(Stutt­gart) Ver­rech­nungs­klau­seln in einer die betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung regeln­den Betriebs­ver­ein­ba­rung müs­sen dem betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Gebot der ange­mes­se­nen Behand­lung aller Arbeit­neh­mer ent­spre­chen.

Dies, so der Kie­ler Fach­an­walt für Arbeits­recht Jens Klar­mann, Vize­prä­si­dent des VdAA  — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, ist nach zwei Urtei­len des  Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 18. Mai 2010 — 3 AZR 97/08 und 3 AZR 80/08 — nicht mehr der Fall, wenn sie durch Ver­rech­nungs­klau­seln ande­re Bezü­ge unver­hält­nis­mä­ßig ent­wer­ten. Eine unver­hält­nis­mä­ßi­ge Ent­wer­tung liegt ein­mal vor, wenn auf eine betrieb­li­che Alters­ren­te vom Alters­rent­ner ander­wei­tig bezo­ge­ne Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung, auch eine aus öffent­li­chen Kas­sen geleis­te­te, zu mehr als 80 % ange­rech­net wird. Eben­so darf auf eine betrieb­li­che Hin­ter­blie­be­nen­ren­te die eige­ne gesetz­li­che Alters­ren­te des Hin­ter­blie­be­nen nur zu 80 % ange­rech­net wer­den. Eine gesetz­li­che „Ren­te wegen Todes“ darf dage­gen bis zu 100 % ange­rech­net wer­den, wenn sie wegen des Todes der Per­son gezahlt wird, nach deren Able­ben auch die betrieb­li­che Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung geleis­tet wird.

Dies hat der Drit­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­schie­den. Anders als in den Vor­in­stan­zen waren des­halb die Kla­gen eines Alters­rent­ners und einer Wit­we, die betrieb­li­che Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung bezo­gen hat­ten, teil­wei­se erfolg­reich.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten sowie in Zwei­fels­fäl­len um Rechts­rat nach­zu­su­chen, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.    

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