(Stutt­gart) Ein im Gel­tungs­be­reich der Richt­li­ni­en für Arbeits­ver­trä­ge in den Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Cari­tas­ver­bands (AVR) beschäf­tig­ter Arbeit­neh­mer hat in der Regel kei­nen Anspruch auf kin­der­be­zo­ge­nen Orts­zu­schlag, wenn sein Ehe­part­ner bei einem kom­mu­na­len Arbeit­ge­ber beschäf­tigt ist und des­sen Arbeits­ver­hält­nis zum 1. Okto­ber 2005 vom Bun­des­an­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (BAT) in den Tarif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) über­ge­lei­tet wur­de.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen” des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 13. August 2009. Az. 6 AZR 319/08.

Dies gilt nach dem Urteil auch dann, wenn der im Gel­tungs­be­reich der AVR beschäf­tig­te Ehe­part­ner auf­grund einer Ver­ein­ba­rung mit sei­nem Ehe­gat­ten für die gemein­sa­men Kin­der das Kin­der­geld bezieht. Auch in die­sem Fall hat­te der bei dem kom­mu­na­len Arbeit­ge­ber beschäf­tig­te Ehe­part­ner im Sep­tem­ber 2005 Anspruch auf den kin­der­be­zo­ge­nen Orts­zu­schlag. Ab Okto­ber 2005 kann er des­halb von sei­nem Arbeit­ge­ber eine ent­spre­chen­de Besitz­stands­zu­la­ge ver­lan­gen.

Der Klä­ger ist bei dem beklag­ten Cari­tas­ver­band beschäf­tigt. Auf das Arbeits­ver­hält­nis fin­den die AVR Anwen­dung. Danach erhal­ten ver­hei­ra­te­te Mit­ar­bei­ter in Anleh­nung an die Rege­lun­gen im BAT einen kin­der­be­zo­ge­nen Orts­zu­schlag, des­sen Höhe sich nach der Anzahl der berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Kin­der rich­tet. Die AVR ent­hal­ten Kon­kur­renz­re­ge­lun­gen für den Fall, dass der Ehe­gat­te im öffent­li­chen Dienst beschäf­tigt ist. Auf das Arbeits­ver­hält­nis der bei einer Kom­mu­ne beschäf­tig­ten Ehe­frau des Klä­gers war bis zum 30. Sep­tem­ber 2005 der BAT anwend­bar. Bis zu die­sem Zeit­punkt erhielt sie für die bei­den gemein­sa­men Kin­der den kin­der­be­zo­ge­nen Orts­zu­schlag der Stu­fe 4. Zum 1. Okto­ber 2005 wur­de ihr Arbeits­ver­hält­nis in den TVöD über­ge­lei­tet. Bei der Ermitt­lung des Ver­gleichs­ent­gelts wur­de dabei der Orts­zu­schlag der Stu­fe 1 zugrun­de gelegt. Der Klä­ger hat gel­tend gemacht, der Beklag­te sei ver­pflich­tet, ihm ab 1. Okto­ber 2005 den kin­der­be­zo­ge­nen Orts­zu­schlag der Stu­fe 4 zu zah­len. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben.

Die vom Beklag­ten ein­ge­leg­te Revi­si­on hat­te vor dem Sechs­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts Erfolg, betont von Bre­dow.

Die Ehe­frau des Klä­gers ist mate­ri­ell kin­der­geld­be­rech­tigt. Sie hat ab dem 1. Okto­ber 2005 einen Anspruch auf eine Besitz­stands­zu­la­ge für die bei­den gemein­sa­men Kin­der im Umfang des im Sep­tem­ber 2005 zu Recht bezo­ge­nen Orts­zu­schlags der Stu­fe 4. Bei die­ser Besitz­stands­zu­la­ge han­delt es sich um eine dem kin­der­be­zo­ge­nen Orts­zu­schlag gleich­wer­ti­ge Leis­tung. Auf­grund der Kon­kur­renz­klau­sel in den AVR ist des­halb der beklag­te Cari­tas­ver­band nicht zur Zah­lung des Orts­zu­schlags der Stu­fe 4 an den Klä­ger ver­pflich­tet.

Von Bre­dow emp­fahl, bei auf­kom­men­den Fra­gen dazu Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.

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