(Stutt­gart) Die am 5. März 2008 gegrün­de­te Arbeit­neh­mer­ver­ei­ni­gung „med­so­net” war zu kei­nem Zeit­punkt tarif­fä­hig. Das hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg mit Beschluss vom 21. März 2012 — 3 TaBV 7/11 — rechts­kräf­tig fest­ge­stellt.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 11.06.2013 zu sei­nem Beschluss vom sel­ben Tage, Az. 1 ABR 33/12.

med­so­net” bezeich­net sich in ihrer Sat­zung vom 5. März 2008 als Gewerk­schaft der Arbeit­neh­mer in allen Berei­chen des Gesund­heits­we­sens und der sozia­len Diens­te. Sie ist Mit­glied im Christ­li­chen Gewerk­schafts­bund (CGB). Bereits ab Juli 2008 schloss „med­so­net” als Tarif­ver­trä­ge bezeich­ne­te Ver­ein­ba­run­gen ab. Die Betreu­ung ihrer Mit­glie­der hat­te sie auf der Grund­la­ge einer ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung der gleich­falls dem CGB ange­hö­ren­den „DHV — Die Berufs­ge­werk­schaft” über­tra­gen. In ihrem ursprüng­li­chen Orga­ni­sa­ti­ons­be­reich ver­füg­te „med­so­net” eige­nen Anga­ben zufol­ge über 7.000 Mit­glie­der. Das ent­spricht einem Orga­ni­sa­ti­ons­grad von etwa 0,32%. Auf­grund einer am 11. Febru­ar 2012 vom Bun­des­ge­werk­schafts­tag beschlos­se­nen Sat­zungs­än­de­rung hat „med­so­net” ihre Zustän­dig­keit im Wesent­li­chen auf Ein­rich­tun­gen in pri­va­ter und gemein­nüt­zi­ger Trä­ger­schaft beschränkt. Hier­durch erhöh­te sich der von ihr ange­nom­me­ne Orga­ni­sa­ti­ons­grad auf ca. 1%.

Die eben­falls für Betrie­be des Gesund­heits­we­sens zustän­di­ge Gewerk­schaft ver.di hat am 7. April 2010 beim Arbeits­ge­richt gel­tend gemacht, „med­so­net” feh­le es an der sozia­len Mäch­tig­keit. Sie sei des­halb nicht tarif­fä­hig und damit außer­stan­de, Tarif­ver­trä­ge wirk­sam abzu­schlie­ßen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat dem ers­ten Antrag von ver.di fest­zu­stel­len, dass „med­so­net” kei­ne tarif­fä­hi­ge Gewerk­schaft ist, ent­spro­chen. Den zwei­ten Antrag fest­zu­stel­len, dass med­so­net zum Zeit­punkt des Abschlus­ses des Bun­des­man­tel­ta­rif­ver­trags Nr. 1 für die Beschäf­tig­ten in Pri­vat­kli­ni­ken (BMTV) am 20. Okto­ber 2008 nicht tarif­fä­hig war, hat es abge­wie­sen.

Dage­gen haben sowohl „med­so­net” als auch ein betei­lig­ter Arbeit­ge­ber­ver­band und ver.di Rechts­be­schwer­den ein­ge­legt. Nach­dem „med­so­net” und der Arbeit­ge­ber­ver­band ihre Rechts­be­schwer­den zurück­ge­nom­men haben, steht rechts­kräf­tig fest, dass „med­so­net” zu kei­nem Zeit­punkt tarif­fä­hig war. Der ers­te Antrag von ver.di erfasst in zeit­li­cher Hin­sicht die Ent­schei­dung über die Tarif­fä­hig­keit von „med­so­net” vom Zeit­punkt der Ein­lei­tung bis zum Abschluss des Ver­fah­rens. Bei Antrag­stel­lung galt für „med­so­net” die in der Grün­dungs­ver­samm­lung vom 5. März 2008 beschlos­se­ne Sat­zung. Eine Beschrän­kung des Antrags auf die im Febru­ar 2012 geän­der­te Sat­zung hat ver.di nicht vor­ge­nom­men. Damit steht auf­grund der rechts­kräf­ti­gen Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts fest, dass „med­so­net” seit ihrer Grün­dung nicht tarif­fä­hig war. Für die von ver.di begehr­te wei­te­re tages­be­zo­ge­ne Fest­stel­lung fehlt das Rechts­schutz­in­ter­es­se.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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