(Stutt­gart) Der Trä­ger eines Gym­na­si­ums darf bei der Beset­zung einer Betreu­er­stel­le für das von ihm betrie­be­ne Mäd­chen­in­ter­nat die Bewer­ber­aus­wahl auf Frau­en beschrän­ken, wenn die Tätig­keit auch Nacht­diens­te im Inter­nat beinhal­ten soll.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 28. Mai 2009 — Az.: 8 AZR 536/08.

Das beklag­te Land hat­te für das Mäd­chen­in­ter­nat sei­nes staat­li­chen Gym­na­si­ums in N. mit­tels einer Stel­len­aus­schrei­bung eine Erzieherin/Sportlehrerin oder Sozi­al­päd­ago­gin gesucht. Der Klä­ger, ein Diplom-Sozi­al­päd­ago­ge, hat­te sich um die­se Stel­le bewor­ben. Das staat­li­che Gym­na­si­um teil­te ihm mit, bei der Stel­len­be­set­zung könn­ten aus­schließ­lich weib­li­che Bewer­ber berück­sich­tigt wer­den, weil die Stel­len­in­ha­be­rin auch Nacht­diens­te im Mäd­chen­in­ter­nat leis­ten müs­se. Der Klä­ger hält sich wegen sei­nes Geschlechts für in unzu­läs­si­ger Wei­se benach­tei­ligt und hat vom beklag­ten Land wegen eines Ver­sto­ßes gegen das Benach­tei­li­gungs­ver­bot des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG) eine Ent­schä­di­gung in Höhe von min­des­tens 6.750,00 Euro ver­langt.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sei­ne Kla­ge abge­wie­sen. Die Revi­si­on des Klä­gers blieb vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt nun ohne Erfolg, so Henn.

Das BAG hielt die unter­schied­li­che Behand­lung wegen des Geschlechts hier für zuläs­sig. Für die Tätig­keit in einem Mäd­chen­in­ter­nat, die auch mit Nacht­diens­ten ver­bun­den ist, stellt das weib­li­che Geschlecht der Stel­len­in­ha­be­rin eine wesent­li­che und ent­schei­den­de Anfor­de­rung iSd. § 8 Abs. 1 AGG dar. Dabei steht es dem Arbeit­ge­ber grund­sätz­lich frei fest­zu­le­gen, wel­che Arbei­ten auf einem zu beset­zen­den Arbeits­platz zu erbrin­gen sind.

Henn emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.   

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