(Stutt­gart) Sieht eine Betriebs­ver­ein­ba­rung die Erstat­tung von Ener­gie­ver­brauchs­kos­ten an Betriebs­rent­ner vor, kann es sich um eine Leis­tung der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung han­deln. Ist dies der Fall und sol­len die Leis­tun­gen durch spä­te­re Betriebs­ver­ein­ba­run­gen gegen­über Ver­sor­gungs­emp­fän­gern geschmä­lert oder aus­ge­schlos­sen wer­den, ist dies — unge­ach­tet der Fra­ge, ob den Betriebs­par­tei­en für Betriebs­rent­ner über­haupt eine Rege­lungs­kom­pe­tenz zusteht — nur unter Beach­tung der Grund­sät­ze des Ver­trau­ens­schut­zes und der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit zuläs­sig.

Das, so der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, hat der Drit­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts am 14.12.2010 — 3 AZR 799/08 — ent­schie­den. 

Bei der Beklag­ten, einem kom­mu­na­len Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men, galt eine Betriebs­ver­ein­ba­rung aus dem Jah­re 1969 (BV 1969), die für die akti­ven Beleg­schafts­mit­glie­der und die Betriebs­rent­ner einen Preis­nach­lass für den Bezug von Gas und Strom sowie die Über­nah­me der Kos­ten für Fern­wär­me von Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men, die der all­ge­mei­nen Ver­sor­gung die­nen, iHv. 50 % der Ver­brauchs­kos­ten vor­sah. Im Jah­re 2001 schlos­sen die Beklag­te und der Betriebs­rat eine Betriebs­ver­ein­ba­rung, wonach die Ener­gie­kos­ten­er­stat­tung für die akti­ven Beschäf­tig­ten auf maxi­mal 511,00 Euro und für die Ver­sor­gungs­emp­fän­ger auf maxi­mal 358,00 Euro jähr­lich beschränkt wur­de. Im März 2006 ver­ein­bar­ten die Beklag­te und der Betriebs­rat, dass die BV 2001 nur noch bis Ende Dezem­ber 2006 gül­tig und die Ener­gie­kos­ten­er­stat­tung auf Ver­brauchs­zeit­räu­me bis Ende Dezem­ber 2006 begrenzt sein soll­te. Der Klä­ger, der unter Gel­tung der BV 1969 bei der Beklag­ten aus­ge­schie­den ist und seit­dem eine Betriebs­ren­te bezieht, hat mit sei­ner Kla­ge die Erstat­tung sei­ner Ener­gie­kos­ten auf der Grund­la­ge der BV 1969 auch für die Zeit ab Janu­ar 2008 gel­tend gemacht. 

Das Arbeits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sie abge­wie­sen. Die Revi­si­on des Klä­gers war erfolg­reich, so von Bre­dow. 

Der Senat hat es offen gelas­sen, ob den Betriebs­par­tei­en eine Rege­lungs­kom­pe­tenz auch gegen­über den Betriebs­rent­nern zukommt. Bei der antei­li­gen Über­nah­me der Ener­gie­ver­brauchs­kos­ten auf Grund der BV 1969 han­delt es sich um Leis­tun­gen der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung, in die nur unter Beach­tung der Grund­sät­ze des Ver­trau­ens­schut­zes und der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ein­ge­grif­fen wer­den durf­te. Die­se Vor­aus­set­zun­gen lagen nicht vor. 

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
VdAA-Vize­prä­si­dent
Domernicht v. Bre­dow Wöl­ke
Bis­marck­stra­ße 34
50672 Köln
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