätig­keit kann im Hin­blick auf die vom Klä­ger bis 31.12.1980 jah­re­lang aus­ge­üb­te ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung nur aus­ge­gan­gen wer­den, wenn der Klä­ger unmit­tel­bar nach dem 31.12.1980 eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit auf­ge­nom­men hät­te, die er auch bei der Antrag­stel­lung am 24.05.2006 noch aus­übt. Sei­ne am 01.01.1981 begon­ne­ne Tätig­keit als selbst­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter hat der Klä­ger aber auch nach sei­nem Vor­brin­gen spä­tes­tens am 02.06.1989 (Gewer­be­ab­mel­dung) auf­ge­ge­ben. Seit 01.09.1989 war er maß­geb­li­cher Gesell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer einer Eisen- und Stahl­han­dels­ge­sell­schaft, die am 11.07.1996 ihr Ende fand. Seit 01.01.1996 erle­digt der Klä­ger auf selbst­stän­di­ger Basis Haus­meis­ter­diens­te. Unab­hän­gig von der von der Beklag­ten in den ange­grif­fe­nen Beschei­den ange­sichts der ?Lücke? zwi­schen dem 02.06.1989 und dem 01.09.1989 — die Ein­tra­gun­gen im Kalen­der des Klä­gers wei­sen für die­se Zeit fast nur Bespre­chungs- und Ver­hand­lungs­ter­mi­ne, die ledig­lich als vor­be­rei­ten­de Tätig­kei­ten zu wer­ten sind, und pri­va­te Ter­mi­ne aus — zutref­fend ver­nein­ten Fra­ge, ob der Klä­ger seit 01.01.1981 durch­ge­hend selbst­stän­dig war, ist bei der Aus­le­gung des § 28a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB III auch zu berück­sich­ti­gen, dass dort von der Auf­nah­me und Aus­übung einer selbst­stän­di­gen Tätig­keit (mit einem Umfang von min­des­tens 15 Stun­den wöchent­lich) die Rede ist. Die Ver­wen­dung des Sin­gu­lar in die­sem Zusam­men­hang legt den Schluss nahe, dass nur eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit auf­ge­nom­men und aus­ge­übt wer­den darf, um zur Wei­ter­ver­si­che­rung berech­tigt zu sein. Ob eine so enge Aus­le­gung die­ser Vor­schrift dem Anlie­gen des Gesetz­ge­bers, selbst­stän­dig Täti­gen, vor allem Exis­tenz­grün­dern, die Mög­lich­keit ein­zu­räu­men, ihren Ver­si­che­rungs­schutz in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen zu erhal­ten, ins­be­son­de­re dann gerecht wird, wenn die Selbst­stän­dig­keit Jahr­zehn­te dau­ert, lässt der Senat dahin­ge­stellt. Der Senat neigt dazu, die Fort­füh­rung des bis­he­ri­gen Betrie­bes in ande­rer (Rechts-) Form und/oder an einem ande­ren Ort bzw. eines Betrie­bes mit einem ver­gleich­ba­ren oder ver­wand­ten Zweck als grund­sätz­lich unschäd­lich zu betrach­ten. Im vor­lie­gen­den Fall hat der Klä­ger jedoch von 1981 bis heu­te sehr unter­schied­li­che selbst­stän­di­ge Tätig­kei­ten aus­ge­übt. Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter, Gesell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer einer Eisen- und Stahl­han­dels­ge­sell­schaft und selbst­stän­di­ger Haus­meis­ter unter­schei­den sich so wesent­lich von­ein­an­der, dass jeweils von der Been­di­gung der bis­he­ri­gen und der Neu­auf­nah­me einer ande­ren selbst­stän­di­gen Tätig­keit gespro­chen wer­den muss. Der vom Gesetz­ge­ber gewoll­te Zusam­men­hang zwi­schen ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Tätig­keit und unmit­tel­bar anschlie­ßen­der Selbst­stän­dig­keit, die die Antrags­pflicht­ver­si­che­rung recht­fer­tigt, ist damit ent­fal­len. Eine Auf­nah­me und (durch­ge­hen­de) Aus­übung der selbst­stän­di­gen Tätig­keit iS des § 28a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB III liegt nicht vor. Damit steht schon dies der Beja­hung des vom Klä­ger gel­tend gemach­ten Anspruchs auf frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung ent­ge­gen.
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Aber selbst wenn man die­se Fra­ge anders ent­schei­den wür­de, stün­de dem Klä­ger der gel­tend gemach­te Anspruch nicht zu. Er war nach­weis­lich vom 27.10.1986 bis 31.01.1987 ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tigt. Dies folgt aus dem akten­kun­di­gen Ver­si­che­rungs­ver­lauf (Anla­ge zum Bescheid der BfA vom 11.07.2002). Der Klä­ger übte in die­ser Zeit eine Voll­zeit­be­schäf­ti­gung als Ver­käu­fer in einem Kauf­haus aus. Damit hat­te sich der Klä­ger von sei­ner selbst­stän­di­gen Tätig­keit gelöst und den Zusam­men­hang zur maß­geb­li­chen ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung bis 31.12.1980 unter­bro­chen. Dies gilt jeden­falls dann, wenn er dane­ben kei­ne selbst­stän­di­ge Tätig­keit im erfor­der­li­chen Umfang mehr aus­ge­übt hat. Nach sei­nen Anga­ben war er aber auch in die­ser Zeit noch als selbst­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter im Umfang von min­des­tens 15 Stun­den wöchent­lich tätig. Er habe — so der Klä­ger — inso­weit abends und am Wochen­en­de gear­bei­tet. Dies ist aber nicht zur vol­len Über­zeu­gung des Senats nach­ge­wie­sen. Objek­ti­ve Beweis­mit­tel, die bele­gen könn­ten, dass der Klä­ger auch in die­ser Zeit wei­ter selbst­stän­dig tätig war, lie­gen nicht vor. Erst recht feh­len Nach­wei­se, aus denen sich ergibt, dass der Klä­ger selbst in die­ser Zeit mehr als 15 Stun­den wöchent­lich als selbst­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter tätig war. Die vom Klä­ger im Lau­fe des Ver­fah­rens als Bele­ge für sei­ne selbst­stän­di­ge Tätig­keit vor­ge­leg­ten Unter­la­gen betref­fen den Zeit­raum vom 27.10.1986 bis 31.01.1987 — soweit über­haupt -bes­ten­falls nur am Ran­de. Dass durch das zustän­di­ge Finanz­amt für die Zeit vom 01.01.1984 bis 31.12.1987 eine Lohn­steu­er-Außen­prü­fung ange­kün­digt wor­den ist, beweist — wohl­ge­merkt neben der Voll­zei­tig­keit in einem Kauf­haus — weder die Aus­übung einer selbst­stän­di­gen Tätig­keit in der Zeit vom 27.10.1986 bis 31.01.1987 noch gar — wie erfor­der­lich — einen Umfang einer sol­chen Tätig­keit von mehr als 15 Stun­den wöchent­lich. Die die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge des Klä­gers betref­fen­den Über­wei­sungs­be­le­ge bezie­hen sich nicht auf die­sen Zeit­raum (aller­dings noch auf Okto­ber 1986 und die Zeit vom 01.02.1987 bis 30.11.1987), was mit der von ihm aus­ge­üb­ten kran­ken­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung ohne wei­te­res erklär­bar ist. Berück­sich­tigt man zusätz­lich, dass der Klä­ger in die­ser Zeit einer Voll­zeit­tä­tig­keit im Ein­zel­han­del (mit häu­fi­ger Sams­tags­ar­beit, jeden­falls in der Weih­nachts­zeit) nach­ge­gan­gen ist, hält es der Senat für nicht erwie­sen, dass der Umfang sei­ner — zu sei­nen Guns­ten unter­stell­ten selbst­stän­di­gen — Neben­tä­tig­keit die Kurz­zei­tig­keits­gren­ze über­schrit­ten hat. Sei­ne eige­nen Anga­ben hier­zu sind vage und unbe­stimmt. Bei sei­ner Anhö­rung vor dem SG hat er ein­ge­räumt, einen zeit­li­chen Rah­men nicht genau ange­ben zu kön­nen. Auf­schrie­be oder ähn­li­ches exis­tier­ten nicht. Im Beru­fungs­ver­fah­ren hat er im Schrei­ben vom 09.12.2008 einen Zeit­raum von 10–18 Wochen­stun­den behaup­tet. Abge­se­hen davon, dass dies eben­so wenig kon­kret wie das bis­he­ri­ge Vor­brin­gen ist, weil ent­schei­dungs­er­heb­lich die Gren­ze von 15 Wochen­stun­den ist, ergibt sich aus dem Zusam­men­hang mit den übri­gen Anga­ben des Klä­gers vor dem SG, gera­de wegen finan­zi­el­ler Not­wen­dig­keit eine ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Voll­zeit­tä­tig­keit als Ver­käu­fer auf­ge­nom­men zu haben, dass der Tätig­keits­um­fang eher an der unte­ren Gren­ze des genann­ten Zeit­rah­mens liegt. Der Klä­ger hat für die Dau­er der behaup­te­ten Neben­tä­tig­keit kei­ne Beson­der­hei­ten dar­ge­legt, die einen höhe­ren Zeit­auf­wand begrün­den könn­ten, son­dern eine gleich blei­ben­de zeit­li­che Belas­tung vor­ge­tra­gen. Er hat zudem gegen­über dem SG selbst ein­ge­räumt, dass es immer wie­der Zei­ten gege­ben habe, in denen er als Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter nicht viel zu tun gehabt habe. Er habe sich dann nach einer ande­ren Ver­dienst­mög­lich­keit umschau­en müs­sen. Dies war offen­sicht­lich jedoch gera­de auch der Grund für die Auf­nah­me der ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung.
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Der Senat hat sich nicht ver­an­lasst gese­hen, die Ehe­frau des Klä­gers als Zeu­gin zu hören, wie von ihm ange­regt wor­den ist. Bereits nach den eige­nen Anga­ben des Klä­gers, die die Ehe­frau nur bestä­ti­gen könn­te, lässt sich der behaup­te­te Umfang der Neben­tä­tig­keit im Zeit­raum von Okto­ber 1986 bis ein­schließ­lich Janu­ar 1987 nicht erfas­sen.
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Im Übri­gen bestehen auch Zwei­fel, ob eine durch­ge­hen­de Selbst­stän­dig­keit des Klä­gers und damit eine Anknüp­fung an die bis zum 31.12.1980 aus­ge­üb­te ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung vor­liegt, weil der Klä­ger vom 01.02.1989 bis 26.05.1989 als Außen­dienst­mit­ar­bei­ter bei der Fir­ma … in S. abhän­gig beschäf­tigt gewe­sen sein dürf­te. Aus den Anga­ben der im Zivil­rechts­streit des Klä­gers vor dem Amts­ge­richt Hei­del­berg im Ver­fah­ren 29 C 457/89 am 20.03.1990 als Zeu­gen gehör­ten M. W. und R. W. erge­ben sich Hin­wei­se dar­auf, dass der Klä­ger ent­ge­gen sei­nem Vor­brin­gen, als selbst­stän­di­ger Han­dels­ver­tre­ter für die­se Fir­ma tätig gewor­den zu sein, abhän­gig beschäf­tigt war. Die vom Zeu­gen W. geschil­der­te Außen­dienst­tä­tig­keit und die vom Zeu­gen W. dar­ge­leg­ten Umstän­de der Stel­len­aus­schrei­bung und des Ein­stel­lungs­ge­sprächs sowie der Umstän­de des Beginns der Arbeits­tä­tig­keit des Klä­gers spre­chen für eine wei­sungs­ab­hän­gi­ge, der Dis­po­si­ti­ons­be­fug­nis des Arbeit­ge­bers unter­fal­len­de Beschäf­ti­gung. Dies ließ der Senat aber dahin­ste­hen. Die Beru­fung des Klä­gers erwies sich bereits aus den vor­ge­nann­ten Grün­den als unbe­grün­det.
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Die Kos­ten­ent­schei­dung beruht auf § 193 SGG.
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Die Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung der Revi­si­on lie­gen nicht vor.

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