(Stutt­gart) Erbringt ein Sozi­al­leis­tungs­trä­ger an einen Arbeit­neh­mer Leis­tun­gen, weil der Arbeit­ge­ber die Ver­gü­tung nicht zahlt, geht der Ver­gü­tungs­an­spruch gemäß § 115 Abs. 1 SGB X in Höhe der an den Arbeit­neh­mer selbst gewähr­ten Leis­tun­gen auf den Leis­tungs­trä­ger über.

Hin­ge­gen ist bei Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung für Arbeits­su­chen­de an Mit­glie­der einer Bedarfs­ge­mein­schaft nach dem SGB II der Grund­satz der Per­so­nen­iden­ti­tät durch­bro­chen. Erbringt eine ARGE (jetzt: Job­cen­ter) Leis­tun­gen an den nicht getrennt leben­den Ehe­gat­ten, den Lebens­part­ner des Hil­fe­be­dürf­ti­gen und an des­sen unver­hei­ra­te­te Kin­der unter 25 Jah­ren, weil der Arbeit­ge­ber die Ver­gü­tung an den Arbeit­neh­mer nicht zahlt, geht des­sen Ver­gü­tungs­an­spruch nach der in § 34b SGB II ent­hal­te­nen Son­der­re­ge­lung auch in Höhe der an die­se Per­so­nen erbrach­ten Leis­tun­gen auf den Trä­ger der Grund­si­che­rung über. 

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) Düs­sel­dorf vom 21.03.2012 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az.: 5 AZR 61/11.

Der beklag­te Insol­venz­ver­wal­ter blieb dem Klä­ger für meh­re­re Mona­te das Arbeits­ent­gelt schul­dig. Der Klä­ger und sei­ne Ehe­frau bezo­gen des­halb Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II. Der Beklag­te kam der Auf­for­de­rung des Grund­si­che­rungs­trä­gers, die für bei­de Ehe­leu­te erbrach­ten Sozi­al­leis­tun­gen zu erstat­ten, nach und zahl­te nur den Rest­be­trag an den Klä­ger aus. Der Klä­ger for­dert Nach­zah­lung sei­nes Arbeits­ent­gelts in Höhe der sei­ner Ehe­frau zuge­flos­se­nen Grund­si­che­rung.

Das Arbeits­ge­richt hat die Zah­lungs­kla­ge abge­wie­sen, das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat ihr statt­ge­ge­ben. Auf die Revi­si­on des Beklag­ten ist die Sache an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen wor­den. Es ist noch fest­zu­stel­len, in wel­cher Höhe die Grund­si­che­rung erbracht wur­de, weil der Beklag­te die Ver­gü­tung nicht gezahlt hat.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

 

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
VDAA-Vize­prä­si­dent
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