(Stutt­gart) Ein Betriebs­rats­mit­glied, das an sei­nem Arbeits­platz wäh­rend sei­ner Arbeits­zeit Betriebs­rats­auf­ga­ben erle­digt, ist grund­sätz­lich ver­pflich­tet, sich beim Arbeit­ge­ber abzu­mel­den und die vor­aus­sicht­li­che Dau­er der Betriebs­rats­tä­tig­keit mit­zu­tei­len.

Zweck der Mel­de­pflicht, so der Neu-Isen­bur­ger Fach­an­walt für Arbeits­recht Dr. Micha­el Mey­er, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Betriebsverfassungsrecht/Mitbestimmung” des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 29.06.2011 – Az.: 7 ABR 135/09 — ist es, dem Arbeit­ge­ber die Über­brü­ckung des Arbeits­aus­falls zu ermög­li­chen.

Daher besteht kei­ne vor­he­ri­ge Mel­de­pflicht in Fäl­len, in denen eine vor­über­ge­hen­de Umor­ga­ni­sa­ti­on der Arbeits­ein­tei­lung nicht ernst­haft in Betracht kommt. Maß­geb­lich sind die Umstän­de des Ein­zel­falls. Dazu gehö­ren ins­be­son­de­re die Art der Arbeits­auf­ga­be des Betriebs­rats­mit­glieds und die vor­aus­sicht­li­che Dau­er der Arbeits­un­ter­bre­chung. In Fäl­len, in denen sich das Betriebs­rats­mit­glied nicht vor­her abmel­det, ist es ver­pflich­tet, dem Arbeit­ge­ber auf des­sen Ver­lan­gen nach­träg­lich die Gesamt­dau­er der in einem bestimm­ten Zeit­raum geleis­te­ten Betriebs­rats­tä­tig­keit mit­zu­tei­len.

In dem Fall, so Dr. Mey­er, woll­te der neun­köp­fi­ge Betriebs­rat eines Unter­neh­mens für auto­mo­bi­le Markt­for­schung mit ca. 220 Arbeit­neh­mern gericht­lich fest­ge­stellt wis­sen, dass sei­ne Mit­glie­der nicht ver­pflich­tet sind, sich bei Aus­füh­rung von Betriebs­rats­tä­tig­keit, die sie am Arbeits­platz erbrin­gen, zuvor beim Arbeit­ge­ber abzu­mel­den. Der Antrag hat­te vor dem Sieb­ten Senat — wie bereits in den Vor­in­stan­zen — kei­nen Erfolg. Der unein­ge­schränkt gestell­te Antrag erfasst auch Fall­ge­stal­tun­gen, in denen er unbe­grün­det ist. Die umstrit­te­ne Pflicht lässt sich weder gene­rell ver­nei­nen noch beja­hen. Sie hängt von den Umstän­den des Ein­zel­falls ab.

Dr. Mey­er emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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