(Stutt­gart) Nach einer am 22.12.2008 ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts kann ein hin­ter­blie­be­ner Lebens­part­ner einer ein­ge­tra­ge­nen  Lebens­part­ner­schaft eine Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung in bestimm­ten Fäl­len nur dann ver­lan­gen, wenn die­se Part­ner­schaft bereits vor dem Ein­tritt des Ver­sor­gungs­falls ein­ge­tra­gen war. (LAG Hes­sen AZ.: 8 Sa 592/07)

Dies gel­te nach den Vor­ga­ben des Gerichts jeden­falls dann, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, wenn in der maß­geb­li­chen Ver­sor­gungs­ord­nung die Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung beschränkt ist auf Ehe­gat­ten, die bereits vor Ein­tritt des Ver­sor­gungs­fal­les mit dem Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten ver­hei­ra­tet waren. Hier­bei spie­le nach der Ent­schei­dung des Gerichts auch kei­ne Rol­le, dass eine frü­he­re Ein­tra­gung der Lebens­part­ner­schaft nicht mög­lich war, da ein ent­spre­chen­des Gesetz nicht frü­her exis­tier­te.

In dem Ver­fah­ren, so erläu­tert der Ham­bur­ger Fach­an­walt für Arbeits- und Sozi­al­recht Lukas Weit­brecht, Lei­ter des VdAA — Fach­aus­schus­ses „Betrieb­li­che Altersversorgung/Renten”, hat­ten die Par­tei­en dar­über gestrit­ten, ob der hin­ter­blie­be­ne Lebens­part­ner von dem Unter­neh­men, bei dem sein ver­stor­be­ner Lebens­part­ner von 1980 — 1998 gear­bei­tet hat­te,  einen Wit­wer­geld­zu­schuss von 60% sei­nes frü­he­ren Pen­si­ons­zu­schus­ses in Höhe rd. 350 € monat­lich ver­lan­gen kann. Die­sen Anspruch hat­te er damit begrün­det, dass er im Novem­ber 2001 eine ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner­schaft mit dem im Jah­re 2006 ver­stor­be­nen Lebens­part­ner begrün­det habe und er des­we­gen wie ein Wit­wer oder eine Wit­we zu behan­deln sei. Das die maß­geb­li­chen Pen­si­ons­richt­li­ni­en im vor­lie­gen­den Fall vor­se­hen wür­den, dass ein Wit­wer­geld­zu­schuss dann nicht gewährt wer­de, wenn der Mit­ar­bei­ter erst nach sei­ner Pen­sio­nie­rung gehei­ra­tet habe, sei von ihm nicht zu ver­tre­ten, da der Gesetz­ge­ber erst im ‚August 2001 mit Inkraft­tre­ten des Lebens­part­ner­schafts­ge­set­zes über­haupt erst die Mög­lich­keit geschaf­fen habe, eine ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner­schaft ein­zu­ge­hen. Tat­säch­lich habe er mit sei­nem ver­stor­be­nen Lebens­part­ner bereits seit 1987 zusam­men­ge­lebt. Die­ser Auf­fas­sung, so Weit­brecht, ver­moch­te das Gericht jedoch hier nicht zu fol­gen. Die Beschrän­kung einer Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung auf Hin­ter­blie­be­ne, zu denen eine fami­li­en­recht­li­che Bezie­hung vor Ein­tritt des Ver­sor­gungs­fal­les begrün­det wur­de, sei nicht zu bean­stan­den. Daher müs­se im vor­lie­gen­den Fall auch die Begrün­dung der Lebens­part­ner­schaft vor der Pen­sio­nie­rung des Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten erfolgt sein. Hier­bei kom­me es auch nicht dar­auf an, dass der Klä­ger nur durch eine feh­len­de gesetz­li­che Rege­lung bis zum Jah­re 2001 kei­ne ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner­schaft mit dem Ver­stor­be­nen ein­ge­hen konn­te. Da das im Jah­re 2001 in Kraft getre­te­ne Lebens­part­ner­schafts­ge­setz in kei­ner Wei­se eine „Rück­wir­kung” zulas­se, sei auch das Unter­neh­men hier unter kei­nem recht­li­chen Gesichts­punkt ver­pflich­tet, eine rück­wir­ken­de Gleich­stel­lung vor­zu­neh­men, die der Gesetz­ge­ber nicht vor­ge­se­hen habe, so das LAG. Bei­de Exper­ten emp­fah­len, sich in der­ar­ti­gen Fäl­len der Hil­fe qua­li­fi­zier­ter Fach­an­wäl­te für Arbeits- und/oder Sozi­al­recht zu bedie­nen, wie sie z. B. im  VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — orga­ni­siert sei­en.

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