Bun­des­ar­beits­ge­richt Urteil vom 19.01.2011 — 3 AZR 29/09 Schlagworte/Normen: Betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung — Nicht­be­rück­sich­ti­gung von Zei­ten eines frü­he­ren Arbeits­ver­hält­nis­ses Voll­text der BAG-PE: Die Deut­sche Luft­han­sa AG ist nicht…

(vdaa)  Bun­des­ar­beits­ge­richt

Urteil vom 19.01.2011 — 3 AZR 29/09
Schlagworte/Normen:
Betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung — Nicht­be­rück­sich­ti­gung von Zei­ten eines frü­he­ren Arbeits­ver­hält­nis­ses
Voll­text der BAG-PE:

Die Deut­sche Luft­han­sa AG ist nicht ver­pflich­tet, die Zeit eines frü­he­ren Arbeits­ver­hält­nis­ses einer Flug­be­glei­te­rin bei der fik­ti­ven rück­wir­ken­den Berech­nung der sog. Luft­han­sa Betriebs­ren­te nach § 2 des Tarif­ver­trags zur Ver­ein­heit­li­chung der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung (TV Ver­ein­heit­li­chung) iVm. dem Tarif­ver­trag Luft­han­sa Betriebs­ren­te für das Kabi­nen­per­so­nal (TV Betriebs­ren­te) zu berück­sich­ti­gen.

Die Deut­sche Luft­han­sa AG war bis Ende 1994 Betei­lig­te der Ver­sor­gungs­an­stalt des Bun­des und der Län­der (VBL). Die bis zu die­sem Zeit­punkt bei der VBL ver­si­cher­ten Arbeit­neh­mer erhiel­ten eine tarif­ver­trag­lich gere­gel­te sog. VBL-glei­che Ver­sor­gung. Für danach ein­ge­stell­te Arbeit­neh­mer sieht der TV Betriebs­ren­te eine auf Ren­ten­bau­stei­nen basie­ren­de Ver­sor­gung vor (Luft­han­sa-Betriebs­ren­te). Am 1. Janu­ar 2002 trat der TV-Ver­ein­heit­li­chung in Kraft. Nach § 2 TV-Ver­ein­heit­li­chung wer­den die VBL-gleich Ver­si­cher­ten nach Maß­ga­be der wei­te­ren Tarif­be­stim­mun­gen so gestellt, als hät­ten sie seit Beginn der VBL-glei­chen Ver­si­che­rungs­pflicht auf Grund ihres Arbeits­ver­hält­nis­ses eine Zusa­ge auf Leis­tun­gen nach dem TV Betriebs­ren­te erhal­ten (sog. rück­wir­ken­de Ein­füh­rung der Luft­han­sa-Betriebs­ren­te). Außer­dem wird nach § 3 TV Ver­ein­heit­li­chung die bis zum 31. Dezem­ber 2001 erwor­be­ne unver­fall­ba­re Anwart­schaft aus der VBL-glei­chen Ver­sor­gung, die auch Dienst­zei­ten aus frü­he­ren Arbeits­ver­hält­nis­sen umfasst, fest­ge­stellt (sog. Start­bau­stein). Für die Zeit danach wer­den Ren­ten­bau­stei­ne erwor­ben. Dies ergibt die sog. Garan­tie­ren­te. Im Ver­sor­gungs­fall sieht der TV Ver­ein­heit­li­chung eine Ver­gleichs­be­rech­nung der Leis­tun­gen nach dem TV Betriebs­ren­te einer­seits und der Garan­tie­ren­te ande­rer­seits vor. Der Arbeit­neh­mer hat Anspruch auf die höhe­re Ren­te.

Die Klä­ge­rin trat am 22. August 1978 als Flug­be­glei­te­rin in die Diens­te der beklag­ten Luft­han­sa AG. Sie schied nach der Geburt ihres Kin­des zum 30. Juni 1987 aus dem Arbeits­ver­hält­nis aus. Seit dem 1. Febru­ar 1992 ist sie wie­der als Flug­be­glei­te­rin bei der Beklag­ten beschäf­tigt. Die­se berück­sich­tigt die Zeit der Beschäf­ti­gung der Klä­ge­rin von 1978 bis 1987 ledig­lich bei der Berech­nung des Start­bau­steins, nicht jedoch bei der fik­ti­ven rück­wir­ken­den Berech­nung der Luft­han­sa-Betriebs­ren­te.

Die Vor­in­stan­zen haben die auf Berück­sich­ti­gung der frü­he­ren Beschäf­ti­gungs­zeit auch bei der Berech­nung der Luft­han­sa-Betriebs­ren­te gerich­te­te Kla­ge abge­wie­sen. Die Revi­si­on der Klä­ge­rin hat­te vor dem Drit­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts kei­nen Erfolg. § 2 TV Ver­ein­heit­li­chung iVm. dem TV Betriebs­ren­te ist dahin aus­zu­le­gen, dass die Zeit eines frü­he­ren Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht zu berück­sich­ti­gen ist.

Dar­in liegt kei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung wegen des Geschlechts. Die Tarif­ver­trags­par­tei­en waren auf­grund der Tarif­au­to­no­mie zu der getrof­fe­nen Rege­lung berech­tigt.

Sie­he:

http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&Datum=2011&nr=14907&pos=0&anz=4

Infor­ma­tio­nen:

  • Ver­öf­fent­licht: 28.01.2011