(Stutt­gart)  Wird einer mit der Not­fall­ret­tung beauf­trag­ten pri­va­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on die­ser Auf­trag gekün­digt, so gehen die Arbeits­ver­hält­nis­se ihrer Arbeit­neh­mer infol­ge Betriebs­über­gangs nur dann auf den Trä­ger des öffent­li­chen Ret­tungs­diens­tes über, wenn die­ser die Not­fall­ret­tung selbst über­nimmt, nicht jedoch, wenn er ande­re pri­va­te Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen damit betraut.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 10.05.2012 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az.: 8 AZR 639/10.

Der Klä­ger war Ret­tungs­sa­ni­tä­ter bei der D‑GmbH. Die­ser war auf der Grund­la­ge des Säch­si­schen Geset­zes über den Brand­schutz, Ret­tungs­dienst und Kata­stro­phen­schutz (Sächs­BRKG) durch öffent­lich-recht­li­chen Ver­trag vom Herbst 2006 vom beklag­ten Ret­tungs­zweck­ver­band die Durch­füh­rung der Not­fall­ret­tung und des Kran­ken­trans­ports in den Ver­sor­gungs­be­rei­chen Land­kreis Leip­zig und Döbeln bis zum 31. Dezem­ber 2008 über­tra­gen wor­den. Die zur Durch­füh­rung des Ret­tungs­diens­tes not­wen­di­gen Ein­satz­fahr­zeu­ge sowie die Räum­lich­kei­ten der Ret­tungs­wa­chen in Bor­na und Groitzsch gehö­ren dem Beklag­ten und wur­den der D‑GmbH zur Ver­fü­gung gestellt. Infol­ge finan­zi­el­ler Schwie­rig­kei­ten und per­so­nel­ler Pro­ble­me konn­te der Geschäfts­füh­rer der D‑GmbH die ord­nungs­ge­mä­ße Leis­tungs­er­brin­gung bis zum 31. Dezem­ber 2008 nicht mehr garan­tie­ren. Dar­auf­hin kün­dig­te der Beklag­te den öffent­lich-recht­li­chen Ver­trag mit der D‑GmbH außer­or­dent­lich zum 23. Dezem­ber 2008. An die­sem Tag gab die D‑GmbH um 07.00 Uhr die zur Ver­fü­gung gestell­ten Räum­lich­kei­ten frei und sämt­li­che über­las­se­nen Ret­tungs­mit­tel und Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de zurück. Die Not­fall­ret­tung und den Kran­ken­trans­port führ­ten sofort drei ande­re Unter­neh­men wei­ter durch. Die­se hat­te der Beklag­te durch Her­an­zie­hungs­be­schei­de vom 22. Dezem­ber 2008 dazu ver­pflich­tet, zunächst bis zum 15. Janu­ar 2009. Die Unter­neh­men nutz­ten jeweils eini­ge der zuvor der D‑GmbH über­las­se­nen Ein­satz­fahr­zeu­ge und Ret­tungs­wa­chen. Seit Mit­te Janu­ar 2009 füh­ren sie die Not­fall­ret­tung und den Kran­ken­trans­port auf der Grund­la­ge öffent­lich-recht­li­cher Ver­trä­ge für den Beklag­ten durch.

Die Kla­ge auf Fest­stel­lung des Bestehens eines Arbeits­ver­hält­nis­ses zum Beklag­ten blieb vor dem Ach­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts ohne Erfolg, so Henn.

Das Arbeits­ver­hält­nis des Klä­gers ist nicht im Wege eines Betriebs­über­gangs nach § 613a BGB auf den Beklag­ten über­ge­gan­gen. Der Beklag­te ist nach der Her­aus­ga­be der Ret­tungs­mit­tel nicht Betriebs­in­ha­ber eines Betriebs „Ret­tungs­dienst“ gewor­den, da er einen sol­chen Betrieb zu kei­nem Zeit­punkt ver­ant­wort­lich geführt hat. Die Her­an­zie­hung drei­er Unter­neh­men ab dem 23. Dezem­ber 2009 durch Ver­wal­tungs­akt nach dem Sächs­BRKG hat nicht dazu geführt, dass der Beklag­te Betriebs­in­ha­ber gewor­den ist.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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