Nach § 1 Abs. 1 des Geset­zes über befris­te­te Arbeits­ver­trä­ge mit Ärz­ten in der Wei­ter­bil­dung (ÄArbV­trG) liegt ein die Befris­tung eines Arbeits­ver­trags recht­fer­ti­gen­der sach­li­cher Grund ua. vor, wenn die Beschäf­ti­gung des Arz­tes der zeit­lich und inhalt­lich struk­tu­rier­ten Wei­ter­bil­dung zum Fach­arzt oder dem Erwerb einer Aner­ken­nung für einen Schwer­punkt dient. Vor­aus­set­zung für eine Befris­tung nach § 1 Abs. 1 ÄArbV­trG ist, dass die beab­sich­tig­te Wei­ter­bil­dung die Beschäf­ti­gung des Arz­tes prägt. Dabei ist nach all­ge­mei­nen befris­tungs­recht­li­chen Grund­sät­zen auf die im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses bestehen­den Pla­nun­gen und Pro­gno­sen abzu­stel­len, die der Arbeit­ge­ber im Pro­zess anhand kon­kre­ter Tat­sa­chen dar­zu­le­gen hat. Dazu ist anzu­ge­ben, wel­ches Wei­ter­bil­dungs­ziel mit wel­chem nach der anwend­ba­ren Wei­ter­bil­dungs­ord­nung vor­ge­ge­be­nen Wei­ter­bil­dungs­be­darf für den befris­tet beschäf­tig­ten Arzt ange­strebt wur­de, und jeden­falls grob umris­sen dar­zu­stel­len, wel­che erfor­der­li­chen Wei­ter­bil­dungs­in­hal­te in wel­chem zeit­li­chen Rah­men ver­mit­telt wer­den soll­ten. Ein schrift­li­cher detail­lier­ter Wei­ter­bil­dungs­plan ist eben­so wenig erfor­der­lich wie die Auf­nah­me eines sol­chen Plans in die arbeits­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen der Par­tei­en.

Die Klä­ge­rin ist Fach­ärz­tin für Inne­re Medi­zin. Im Juni 2012 schlos­sen die Par­tei­en einen nach dem ÄArbV­trG für die Zeit vom 1. Juli 2012 bis zum 30. Juni 2014 befris­te­ten Arbeits­ver­trag zum Erwerb der Aner­ken­nung für den Schwer­punkt “Gas­tro-ent­e­ro­lo­gie”. Mit der vor­lie­gen­den Kla­ge hat die Klä­ge­rin die Unwirk­sam­keit der Befris­tung zum 30. Juni 2014 gel­tend gemacht.

Die Kla­ge hat­te vor dem Sieb­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts — eben­so wie zuvor beim Lan­des­ar­beits­ge­richt — Erfolg. Nach dem Vor­brin­gen der Beklag­ten war nicht erkenn­bar, ob im Zeit­punkt der Befris­tungs­ver­ein­ba­rung die Pro­gno­se gerecht­fer­tigt war, dass eine zeit­lich und inhalt­lich struk­tu­rier­te Wei­ter­bil­dung die Beschäf­ti­gung der Klä­ge­rin prä­gen wür­de.

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