(Stutt­gart) Kün­digt der Zwangs­ver­wal­ter eines Grund­stücks den Pacht­ver­trag über ein auf dem Grund­stück betrie­be­nes Hotel und führt er den Hotel­be­trieb dann selbst wei­ter, so liegt ein Betriebs­über­gang vom frü­he­ren Päch­ter auf den Zwangs­ver­wal­ter vor.

Dar­auf ver­weist  der Neu-Isen­bur­ger Fach­an­walt für Arbeits­recht Dr. Micha­el Mey­er, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Betriebsverfassungsrecht/Mitbestimmung” des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 18. August 2011 zu sei­nem Urteil vom glei­chen Tage — 8 AZR 230/10.

Die Klä­ge­rin war in dem von der H. GmbH betrie­be­nen Hotel als Haus­da­me beschäf­tigt. Die H. GmbH hat­te das Hotel von der Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin, der I. GmbH, gepach­tet. Auf­grund von Zwangs­voll­stre­ckungs­maß­nah­men gegen die­se GmbH wur­de der Beklag­te durch Beschluss des Amts­ge­richts Han­no­ver zum Zwangs­ver­wal­ter des Grund­stücks bestellt. Nach­dem er wegen Pacht­zins­rück­stän­den den Pacht­ver­trag mit der H. GmbH gekün­digt und die Zwangs­räu­mung gegen die­se durch­ge­führt hat­te, führ­te er den Hotel­be­trieb selbst wei­ter. Zu die­sem Zwe­cke schloss er mit allen Mit­ar­bei­tern außer der Klä­ge­rin neue Arbeits­ver­trä­ge. Die Klä­ge­rin hat Kla­ge auf Fest­stel­lung erho­ben, dass ihr Arbeits­ver­hält­nis mit der H. GmbH auf den Beklag­ten über­ge­gan­gen ist. 

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Mit ihrer Revi­si­on hat­te die Klä­ge­rin vor dem Ach­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts Erfolg, betont Dr. Mey­er. 

Ein Betriebs­über­gang von dem frü­he­ren Päch­ter des Hotels auf den Zwangs­ver­wal­ter, der den Hotel­be­trieb fort­führt, schei­tert nicht dar­an, dass die Zwangs­ver­wal­tung und die Bestel­lung des Zwangs­ver­wal­ters durch einen Beschluss des Amts­ge­richts ange­ord­net und das Betrei­ben des Hotels durch den Zwangs­ver­wal­ter vom Voll­stre­ckungs­ge­richt geneh­migt wor­den war. Die Kün­di­gung des Pacht­ver­trags mit dem frü­he­ren Päch­ter und die sich dar­an anschlie­ßen­de Fort­füh­rung des Hotel­be­triebs durch den Zwangs­ver­wal­ter ist ein Über­gang des Hotel­be­triebs „durch Rechts­ge­schäft“ iSd. § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB.

Dr. Mey­er emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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