(Stutt­gart) Der Drit­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat ent­schie­den, dass wegen der bereits 1974 erfolg­ten Zuord­nung der Ver­sor­gung der Eisen­bah­ner zur Sozi­al­pflicht­ver­si­che­rung kein Anspruch gegen die Deut­sche Reichs­bahn bzw. deren Nach­fol­ger auf Alters­ver­sor­gung gel­tend gemacht wer­den kann.

Ansprü­che aus einer Tätig­keit bei der Deut­schen Reichs­bahn kön­nen sich nur gegen die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung rich­ten, soweit sie an Rege­lun­gen aus der Zeit der DDR anknüp­fen.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 17.01.2012 zum Urteil vom glei­chen Tage, Az.: 3 AZR 805/09. 

Rechts­grund­la­ge der Alters­ver­sor­gung der Arbeit­neh­mer der Deut­schen Reichs­bahn war seit dem 1. Janu­ar 1974 die Ver­ord­nung über die Pflich­ten und Rech­te der Eisen­bah­ner (Eisen­bah­ner-Ver­ord­nung). Nach deren § 15 soll­ten die Ein­zel­hei­ten der Ver­sor­gung der Eisen­bah­ner durch einen Rah­men­kol­lek­tiv­ver­trag gere­gelt wer­den. Die­ser Rah­men­kol­lek­tiv­ver­trag wur­de letzt­mals am 26. April 1989 über­ar­bei­tet und ent­hielt als Anla­ge die Ver­sor­gungs­ord­nung der Deut­schen Reichs­bahn. Die­se sah vor, anders als die ursprüng­li­che Anord­nung vom 7. Janu­ar 1956 über die Ein­füh­rung einer Alters­ver­sor­gung für Eisen­bah­ner, dass der Anspruch auf Ren­te nicht gegen die Deut­sche Reichs­bahn gel­tend zu machen war, son­dern vom Frei­en Deut­schen Gewerk­schafts­bund, dem Trä­ger der Sozi­al­ver­si­che­rung in der DDR, abge­wi­ckelt wur­de. Der Freie Deut­sche Gewerk­schafts­bund war auch für die Behand­lung von Ein­sprü­chen gegen die Ver­sor­gung der Eisen­bah­ner zustän­dig. Im Zuge der deut­schen Ein­heit bestimm­te der Eini­gungs­ver­trag in den die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung betref­fen­den Vor­schrif­ten, dass die §§ 11 bis 15 der Eisen­bah­ner-Ver­ord­nung und die zuge­hö­ri­ge Ver­sor­gungs­ord­nung der Deut­schen Reichs­bahn bis zum 31. Dezem­ber 1991 anzu­wen­den waren. Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen fin­den sich im Sechs­ten Buch des Sozi­al­ge­setz­bu­ches über die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung.

Die Kla­ge eines Arbeit­neh­mers, der von der S‑Bahn Ber­lin GmbH als Nach­fol­ge­rin der Deut­schen Reichs­bahn die Zah­lung einer Betriebs­ren­te ver­langt hat, war vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt daher eben­so wenig erfolg­reich wie in den Vor­in­stan­zen.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

 

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