(Stutt­gart)  In sechs Par­al­le­l­ent­schei­dun­gen hat der vier­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts gegen Ein­wän­de des Lan­des­ar­beits­ge­richts an sei­ner Recht­spre­chung fest­ge­hal­ten, wonach eine arbeits­ver­trag­li­che dyna­mi­sche Ver­wei­sung auf das Tarif­recht einer bestimm­ten Bran­che (so genann­te klei­ne dyna­mi­sche Ver­wei­sung) über ihren Wort­laut hin­aus nur dann als Bezug­nah­me auf den jeweils für den Betrieb fachlich/betrieblich gel­ten­den Tarif­ver­trag (so genann­te gro­ße dyna­mi­sche Ver­wei­sung oder Tarif­wech­sel­klau­sel) aus­ge­legt wer­den kann, wenn sich dies aus beson­de­ren Umstän­den ergibt.

Das gilt auch für Bezug­nah­me­klau­seln, die aus Grün­den des Ver­trau­ens­schut­zes noch (BAG 18. April 2007 — 4 AZR 652/05 — BAGE 122, 74) als soge­nann­te Gleich­stel­lungs­ab­re­den aus­zu­le­gen sind.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Urtei­le des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 17. Novem­ber 2010 – 4 AZR 391/09 – u. a.

Im Fall des Betriebs­über­gangs geht eine arbeits­ver­trag­li­che Bezug­nah­me­klau­seln nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB mit unver­än­dert rechts­be­grün­den­der Bedeu­tung über. Davon zu tren­nen ist § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB, wonach die indi­vi­du­al­recht­li­che Wei­ter­gel­tung kol­lek­tiv­recht­li­cher Nor­men ange­ord­net ist, ein­schließ­lich der dar­auf bezo­ge­nen Ablö­sungs­re­ge­lung in des­sen 1 Satz 3 BGB. Die­se setzt die nor­ma­ti­ve Gel­tung der Tarif­nor­men im Sin­ne des § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB vor­aus. Wenn die Tarif­re­ge­lun­gen für das Arbeits­ver­hält­nis vor Betriebs­über­gang kraft arbeits­ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­rung gal­ten, ist für eine Berück­sich­ti­gung von § 613a Abs. 1 Satz 3 BGB kein Raum, weder direkt, noch ana­log oder im Wege der Aus­le­gung.

In den ent­schie­de­nen Rechts­strei­tig­kei­ten waren die Revi­sio­nen der Klä­ge­rin­nen erfolg­reich, so betont von Bre­dow.

Nach­dem ihre Arbeits­ver­hält­nis­se auf die Beklag­te über­ge­gan­gen sind, gilt für sie neben dem kraft arbeits­ver­trag­li­cher Bezug­nah­me anwend­ba­ren Tarif­ver­trag, dem BMT‑G II, auch der für all­ge­mein­ver­bind­lich erklär­te Gebäu­de­rei­ni­ger-Tarif­ver­trag. Das Ver­hält­nis bei­der tarif­li­cher Rege­lun­gen zuein­an­der war nach dem Güns­tig­keits­prin­zip des § 4 Abs. 3 TVG zu Guns­ten des BMT‑G II zu klä­ren.  

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht  Ihnen zur Ver­fü­gung:

Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
VdAA-Vize­prä­si­dent
Domernicht v. Bre­dow Wöl­ke
Bis­marck­stra­ße 34
50672 Köln
Tele­fon: 0221/283040
Tele­fax: 0221/2830416
Email: v.bredow@dvbw-legal.de
www.dvbw-legal.de