(Stutt­gart) Eine vor dem 1. Janu­ar 2003 getrof­fe­ne Ver­sor­gungs­ver­ein­ba­rung, die für den Teil des ver­sor­gungs­fä­hi­gen Ein­kom­mens ober­halb der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze (BBG) in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung höhe­re Ver­sor­gungs­leis­tun­gen vor­sieht als für den dar­un­ter lie­gen­den Teil (sog. „gespal­te­ne Ren­ten­for­mel”), ist nach der außer­plan­mä­ßi­gen Anhe­bung der BBG in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zum 1. Janu­ar 2003 nicht ergän­zend dahin aus­zu­le­gen, dass die Betriebs­ren­te so zu berech­nen ist, als wäre die außer­plan­mä­ßi­ge Anhe­bung der BBG nicht erfolgt.

An der gegen­tei­li­gen Recht­spre­chung aus den Urtei­len vom 21. April 2009 (- 3 AZR 471/07 — und — 3 AZR 695/08 -) hält der Senat nicht fest. Ein Anspruch auf eine höhe­re Betriebs­ren­te wegen der außer­or­dent­li­chen Anhe­bung der BBG zum 1. Janu­ar 2003 kann sich allen­falls nach den Regeln über die Stö­rung der Geschäfts­grund­la­ge (§ 313 BGB) erge­ben.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 23.04.2013 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 3 AZR 475/11.

Der Klä­ger bezieht seit dem 1. Janu­ar 2006 von der Beklag­ten eine Betriebs­ren­te. Sein Anspruch auf Ver­sor­gungs­leis­tun­gen beruht auf einer Gesamt­zu­sa­ge mit einer „gespal­te­nen Ren­ten­for­mel”. Die Beklag­te hat­te die Betriebs­ren­te unter Berück­sich­ti­gung der außer­plan­mä­ßig ange­ho­be­nen BBG berech­net. Der Klä­ger hat von der Beklag­ten eine höhe­re Betriebs­ren­te ver­langt. Die Vor­in­stan­zen haben die Kla­ge abge­wie­sen. Die Revi­si­on des Klä­gers blieb erfolg­los. Eine ergän­zen­de Aus­le­gung der Ver­sor­gungs­ord­nung kommt nicht in Betracht. Der Klä­ger kann eine höhe­re Betriebs­ren­te auch nicht wegen Stö­rung der Geschäfts­grund­la­ge ver­lan­gen. Ein Fest­hal­ten an der getrof­fe­nen Ver­ein­ba­rung ist ihm nicht unzu­mut­bar.

Der Senat hat am sel­ben Tag fünf wei­te­re Ent­schei­dun­gen zu einer ver­gleich­ba­ren Pro­ble­ma­tik getrof­fen (- 3 AZR 531/11 -, — 3 AZR 23/11 -, — 3 AZR 24/11 -, — 3 AZR 512/11 — und — 3 AZR 513/11 -).

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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